DownMall Frankfurt im MyZeil


Nachdem wir die Hausarbeit heute erfolgreich hinter uns gebracht haben, wollen wir noch nach Frankfurt. Heute gibt es im MyZeil, einem großen Einkaufszentrum in der Stadtmitte, eine recht besondere Attraktion, die sich downmall nennt. Mountainbikefahrer nutzen die Rolltreppen und allerlei Hindernisse statt einkaufen zu gehen. Ich kann mir das nicht so recht vorstellen, wer würde schon eine Rolltreppe hinunterfahren?

#downmall

Wir fahren trotzdem hin. Es klingt schließlich ganz spanend. Im MyZeil angekommen sehen wir den ersten Mountainbiker bereits im Parkhaus. Anscheinend gibt es mehrere Runden und dieser Teilnehmer hier, ist bereits ausgeschieden. Er wirkt zumindest nicht besonders zufrieden mit sich und dem Rad. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden und es gibt sicherlich ein nächstes Mal.

Im MyZeil ist es proppe voll. Nicht nur der übliche Samstagsansturm von Einkaufswilligen, sondern auch viele sportinteressierte. Wir laufen offensichtlich erst mal in Richtung Ziel, unbewusst, weil wir keine Ahnung haben, was genau passiert. Da aber alle nach oben schauen, auf den Beginn der hier endenden, angehaltenen Rolltreppe, schaue ich ebenfalls mal hoch. Ist so ein Massenphänomen, wenn alle hochschauen, warum sollte ich es nicht sehen wollen? Ich schaue also hoch und erschrecke mich fast zu Tode, als mir ein Mountainbiker in einem Affenzahn entgegenspringt. Der junge Mann ist ja verrückt. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Der Schrei

Alle um mich rum starren mich mitleidig an. Offenbar gab es einen kurzen Aufschrei aus meinem erschreckten Körper? Dem jungen Mann ist glücklicherweise nichts passiert und er wird für seine Geschwindigkeit ausgiebig gelobt und von der Menge mit einem tosenden Applaus gefeiert. Nachdem mein Puls sich normalisiert hat, fahren der Zeugwart und ich mit der Rolltreppe nebendran nach oben. Alle Rolltreppen die runter fahren, sind heute ausschließlich den Mountainbikern vorbehalten. Schon in Whistler fand ich die Manöver, die für die Ausübung dieser Sportart ganz offenbar dazu gehören, halsbrecherisch. Aber ich kann ja noch nicht mal ordentlich Rennrad fahren, ohne mich auf die Schnauze zu legen, von daher sollte ich wohl besser über andere Sportarten nichts schreiben.

Soweit ich das hier sehen kann, gibt es ganz oben eine Halfpipe, auf der ebenfalls Kunststücke vollbracht werden, die mir unvorstellbar erscheinen. Was manche Menschen mit Höhe und Fahrrädern machen können finde ich wirklich extrem beeindruckend. Durch das komplette MyZeil ist dann ein Parcour abgeteilt worden, der nicht nur die Rolltreppen einbezieht, die für mich bereits Hindernis genug scheinen, sondern es gibt auch noch Säulen, Sitzsteine und enge Kurven, damit es den Fahrern nicht langweilig wird. Alle Sportler hier sind Herren, zumindest die, die wir ansehen. Wahrscheinlich kann man Frauen nicht in einem Einkaufszentrum fahren lassen? Wir würden wohl eher für die schönen Läden, die schicken Schuhe, die Sonderangebote oder einen leckeren Milchkaffee anhalten und die Rolltreppe Rolltreppe sein lassen, und das Rädchen abstellen.

Mountainbike in einem Einkaufszentrum scheint mir also ein reiner Männersport.

Wir wechseln drei mal den Zuschauerplatz, treffen einige Bekannte und staunen nicht schlecht, was die Fahrer hier so an Gummi auf den MyZeil Boden kleben. Kurventechnik ist ja bislang nicht so meine Spezialität, aber hier verstehe ich genau, was der Zeugwart immer mit seinen Ratschlägen meint, dass man dahin fährt, wo man hinschaut. Was er sagt, hat wirklich Hand und Fuß. Und so eine Schräglage ist auch beim Fahrrad fahren gar nicht so schlimm.

Für ordentliche Fotos sind die meisten Fahrer mir zu schnell, die bunten verwischten geisterhaften Schatten zeigen trotzdem ganz gut, wie flott man in so einem Einkaufszentrum mit dem Rad unterwegs sein kann, wenn man das möchte. Ich bin allerdings froh, dass der Zeugwart zustimmt, dass er sein Mountainbike bei unserem nächsten Besuch in Frankfurt trotzdem daheim läßt. Nicht, dass er auch noch beginnt eine Rolltreppe runter zu fahren…

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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