Ich hab es getan!!!! 7


Ich lief ins Ziel. Einfach so. Herrlich.

Heute früh klingelte der Wecker zur normalen Arbeitszeit und wir machten uns um 7h auf in Richtung Süden.

Nach einem kleinen Verfahrer waren wir um 8h vor Ort, Startnummer abholen ging ganz flott. Ein paar bekannte Gesichter begrüßen und dann hab ich souverän (wie ein alter Hase) meine Fahrradwechselzone eingerichtet.

Dabei habe ich einem Ersttäter neben mir noch Tips gegeben und mir selbst Tips vom linken Nachbarn, der auf Grund seines Equipments durchaus erfahren aussah, geholt.

Dann noch Laufschuhe und Kappe in die zweite Wechselzone tragen und noch etwas rumschauen. Man sieht doch immer wieder die gleichen Gesichter und mittlerweile bin ich mit einigen schon soweit ein kurzes „Hallo, welche Startnummer, vielleicht sieht man sich, prima, viel Erfolg“ auszutauschen. Schön. Irgendwie eine Familie.Ach je und dann war es ja auch schon soweit… noch 7Minuten bis zum Start.

Die Teamchefin und der Zeugwart drängten zum Becken. Also Jogginghose aus, Badekappe und Schwimmbrille schnappen und die Bahn zum schwimmen in der Liste suchen. Dann noch meine Brille beim Zeugwart abgeben und auf zur Bahn. Die war leer, und wir konnten von daher gleich mal in der entsprechenden Reihenfolge Aufstellung nehmen. Eingeschwommen bin ich mich nicht… ich hab ja einen Kilometer Zeit um mich einzuschwimmen, das muß reichen.

Ich drückte fünf Minuten vor dem Start auf meine Stopuhr.

Das hab ich mal irgendwo so mitgekriegt (man ist dann beim Startschuß nicht so in Hetze) und mache das seit dem so… diesmal waren es eben 5Minuten.

Beim Startschuß ging das Gerangel los. Ich mittendrin.

Gut, schwimm ich also auch los und zwar Kraul. Das blieb die ganze Zeit (bis auf eine Bahn, weil ich so einen Tritt abbekam, dass ich erst mal den „Körperfunktionscheckmodus“ anschaltete) so. Cool. Es hat total viel Spaß gemacht.

Die anderen auf der Bahn schwammen hauptsächlich Brust… was sie nicht davon abhielt früher als ich in die Wechselzone zu hüpfen.

Egal. Ich hatte sogar noch Kraft mein -am Beckenrand- aussteigen galant über die Bühne zu bringen.

Benötigt habe ich 26Minuten, sagt meine Uhr.

Dann in die Wechselzone… erst mal ein bischen ausschwanken und dann ein lockerer Trab. Ging gut. In der Wechselzone dann den Helm auf, Brille an, hinsetzen, Füße trocknen, Socken und Radschuhe an.

Noch schnell das Startnummernband um und mit dem kleinen grünen Rad und einem „bis später“ für den den Zeugwart und die Teamchefin auf in Richtung Ausgang. Aufsteigen ging gut, die ersten Tritte liefen auch prima. Schnell schon mal was trinken.

Der Weg zu meinen vier Runden kam mir extrem lange vor, ich fand aber gut in den Tritt und wurde noch etwas beflügelt als die Prominenz wie ein Tornado an mir vorbeifegte. Wow, was ne Geschwindigkeit… aber sie muß ja auch „nur“ 20km. *grins*

Mist, mein Tacho zeigt ja gar nichts an… ich fahre 0km/h ? Kommt mir doch eine Idee schneller vor… und ich bin ja auch schon am Beginn der Runden … und soll erst 0km gefahren sein? Da stimmt doch was nicht. Ich vertraue der Technik sonst wirklich außerordentlich, aber DAS war Mumpitz. Gut, dann muß ich eben einfach ohne Tacho fahren. Ist dann eben so. Ich fahre also die erste Runde und es weht nur Wind von Vorne. Das ist ja blöd. 🙁

