Irgendwie doch Espresso 2


Unsere Cappuccino Gruppe erfreut sich heute auf dem Weg zum Schwimmbad im Club Pollentia wachsender Beliebtheit. Wir begrüßen Emily Erdbeer, die Heldin meiner Kindheit, in unserer Gruppe und sie ordnet sich auch gleich entsprechend ein. Kleidungsmäßig ist sie sogar etwas cooler als ich sie in Erinnerung habe. Zusätzlich zu ihr, gesellt sich auch noch der Zerstörer hinzu.

Wir fahren also zu siebt in geordneter Formation in Richtung Club, erfreuen uns einer angenehmen Geschwindigkeit auf der Schilfstrasse und weil wir heute mit dem Jill unterwegs sind, bekommen wir für diese 30km auch die besten Handzeichen, die wir seit Jahren gesehen haben.

Engelsgleiche Zeichen

Ich fahre hinten, halte einen angenehmen Abstand und kann trotzdem Jill’s Zeichen sehen. Sie ist einfach wunderbar. Wir fahren auch durch die Ortschaften mit angenehmer Geschwindigkeit und außer, dass mich ein anderer Radfahrer im Kreisel schneidet, passiert nichts aufregendes. Der Herr bekommt von mir selbstverständlich gleich eine kurze Lektion im mallorquinischen Straßenverkehrsrecht, denn im Gegensatz zu ihm, habe ich mich auf solche Begegnungen vorbereitet. Nachdem er in meinen Augen ausreichend belehrt ist, tauschen wir noch ein paar Belanglosigkeiten aus und dann kommt auch schon sein Kumpel näher und er verabschiedet sich. Klar, nicht dass er den Windschattenanschluß verpasst.

Frühstücksfrage

Der Gesetzeshüter gibt Gummi und noch bevor wir den Club erreichen stelle ich fest, dass ich ihn dringend auf sein Frühstück ansprechen muß. Ich weiß gar nicht, was da jetzt auf einmal passiert ist. Es muss am Frühstück liegen. Im Club werden die Gruppen nun dem Wasser zugefüht. Der Zeugwart und ich bleiben selbigem fern. Ich kenne meine Grenzen und heute fahren wir ja auch noch ein weiteres Stück mit dem Rad, da bringt es nicht, mir erneut die Lichter auszuschießen. Eine kleine Kerze sollte heute bei der Ankunft daheim schon noch brennen können.

Nach dem Schwimmtraining haben wir auf einmal noch weiteren Zuwachs in unserer Cappuccino Gruppe und zusätzlich wurder der Guide ausgetauscht. Gestern haben wir den Tonangeber fertig gemacht, so dass er beim Eis (was uns verweigert wurde) auf uns warten musste, heute übernimmt uns wieder der Physio, weil Jill das Ausscheidungsrennen durch die Schilfstrasse anscheinend zu anstrengend fand.

Werbung wirkt

Der werbende Ruf scheint uns voraus zu eilen? Oder will einfach jeder mal mit den wirklich Coolen fahren? Galadriel ordnet sich als wir heute vom Club aufbrechen, gleich vorne im Wind, neben dem Physio, ein. Sie kann eigentlich viel schneller fahren und opfert sich deshalb für die Gemeinschaft. Offensichtlich ein guter Zugewinn für unsere Gruppe. Wir fahren ganz angenehm gegen den Wind in Richtung Cala de St. Vincent. Es geht leicht wellig und mit Wind durch die Gärten, wir genießen die Landschaft und als sich der Ausblick auf die Bucht öffnet ist Urlaub pur angesagt. Der Anblick ist gigantisch, das Wasser türkis, wie man es sich eben so vorstellt, und schon beim anfahren auf die Terrasse kann man den Mandelkuchen riechen.

Wir machen eine ausgiebige Pause und genießen den Urlaub. Nach einem sehr leckeren Stück Mandelkuchen und einem Überraschungstreffen mit zwei Bekannten aus dem Rhein-Main-Gebiet, satteln wir die Hühner und fahren zurück in Richtung Finca. Wir fahren gegen den Wind und ich kämpfe mich so durch, wie es eben geht. Mein Garmin zeigt teilweise 15km/h und ich trete wirklich voll rein. Das Ding wird doch nicht schon gleich kaputt sein?

Verarbeitung gehört dazu

Mit dem Wind ist mir auch der Radweg zu eng, die Böschung zu tief und die Abstände zu gering. Ich halte mich zurück und fahre hinten, oder halte zumindest so viel Abstand, dass mein Kopf den ok findet. Ist irgendwie ganz schön, wenn der Kopf auch mal der limitierende Faktor ist und nicht nur die Kondition. Obwohl ich auf einen limitierenden Faktor ja generell auch verzichten könnte. Während ich also so durch die Ländereien gurke und meine Gedanken sich mal wieder um das „was wäre wenn“ drehen, arbeite ich mich an den Rest der Gruppe vor und wir absolvieren die letzten Kilometer alle gemeinsam. Ich werde dafür plädieren, dass die Cappuccinogruppe in dieser Zusammenstellung ausschließlich als Espressogruppe geführt wird. Die Hübsche legt mittlerweile auch so ein spritziges Tempo vor, unfassbar.

Gut, dass wir morgen Ruhetag haben. So könnte ich eine Abstimmung zur Namensänderung der Gruppe einleiten. Oder ich strenge mich einfach etwas mehr an. Beides würde gehen.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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2 Gedanken zu “Irgendwie doch Espresso

  • Helge Orlt

    Liebe Claudi,
    die Cappucino Gruppe ist meistens die beliebteste. In allen anderen ist es meist so stressig 🙂
    Und das was du schreibst, bestätigt das ja nur. Alle wollen irgendwann in die Cappucino Gruppe.
    Ich finde es großartig wie du dich wie auf das Rad setzt und ich denke es ist mehr als normal, das du manchmal halt eben noch Gedanken an den Unfall hast. Bei schwierigen Bedingen, zum Beispiel Wind, ist das besonders gut zu verstehen.
    Echt Hut ab wie du dich da durch kämpfst 🙂
    Liebe Grüße und noch schöne Tage auf der Insel
    Helge