Die Bauchrichtuhr


Ich wurde gelockt und bin darauf reingefallen. Tja, so sind sie die Vereinsmädels. Sie meinen es gut und machen mich fix und alle. 
Es war wunderbar! 
Ich freu mich. 
Heute früh habe ich den Schweinehund neben dem Bett liegen lassen, eine Kleinigkeit gefrühstückt (weil ich das mal ausprobieren wollte), mich angezogen und bin losgelaufen. Dabei habe ich mich maßlos unterschätzt und war 10Minuten früher am Treffpunkt, als vereinbart. Also bin ich noch locker hin und her gelaufen, ein bischen spaziert und am Schluß die Brücke hochgerannt um oben auf die Vereinsmädels zu treffen. Die kamen fein geordnet und mit jede Menge Getränke bewaffnet angerannt und nach einer kurzer Begrüßung ging’s auch gleich weiter. 
Die Brücke runter. 
Uhiuhiu… die legen ja los. Na gut. Ich lasse mich darauf ein und weiß aber schon nach 300m, dass wir nicht die angekündigten 7min/km laufen. Mein Bauch hat ja eine Min/km Uhr eingebaut und die schlägt ja sofort Alarm. In letzter Zeit schaffe ich es immer knapp unter der Richtuhrzeit zu laufen. Aber ganz knapp. In meiner Welt heißt knapp übrigens ein paar Sekunden. Nur, falls dazu Fragen auftauchen.
Jetzt gerade laufen wir flotter. Nein… sagen die Vereinsmädels… sie denken, sie könnten mich mit Selbstsicherheit überzeugen und in Sicherheit wiegen. Aber ich bin skeptisch. Als der Km piept bekomme ich 7:27min/km gesagt. Ha ha… das kann nur den Grund haben, dass wir ewig für die Begrüßung gebraucht haben. Wir laufen derzeit trotzdem schneller. Ich bin weiterhin sicher, dass die Richtuhr in meinem Bauch die Sache richtig einschätzt. 
Wir unterhalten uns nett und ich kann sogar auch noch ganz gut sprechen. Ich japse nicht beim reden, würde aber, wenn ich alleine laufe nicht so laufen, sondern langsamer. Das liegt einfach daran, dass ich faul bin, wenn ich alleine laufe. Das kann man ruhig auch mal so schreiben, weil es wahr ist. 
Alleine laufen heißt für mich rumschleichen, schlapsen oder mal ein bischen schneller machen. Aber nicht kontinuierlich eine Geschwindigkeit schneller machen. Ich mache das einfach nicht. Ich laufe zwar gerne, aber ich komme wenn ich losgelaufen bin niemals auf die Idee jetzt mal flott zu machen. Warum das so ist finde ich bei Gelegenheit gerne heraus. Derzeit ist es aber so. 
Der nächste km Pieps läßt uns wissen, dass wir 6:45min/km unterwegs sind. Wow. Und das mit Unterhalten! Ich bin stolz auf uns. Wobei die Vereinsmädels eigentlich eine winzige Liga weiter oben rennen, als ich. Aber dafür, dass sie 7/km laufen wollten sind wir alles sehr dynamisch unterwegs. 
Und das Beste daran ist, dass meine Bauchrichtuhr ganz hervorragend tickt und das ganze auch noch richtig. Der Km piepser läßt uns noch ein paar mal wissen, dass wir gleichschnell unterwegs sind und ich behalte die Begeisterung bei. Außerdem lobe ich meine Bauchrichtuhr mehrfach während dieses Laufes. 
An der Panzerstrasse biege ich ab und verlasse die Vereinsmädels. Die laufen noch ewig weiter, weil heute ein 30km Lauf auf dem Plan steht. Gut, dass ich den Plan nicht gesehen habe! 
Als ich daheim ankomme, denke ich mir, dass ich eigentlich gut noch hätte 4 weitere Kilometer  mitlaufen hätte können. Hinterher ist man halt immer schlauer. Schade. 
Clauditries
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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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