Spiroergometrie – zweiter Versuch


Schon wieder ein Monat rum. Verrückt. Das ging ja flott. Gefühlt habe ich im Juni gar nicht so viel trainiert, tatsächlich auch nicht, aber immerhin habe ich einen ordentlichen Wettkampf gemacht. Das ist ja auch was wert. Ich freue mich immer noch total, wenn ich an meiner Medaille vom Ironman 70.3 Kraichgau vorbeigehe und das Eventshirt mit den Namen drauf ziehe ich auch immer noch sehr gerne an. Ist schon eine ziemlich tolle Idee, sowas zu verkaufen.

Auf meinem Trainingsplan steht heute die bereits angekündigte Leistungsdiagnostik. Der Trainer hat im letzten Jahr eine Spiroergometrie vorgeschlagen und weil’s so schön war, machen wir das heute gleich noch mal. Eine Spiro, wie die Profis sagen, mißt mit Hilfe einer Atemmaske die Zusammensetzung der Atemgase. Daraus schließt dann der, der das kann, ob man überhaupt und wie man am Besten trainieren kann um was auch immer für Ziele zu erreichen. Bei mir ist der mit der Ahnung mein Trainer von iQathletik. Sebastian begleitet mich seit 2013 mit Leistungsdiagnostiken und Trainingsplänen und ich bin stetig besser geworden. Scheint also was zu können, der Trainer. Oder wir zusammen? Manchmal muß man auch ein gutes Team sein, damit es klappt.

Pünktlich

Mit mir zusammen macht heute auch der Zeugwart eine Spiro. Eigentlich natürlich nacheinander, aber wir haben den Termin zusammen. Und weil der Teidestürmer heute Urlaub hat, eh mal wieder bei einer Spiro zuschauen wollte und gerne Sponserriegel zum Mittagessen ißt, erwartet er mich schon, als ich im alten Bahnhof in Rödelheim klingel. Ich bin überpünktlich und damit wir auch gleich starten können, ziehe ich mich flott um. Bei der Spiro wird auch der Puls erfasst und nachdem ich den Pulsgurt angelegt habe und der Trainer mich mit einer winzigen Maske ausgestattet hat, kann es auch schon los gehen. Natürlich nicht ohne Fanggurt, denn dieses Erlebnis sollte sich möglichst nicht wiederholen.

Während der Teidestürmer Platz nimmt und der Zeugwart in seine Klamotten springt um im Anschluß seinen Test zu absolvieren, zeigt mir der Trainer noch mal, wie der zu Beginn durchzuführende Lungenfunktionstest gemacht wird und dann sprechen wir kurz durch, was jetzt passiert. Ich habe das zwar schon mal gemacht, aber erinnern tue ich mich kaum. Ich laufe und atme, das weiß ich noch. Der Trainer sagt an, wann es schneller wird und er checkt immer mal die Lage. Ich sage dazu dann nichts, sondern mache ein Zeichen. Mehr gibt es in der Vorbereitung nicht zu sagen.

Los geht’s

Der Test beginnt mit stehen. Das ist prima und leicht zu machen. Dann geht es langsam mit gehen los und steigert sich. Die Geschwindigkeit wird alle 1,5 Minuten erhöht und alles klappt ganz hervorragend. Der Trainer motiviert mich mit Zwischenlob, obwohl mir jetzt nicht direkt was positives an „der Fettstoffwechsel ist immer noch an“ auffällt. Aber er meint es gut, zumindest interpretiere ich das jetzt mal so und freue mich deshalb.

iQathletik

Bei 11,5 km/h sagt der Trainer, dass er jetzt alles Wesentliche im Kasten hat und ich ihm anzeigen soll, ob ich die Stufe noch durchlaufen möchte. Ich starte sie zumindest und laufe auch eine gefühlte Ewigkeit, dann breche ich ab.

Zufrieden

Der Trainer ist zufrieden. Auf den ersten Blick sieht alles klasse aus, sagt er, noch ehe der Zeugwart auf das Laufband steigt. Natürlich gibt es nach dem duschen dann noch eine ausführliche gemeinsame Betrachtung. Wobei meine Betrachtung ja eher darauf beruht, was der Trainer sagt. Ich selbst schaue auf die Auswertung eher, wie eine Katze auf den Kalender. Interessiert, aber ohne Erfolg.

Auf dem Laufband zeigt uns der Zeugwart aber noch bevor ich duschen gehe erst mal, wo der Hammer heute aufgehängt werden muß. Er wetzt was die Schuhe hergeben und läuft und läuft und läuft. Der Zeugwart ist wirklich gut trainiert. Ich bin begeistert, weil er nämlich immer tief stapelt, und auch der Teidestürmer freut sich und hat mittlerweile tatsächlich sein komplettes Riegelmittagessen verdrückt. Ich bin allerdings nicht zur Essenüberwachung hier und konzentriere mich deshalb schnell wieder auf das Laufband. Der Zeugwart läuft mittlerweile 14,5km/h. Und da höre ich immer, dass er so langsam ist. Da stimmt doch was nicht.

Wissen ist Macht

Nachdem der Zeugwart auf dem Laufband auch ausgegangen ist, gehen wir beide duschen und dann zur Besprechung der Ergebnisse. Wer so langsam duscht, wie ich, ist dann auch gleich ausgewertet. Bei dem Wetter föne ich nämlich lieber die Haare, als mir eine Erkältung zu holen und das gibt dem Trainer natürlich etwas mehr Zeit, die ich nicht warten muß. Wir besprechen das Ergebnis am Computer und der Trainer sagt, dass mein Fettstoffwechsel meinen gesamten GA1 und GA2 Bereich aktiv funktioniert. Das sei gut, sagt er und ich wäre ganz ordentlich trainiert. Die Vergleichswerte soll ich mir lieber nicht merken, weil die nicht so realistisch sind, aber zufrieden sei er. Ich könnte im Vergleich zum letzten Jahr ein Km/h schneller laufen, bei gleicher Belastung, das sei ein ordentlicher Fortschritt, der ohne Training nie erreicht werden könnte. Wissen ist hier wirklich Macht, denn keine dieser Kurven sagt mir wirklich was.

Grillausklang

Nachdem wir also heute beide das Raumfahrtkommando auf dem Laufband gegeben haben und ab sofort mit neuen Pulswerten trainieren können, fahren wir zum einkaufen und bereiten den heutigen Abend vor. Der Windschattengeber, der Tonangeber und die Chefin kommen zum grillen vorbei, weil sie für den Ironman angereist sind und man ja Freitagabends auf jeden Fall etwas essen muß. Der Zeugwart macht Pulled Pork auf dem Grill und wir lassen es uns bei San Miguel,  in Erinnerung an unser Trainingslager, richtig schmecken.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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