Therapieerfolg 9


Manchmal ist es wie verhext und dann läuft wieder alles ganz locker. Ich habe derzeit eine recht lockere Zeit. Mein Orthopäde ist mit der Heilung sehr zufrieden, und teilte mir bei meiner letzten Vorstellung mit, dass alles prima ist und ich einfach zu ungeduldig sei. Das kennt er von Triathleten und ich würde da 1:1 ins Schema passen. Ich soll mich einfach etwas entspannen und der Sache weiterhin Zeit geben. Mit den allseits bekannten Floskeln wie „gut Ding will Weile haben“ und „das wird wieder“ hat er mich in die nächste Heilungsphase entlassen. Fortwährendes Athletiktraining zusammen mit Reha Sport und Physiotherapie sollen mich jetzt, gute 6 Monate nach dem Unfall, wieder herstellen. Und dann kann ich nur noch selbst an der Kondition weiterarbeiten. Irgendwann sind dann eben alle therapeutischen Maßnahmen am Ende und man muß selbst aktiv werden.

Trainerfreude

Gut, dass ich die Aktivität die ganze Zeit nicht aufgegeben habe. Wenn alles therapeutische wegfällt, dann werde ich also mehr Freizeit haben, und die kann ich dann wieder ganz konkret für das Triathlontraining verwenden. Einem Trainer muß ich diesbezüglich allerdings noch nicht Bescheid geben, das wird noch ein bischen dauern. Und ob dann überhaupt ein Trainer Lust hat sich dem konditionslosen Triathletenkörper anzunehmen werde ich dann sehen, wenn es soweit ist. Der Arzt ist auf jeden Fall guter Dinge und freut sich über den Heilungserfolg.

Antanzende Berufswahl

Heute führt mich mein Weg vor der Arbeit mal wieder zur Physiotherapie. Hier bekomme ich gefühlt auch zu jeder Tageszeit einen Therapietermin. Physiotherapeuten sind immer am arbeiten, so zumindest kommt es mir vor. Egal ob ich abends spät nach der Arbeit oder morgens früh vor der Arbeit hier antanze, es ist immer schon jemand da, die Therapieräume sind belegt und auch an den Geräten im Reha-Sport Bereich wird fleißig gesportelt. Augen auf bei der Berufswahl kann ich dazu nur sagen. Wirklich faszinierend, wie man der heutigen Gesellschaft, mit ihren lang im Büro sitzenden Managern so gerecht wird, oder werden muß. Ich bin heute wieder etwas früher als bestellt da, denn vor der Physiotherapie mache ich die verordneten Geräteübungen. Dafür brauche ich keine Aufsicht, deshalb gibt es die zusätzlich zur eigentlichen Therapie.

In aller Ruhe setze ich die Anweisungen des Aktiven heute um und schaffe im stehen hier und heute ähnliche Wiederholungsanzahlen, wie zu Hause auf der Matte vor dem Fernseher. Hier führe ich die Übungen deshalb so präzise aus, weil ich ja schließlich jederzeit damit rechnen muß, dass der Aktive um die Ecke biegt. Ist ja schließlich sein Territorium und da will ich mir auf keinen Fall nachsagen lassen, dass ich schludere, oder, dass ich es immer noch nicht verstanden habe. Habe ich nämlich mittlerweile!

Arbeitsloser Stressball

Die eigentliche Physiotherapie kann ich heute gut ohne Stressball vertragen. Klar zwickt und zwackt es manchmal, aber im Vergleich zu letzter Woche und jeder Woche davor, ist die Therapie heute ein regelrechter Wellnessausflug. Der Aktive scheint sich zwar redlich zu bemühen schmerzhafte Stellen zu finden, aber so richtig fiese sind heute nicht dabei. Wird hier womöglich mein Trainingseifer belohnt? Das kann ich mir so ja eigentlich kaum vorstellen. Wie so oft, bleibe ich bis zur letzten Minute skeptisch und wachsam. Denn wenn der Schmerz kommt, dann tut er das meistens kräftig und unnachgiebig, unvorbereitet nimmt mir das dann oft die Luft. Heute passiert nichts dergleichen. Der Aktive findet, dass das eine gute Entwicklung ist. Zwar habe ich mein ISG wieder ausgehebelt und muß weiterhin an der Stabilität arbeiten, aber da ich sowieso mein Athletiktraining mache, ist das da einfach mit drin. Wenn es nur das ist.

Ist es aber nicht. Der Aktive verordnet eine Fortführung der Hausaufgaben, wie gehabt und sagt ausdrücklich, dass sich jetzt kein Schlendrian einnisten soll. Es scheint zwar, als wäre ich auf einem guten Weg, aber jetzt darf ich mich nicht auf dem Erfolg ausruhen. Das Training wird also weitergemacht. Ich gehe aber heute zum ersten Mal seit Beginn unserer Therapie ohne Schmerzen heim. Das ist ein Grund zum feiern.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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9 Gedanken zu “Therapieerfolg

  • Helge Orlt

    Ist der Unfall echt schon 6 Monate her? Wow, die Zeit vergeht so rasend schnell.
    Aber es hört sich doch alles sehr gut an.
    Gute Fortschritte würde ich sagen 🙂
    Und glaub mir, je weniger Kondition der Triathlonkörper hat, um so größer ist die Herrausforderung für den Trainer. Die werden sich wahrscheinlich um dich streiten 🙂
    Weiterhin so gute Fortschritte und immer schön dran bleiben.
    Liebe Grüße
    Helge

    • Clauditries Autor des Beitrags

      Deine Kommentare filtert das System immer raus, so dass ich sie manuel genehmigen muß. Ich beschäftige mich am Wochenende damit mal genauer und hoffe, ich komme der Sache auf die Spur.
      Ich bin mir sicher, dass es nicht an Dir liegt. 😉
      Viele Grüße,
      Claudi

  • Karina

    Liebe Claudi,
    es freut mich immer wieder, von deinen Fortschritten zu lesen. Ich glaube, keiner von uns kann sich annähernd vorstellen, wie es ist über einen so langen Zeitraum nicht sporteln zu dürfen oder zu können. Über mein ISG denke ich inzwischen gar nicht mehr nach. Es ist halt mal so und mal so.
    Ich wünsche dir weiterhin so viel Geduld und gute Laune.
    Liebe Grüße
    Karina