Hanau City Triathlon – Comeback 6


Auch wenn man selbst eine spätaufstehertaugliche Startzeit erwischt, so ist das eben doch nicht bei jedem so… Madita fällt heute nämlich aus dem Rahmen und will die Strecke beim Hanau City Triathlon schon früher als ich bewältigen. Ihre Startgruppe wird um 9h auf die Strecke geschickt. Natürlich sind wir pünktlich vor Ort um ihren Start mitzukriegen, das gehört ja wohl dazu. Da es heute sowieso höchstwahrscheinlich nur einmal regnet, ist es auch egal.

Ich hole meine Startunterlagen und laufe dann zum Check-In. Hier rüttelt der Prüfer ordentlich an meinem Helm, begutachtet mein Fahrrad, prüft genauestens ob meine Bremsen auch tun, was sie sollen und winkt mich dann durch. Jetzt kann zumindest beim Radfahren wirklich nichts schief gehen. Ich hole meinen Transponder für die Zeitnahme ab und finde meinen Wechselplatz sofort. Obwohl es schon länger her ist, weiß ich noch, wie ich alles einrichten muß und weil es schüttet, hat der Zeugwart mir auch den ultimativen Schuhtrockentrick in Form eine Plastiktüte mitgegeben. Der ist wirklich schlau.

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Ich bin rechtzeitig für Madita’s Start fertig und geselle mich ans  Becken zum Rest des Vereins, der heute einfach gerne im Regen anfeuern möchte. Und so ist es dann auch, wir feuern sie frenetisch an, als sie beim Schwimmen überholt wird und sich dann doch wieder an Position zwei zurück kämpft und sind volle Kanne aus dem Häuschen, als sie als zweite ihrer Bahn aus dem Wasser kommt und in die Wechselzone rennt. Sie geht strahlend auf die Laufstrecke und natürlich folgen wir ihr, damit wir sie auch anfeuern können.

Radfahren geht wie geschmiert und als Madita auf die Laufrunde flitzt, mache ich mich auf zu meiner Wettkampfbesprechung. Hier ist die Rede von ordentlich Wasser auf der Strecke, einer geänderten Laufstrecke (da es mein erstes Mal ist, ist mir das egal) und Kampfrichtern die die Regeltreuheit kontrollieren. Paßt alles. Ich begebe mich ans Schwimmbecken, denn da wird heute geschwommen.

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Ich schwimme mich ein bisschen ein, weil man das eben so macht und dann wartet meine Bahn geschlossen auf den Start. Ich bin mit lauter Cracks auf der Bahn und werde flott abgehängt. Im Schwimmen gewinne ich keinen Blumentopf, das war mir bereits vorher klar. Irgendwie habe ich es mit dem Schwimmen nicht so. Ich ziehe nicht richtig durch, meine Beine hängen durch und ich quäle mich. Gut, ist ja auch Wettkampf.  Quälen ist also ok. Aber am Schwimmen kann ich auf jeden Fall arbeiten.

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Irgendwann ist es tatsächlich dann auch bei mir soweit, dass der freundliche Helfer am Beckenrand mit der Badekappe wedelt und mir zuruft, dass das nun meine letzte Bahn sei. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, ich bin tatsächlich nicht die Letzte, die aus dem Becken steigt. Wahnsinn. Es geschehen also noch Zeichen und Wunder.

In der Wechselzone klappt mein Wechsel ganz hervorragend. Ich werde hier von allerlei Leuten beklatscht und angefeuert, und erkenne gar nicht alle. Anscheinend macht der Vereinsdress Laune? Oder es sind Leute hier, die ich nicht auf dem Schirm habe. Kann auch sein. Manche Stimmen erkenne ich auf jeden Fall nicht. Füße trocknen, Schuhe an, Brille auf, Helm auf, in die Nummer einsteigen und das Rad nehmen. Schon geht’s weiter.

Beim Radaufstieg klappt das Einklinken beim ersten Versuch, obwohl das nicht immer so ist, und schon bin ich auf der Strecke.

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Radfahren könnte meine neuen Paradedisziplin werden, eventuell. Falls ich mal eine Paradedisziplin entwickeln sollte meine ich nur. Ich verbringe 95% der Strecke auf dem Auflieger und trete voll rein. Die Position ist dank Radsport 360° super bequem und dank meiner neusten QRing- Investition habe ich auch richtig Vortrieb. In den U-Kurven gehe ich auf den Oberlenker und mache ordentlich Blickführung und schon sind die 20km auch wie im Flug vergangen. Kam mir gar nicht so lange vor. Also vielleicht doch Paradedisziplin?

Kurz vor dem Abstiegsbalken gehe ich wieder auf den Oberlenker und klicke dann aus. Ich steige ordentlich ab und dann jogge ich in die Wechselzone. Da ich bislang gar nicht gekoppelt habe, laufe ich ein bisschen eierig, aber das paßt schon. Rad hinstellen, Helm ab, Radschuhe aus und Laufschuhe an klappt prima. Dann noch mein Visor, dass ich im Laufen aufsetze, und schon bin ich auf der Laufstrecke.

Bei der Zeitmessung wird die Laufzeit später am verlässlichsten gemessen sein. In der Radzeit sind nämlich beide Wechsel mit drin. Aber vom Grundsatz her ist das auch egal. Bislang habe ich nicht das Gefühl, dass es besonders gut läuft. Aber ich habe Spaß und gebe alles und darauf kommt es an. Früher war das anders, heute haue ich einen raus.

Wir laufen drei Runden im Park und es gibt einen kurzen Zubringer, der dann auch wieder aus dem Park raus ins Ziel führt. Aber jetzt wird erst mal gelaufen.

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Ich habe mittlerweile meine Geschwindigkeit gefunden und pendle mich so bei knapp unter 6min/km ein. Manchmal geht’s etwas hoch, dann bin ich langsamer, manchmal läuft’s wie verrückt und ich bin viel schneller. Es läuft aber stetig gut. Ich sammle meine Rundenbändchen ein und auf einmal ist es dann tatsächlich auch soweit, dass ich ins Ziel abbiegen darf. Kurz davor schreit der Zeugwart, dass es jetzt Zeit für einen Schlußsprint sei und den mache ich dann auch tatsächlich noch.

Und dann laufe ich mit Tränen ins Ziel. Weil ich es geschafft habe. Der erste Triathlon nach meinem schweren Fahrradunfall, er ist geschafft. Ich bin tatsächlich im Ziel und habe jede Minute genossen (außer vielleicht das Schwimmen, aber ok). Ich muß erst mal ein bisschen weinen, weil ich überwältigt bin. Aber dann geht’s auch gleich wieder und ich gehe zum Vereinsstimmungsnest kurz vor dem Ziel. Alle sind noch da und gratulieren mir, weil ich eine tolle Zeit gemacht hätte. Und tatsächlich bin ich mit 1 Stunde 25Minuten nicht langsam gewesen und haben den 4 Platz meiner Alterklasse und den 22 Gesamtplatz gemacht. Also das ist doch wahrlich ein tolles Triathloncomeback, wenn auch im strömenden Regen.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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