Sportliche Mittagspause


Schon gestern habe ich eine gepackte Sporttasche mit ins Büro genommen, zur Sicherheit, falls ich mal wieder laufen gehen möchte. Obwohl es eigentlich keine Frage von Wollen ist, ob ich laufen gehe oder nicht. Es ist mehr eine Frage des Könnens und natürlich der Vernunft. Will ich die Schmerzen riskieren, oder will ich das nicht? Der Reha Sport läuft ja eigentlich ganz gut in der letzten Zeit, so dass ich finde, ich könnte mal wieder einen Lauftest machen. Natürlich nicht gleich übertreiben, aber auch nicht einfach nur walken gehen.

Sonne pur

Außerdem lockt mich das gute Wetter. Es ist zwar knackig kalt, aber wirklich toll sonnig in den letzten Tagen und es wäre irgendwie auch blöd, das nicht auszunutzen. Natürlich könnte ich auch eine Runde Walken gehen… aber laufen ist einfach schöner. Und natürlich sportlicher. Der Aktive hat ja sowieso zu Lauftraining geraten. Ich soll laufen hat er gesagt, mit dem ISG Gurt und nicht zu lahm. Ich ziehe mich also um, und schon geht’s los. Meine Kollegin, die Tierliebe, kommt mit. Sie geht nicht oft laufen, ist aber ganz gut trainiert. Ich sende zwei Kollegen meinen Garmin Live Track, damit sie uns finden können, falls wir verloren gehen.

Verfolger

Wir laufen langsam. Wirklich langsam, aber gleichmäßig. Anfangs fällt es mir schwer, dann könnte ich locker schneller, aber die Tierliebe bleibt etwas zurück und mein Puls ist auch etwas zu hoch. Also langsam weiter. Der Weg ist uneben, die Sonne brennt, es windet nicht und wir plaudern fröhlich vor uns hin, während wir tatsächlich einen Kilometer nach dem anderen hinter uns lassen. Kreuz und quer durchs Feld, über dreckige Wege, Querfeldein, wir lassen uns durch nichts aufhalten und sind baff, als meine Uhr uns auf einmal zuruft, dass wir mittlerweile bereits 4km unterwegs sind.

Wunder geschehen

Da ich bislang immer nur laufen und gehen im Wechsel gemacht habe, hätte ich nicht gedacht, dass wir überhaupt 1km am Stück weit kommen. Und dann noch über dieses unruhige Terrain. Unfassbar. Ich habe zwar des Gurt des Aktiven angelegt, aber wer denkt denn sowas? Wunder gibt es immer wieder, aber ich bin zurückhaltend. Aber ich habe keine Schmerzen. Das ist es was zählt. Die Tierliebe möchte plötzlich den letzten Rest zurück zum Büro gehen. Ihr ist schwindlig. Oh je. Auf einmal bin ich noch mehr als vorher davon überzeugt, dass so ein Live Track unbedingt genutzt werden sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Töricht unterwegs zu sein und im Ernstfall dann auch noch beschreiben zu müssen, wo man ist, statt einfach die Karte zu nutzen.

Schmerzfrei

Ich spule meine Möglichkeiten ab. Was mache ich denn jetzt bloß, wenn die Tierliebe umkippt? Im Kopf mache ich mir schon mal einen Ablaufplan. Erfreulicherweise sind wir dann aber doch kurz danach gemeinsam, aufrecht, zurück am Büro und die Tierliebe packt erst mal Flüssigkeit und Zucker in ihren Kreislauf. Ich berichte kurz von unserem Lauf und dass ich schmerzfrei bin, was ja der eigentliche Erfolg ist und dann nehme ich mir auch mein Essen aus dem Kühlschrank. Heute gibt es Salat aus dem Glas. Gleichzeitig prüfe ich schon mal flott, wer so alles in der Mittagspause etwas von mir wollte.

Unfassbar

Bei Betrachtung meines Email Posteingangs (der vor meinem Lauf komplett aufgeräumt war) mit 26 ungelesenen Nachrichten wundere ich mich, dass wir entweder noch langsamer waren, als ich sowieso schon das Gefühl hatte, oder ich doch wichtiger bin, als gedacht. Beides hätte ich ungern. Trotzdem warten hier 26 Nachrichten.

Die Tierliebe geht heute zuerst duschen. Sie fühlt sich überhaupt nicht wohl und verabschiedet sich nach der Dusche flott nach Hause. Ich bin wirklich bestürzt. Und meine männlichen Kollegen klatschen mich ab, weil ich sie so fertig gemacht habe. Dabei hat das Laufen damit nichts wirklich zu tun… wer sich schon vorher nicht besonders gut fühlt, macht es halt durch laufen nicht besser. Ich denke, sie brütet etwas aus. Das ist allerdings als Erklärung für uns alle längst nicht so cool, wie die, dass ich einfach viel zu fit bin.

Zurück

Was ja per se schon mal ein großer Witz ist. Vor allem bei dem heutigen Schnitt. Aber so isses eben, wenn man im Sportbereich arbeitet.

Als ich dann auch mit dem Duschen durch bin und mich später durch den mittlerweile auf 30 ungelesene Emails angewachsenen Posteingang gewühlt habe, habe ich einen wirklich erfolgreichen, sehr produktiven, Nachmittag. Und weiterhin praktisch keine Schmerzen. Laufen in der Mittagspause, ich bin wieder da. Langsam und mühevoll, aber das ist für das wieder da sein egal.

Da ist eben da. Darauf kommt es an.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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