Natürlich erkennen einen die Helfer, wenn man vier mal vorbei kommt und so ist es auch hier fast schon wieder familiär, wenn mir die Dame an der Verpflegung ein „weiterhin viel Erfolg“ zuruft, weil sie genau weiß, dass dies mein letzter Besuch bei ihr ist. Obwohl ich kein einziges Mal angehalten hab… ich habe meine zwei Radflaschen leer gemümmelt und das hat gut gereicht. Beide waren allerdings, bis auf einen Bodensatz auch leer. 🙂

Dann verließ ich also den Rundkurs um wieder zurück in Richtung Fans zu fahren und bereitete mich schon mal mental aufs Laufen vor. Ich legte einen kleinen Gang rein, fuhr den letzten Berg runter und schoß um die Ecke. Und wie von Zauberhand durchquerte ich eine Lichtschranke und die Menge jubelte als würde Sandra Wallenhorst auf ihrem Weg zum Titel der Europameisterin um die Ecke schießen. Wahnsinn! Das war super!Ich stieg gut vom Rad ab und fand meinen Wechselplatz super schnell. Also Rad aufhängen, Helm ab, Schuhe aus und Laufschuhe sowie Kappe an. Startnummer nach vorne drehen und raus aus der Wechselzone. Ach ja und lächeln! Schnell noch ein paar gute Wünsche abgeholt, die Zuschauer waren einfach toll! Und dann Nase putzen. Man, und der Zeugwart rief mir zu, dass das nicht besonders fotogen sei… um Himmel’s willen. Also noch mal schnell für’s Foto lächeln und dann weiter.

Die Teamchefin trug ihre Marathonhose und begleitete mich auf die Laufstrecke. Der Profiathlet (der irgendwas von Titel abgeben faselte…) feuerte an was das Zeug hielt und das Maskottchentier wäre am liebsten auch mitgelaufen. Aber gut. Das ging nicht.

Nach einem kurzen Anstieg folgte gleich mal eine Verpflegungsstation bei der ich erst mal mit einem Becher Wasser duschte und etwas trank. Sehr angenehm. Ich hatte auch eine ganz angenehme Geschwindigkeit drauf und der Weg war halb schattig, halb pralle Sonne, so dass ich mich immer auf die Schattenpartien freuen konnte. Leider plagten mich schon nach wenigen Km heftige Wadenkrämpfe, aber die Teamchefin wußte mit einer Bank abhilfe zu schaffen und schon nach wenigen Minuten waren die Krämpfe vergessen und weiter ging’s.

Klar wurde ich sicherlich ein Stück langsamer aber alles in allem habe ich die 10,5km gut gemeistert. An der Verpflegung habe ich dann auf Tee mit Zucker umgeschwenkt, das tat ganz gut. Und nach den kurzen Gehpausen konnte ich immer ganz gut wieder anlaufen.

Auf dem letzten Stück habe ich noch einen großen Triathleten im Profieinteileroutfit mit Namen drauf überholt…und laut Teamchefin weeeeiiiiiiit hinter mir gelassen.

Der Schlußsprint, als ich endlich auf die Zielgerade

einbiegen durfte, war verhalten. Ich war wirklich fertig! FERTIG. Im Ziel gab’s eine gesalzene Brezelmedaille und jede Menge Fans die mir gratulierten.

So kommt man als Teamchefin ganz unverhofft mal zu einem 10km Lauf. 🙂 Prima.

Ich habe es also getan: meine erste Olympische Distanz. Ich bin also doch irgendwie eine richtige Triathletin. Mensch, was bin ich stolz wie Bolle (werde noch herausfinden, wer Bolle eigentlich ist) auf mich selbst. Ich habe nicht abgekürzt (erinner mich da gerne an den Schwimmer von Worms), ich bin komplett durchgekrault, ich hab auf dem Rad gut geschaltet und mich gegen den Wind gestellt, ich hab toll gewechselt, war nicht unkoordiniert und bin gut gelaufen. Klar mußte ich Gehpausen machen… aber ich kann noch nicht mal auf dem Weihnachtsmarkt meine Wurst im gehen essen, da ist es wirklich respektabel wenn ich das bei einer Banane im gehen schaffe. Und ich bin immer wieder angelaufen! Immer wieder. Ich bin einfach glücklich. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Und ich bin jetzt eine richtige Triathletin. Geniales Gefühl.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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