Voll von der Rolle 2


Wir haben keine großen Pläne an Weihnachten und trotzdem sind wir voll im Stress. Das Fernsehprogramm ist, wie jedes Jahr, überragend, die sportlichen Vorsätze halten uns auf Trab und dann muß man ja noch den zahlreichen Einladungen gerecht werden. Damit wir nicht selbst essen kochen müssen, oder uns gar zu einsam fühlen, werden wir nämlich regelmäßig an Weihnachten zu Freunden eingeladen. Heute Mittag geht es zum Gansessen. Bewußt habe ich Gans noch nie gegessen, aber Rotkraut und Klösse kenne ich noch vom letzten Jahr, als bei einer ähnlichen Einladung ein Hase serviert wurde. Für mich ist das also auch immer mal ein experimentelles Weihnachten.

Weihnachtsessen

Da wir etwas später als normal aufstehen und dann zum Mittagessen eingeladen sind, schaffe ich davor keinen Sport. Aber der Zeugwart ist sportlich. Natürlich. Der Zeugwart ist diesbezüglich einfach disziplinierter als ich, manchmal zumindest. Für heute früh hat er sich einen genauen Zeitplan ausgearbeitet, der sich bis zum Mittagessen auf die Minute genau ausgeht. Ich mache mein Stabitraining, das mir der Aktive verordnet hat. So bin ich vor dem Gansessen wenigstens ein bischen sportlich. Kleinvieh macht schließlich auch Mist.

Die Gans schmeckt sehr lecker. Obwohl ich überrascht bin, wie groß so eine Gans im Ofen ist und wie wenig Fleisch sie dann tatsächlich zum Verzehr abwirft. Die Gans – Soße, die aus dem Geflügelfond selbst gemacht ist, schmeckt vorzüglich zu den Klössen und dem Rotkraut. Zum Nachtisch gibt es Eis und am Nachmittag, weil wir an Weihnachten ja noch nicht genug gegessen haben, noch die Reste des Mallorquinischen Mandelkuchens von Claude. Essen übrig zu haben, paßt so gar nicht zu Weihnachten.

Fahrrad fahren

Nachdem ich ein Weilchen Pause auf der Couch gemacht habe, entschließe ich mich dazu, den Ratschlag des Aktiven anzunehmen und es mal mit der Rolle zu probieren. Warum auch nicht? Schon die Montage des Rädchens auf der Rolle kostet unheimlich viel Kraft. Ich muß den Schnellspanner wechseln, weil er noch aus dem Kraichgau im Wettkampfmodus ist, dann muß ich die Reifen aufpumpen, weil sie seit Juli ja nicht mehr aktiv waren und dann brauche ich erst mal eine Pause. Aufpumpen ist extrem anstrengend. Unfassbar.

Es ist auch auf der Rolle unheimlich anstrengend. Ich könnte nach 5 Minuten schon wieder absteigen. Aber für 5 Minuten lohnt sich das ja wirklich gar nicht. Und der Zeugwart hat erfreulicherweise Sissi im TV entdeckt. Also muß ich ja etwas länger rolle fahren, denn ich muß ja wissen, ob die junge Prinzessin den Kaiser heiratet und was mit dem Tanz und dem Ludwig ist. Außerdem wäre es unverzeihlich, wenn ich nicht wüsste, wo die vielen Tiere in der Wiener Hofburg wohnen. Ich schaffe mit dieser zusätzlichen Sissimotivation tatsächlich eine Viertel Stunde. Verrückt.

Wegen 15 Minuten hätte ich mich früher nicht angezogen. Und heute? Heute steige ich vollkommen durchgeschwitzt und ziemlich fertig vom Fahrrad. Aber ich steige runter. Und das ist doch ganz gut.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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