Auf zu Canyon 4


Der Zeugwart hat sich erkundigt und auf der Suche nach einem neuen Rennrad natürlich auch den Hersteller Canyon ins Visier genommen. Jan Frodeno und Nairo Quintana fahren Canyon, und der Flitzer ebenfalls. Der Showroom ist in Koblenz und warum sollte man nicht alle Möglichkeiten ausloten? Canyon hat außerdem gerade eine Serie speziell für Damen rausgebracht, die kleine Rahmen mit perfekter Geometrie verspricht und zusätzlich noch leicht gebaut ist, weil Frauen halt leichter sind, als Männer.

Ab in die Fahrrad Schlucht

Kurzum, wie fahren heute nach Koblenz und wollen zeitig da sein. Samstag ist bei Canyon wohl immer eine Menge los, sagt man und deshalb ist früh da sein ganz gut. Um 8:55h fahren der Zeugwart und ich auf den Parkplatz. Vor der noch verschlossenen Tür zu dem riesigen Glaskasten stehen bereits 10 Leute. Haben sich wohl noch mehr Leute auf das früh dasein eingeschossen? Ich stelle mich mal dazu und erfreulicherweise geht die Tür dann auch gleich auf. Die 10 Herren, die vor mir da waren, stürmen Canyon, als wenn es woanders keine Fahrräder gäbe und verteilen sich auf wundersame Art und Weise im Gebäude, so dass der Zeugwart und ich das Gefühl haben, dass wir hier ganz alleine sind.

Wir bestaunen die Räder von Quintana und Frodeno, die im Eingangsbereich in Glaskästen ausgestellt sind. Dann bewegen wir uns am hauseigenen Café vorbei in die schier endlos scheinende Welt der Zweiräder. Von Mountainbikes über Rennräder zu Zeitfahrmaschinen… hier steht alles zum bestaunen parat. Ich habe mir aus dem Eingangsbereich einen Pass mitgenommen und bereits kurz überflogen. Drin steht, dass ein Berater auf mich zukommt und ich mich einfach mal umsehen soll. Das klappt bei uns ganz prima. Der Zeugwart findet die Rennräder und sogar eines aus der neuen Serie und wir schauen uns um.

Unsere Zeit mit Campino

Und schon kommt Campino. Campino sieht aus, als hätte er schon jede Menge verrückte Sachen in seinem Leben gemacht. Sein einer Ohrring ist eine Fliege in Glas gegossen. Campino steht vor mir, begrüßt mich und ich teile ihm einfach mal mit, was uns hergeführt hat. Wir gehen die wichtigsten Punkte durch, die mein neues Rad haben sollte, außer cool aussehen natürlich. Das ist ihm ohnehin klar. Scheibenbremsen und elektronische Schaltung kann er aber natürlich nicht ahnen. Hellseher ist er nicht. Nachdem wir ein bischen gesprochen haben verschwinden wir in der Vermessungsstation und Campino nimmt mir erst mal die Illusion richtig groß zu sein.

Aber, weil er ein Guter ist, stellt er gleich fest, dass ich wirklich sehr lange Beine habe. Natürlich. Wer mich kennt, weiß, dass ich weder mit Körperlänge noch mit Beinlänge gesegnet bin. Aber Campino haut noch einen raus und sagt, dass ich, was meine Beine angeht, wirklich im überdurchschnittlichen Längenbereich liege und er einen perfekten Rahmen für mich hat. Nicht nur die neuen Damenrahmen, sondern auch ein bereits länger existierender Unisexrahmen sind perfekt auf mein Arm-Bein-Oberkörperverhältnis angepaßt und er biete an, dass ich gleich mal ein paar Räder Probe fahre.

Ich ziehe mich um und er montiert die passenden Pedale zu meinen Schuhen und schon kann es losgehen. Ich bekomme natürlich auch noch eine kurze Einführung. Campino ist es offenbar gewöhnt auch mit ahnungslosen seine Zeit zu verbringen. Ich fahre ein Ultimate Probe. Mit Scheibenbremsen und elektronischer Schaltung. Respekt. Das Rad und ich kommen sofort gut zurecht und es zieht regelrecht nach vorne. Das Rad wiegt auch praktisch gar nichts, zumindest kommt es mir so vor. Der zweite Rahmen, den ich fahre, ist ein Endurace. Das ist im Gegensatz zum Ultimate ziemlich behäbig und kommt kaum voran. Campino ist über dieses Urteil geschockt. Über das Endurace hat das noch niemand gesagt, behauptet er. Höchstwahrscheinlich hat er noch niemandem vorher das Ultimate und im Anschluß das Endurace gegeben zum fahren?

Ultimate

Mein Urteil ist auf jeden Fall klar. Nachdem Campino die Räder wieder verstaut hat gehen wir noch die Farbvarianten durch und wie man so ein Fahrrad dann im Endeffekt bekommt. Und dann sind fast zwei Stunden auch schon vorbei und wir entlassen Campino zum nächsten Canyon Kunden. Es ist mittlerweile wirklich viel los und die Beratungswilligen bekommen am Eingang Buzzer um dann, wenn ein Berater frei ist, angebuzzert zu werden. Der Zeugwart und ich trinken noch einen Kaffee, stöbern dann noch durch das Angebot an Klamotten und Zubehör und kaufen noch ein Geschenk für die Hübsche. Die hatte nämlich Geburtstag und wir haben zwar gratuliert, aber sind irgendwie nicht dazu gekommen ihr ein Geschenk zu machen. Perfekt also, dass wir hier etwas finden.

Fazit

Wenn Ihr auf der Suche nach einem Rad seid, dann kann ich Euch einen Besuch bei Canyon wirklich ans Herz legen. Ich gehe nicht davon aus, dass Campino ein Einzelfall ist, sondern dass alle Berater hier so sind, wie er. Super geschult, nett und hilfsbereit, sowie natürlich sehr auskunftsfreudig. Man hat hier irgendwie so ein Gesamterlebnis und kann hier gut mal einen Samstag Vormittag verbringen. Nur der Frodissimo Espresso von Jan Frodeno, der hier im Café serviert wird, der ist wirklich extrem stark.

So wird’s gemacht

Auf unserem Heimweg liegt außerdem das Outlet in Montabaur, was uns, die wir immer auf der Suche nach Sportklamotten sind, natürlich entgegenkommt. Wir legen also einen kurzen Shoppingstopp ein, werden aber am Abend durch die Provinzlerin aufgeklärt, dass wir unseren Outletbesuch offenbar nicht richtig genutzt haben. Sie hat kürzlich in Herzogenaurach 6 paar Schuhe gekauft! Und das war noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Ich falle heute Abend sowieso fast vom Glauben ab, die Provinzlerin macht täglich Sport und die Wochenenden sind bereits lange im Voraus mit Wettkämpfen verplant. Wenn ich ihr das vor zwei Jahren gesagt hätte, dann hätten wir beiden ziemlich viel zu lachen gehabt.

Ich falle heute mit vielen Eindrücken ziemlich müde ins Bett. Morgen treffen wir uns mit dem besten Verein der Welt zum radeln.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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4 Gedanken zu “Auf zu Canyon

  • Helge Orlt

    Liebe Claudi,
    ein neues Fahrrad ist immer was feines. Hast du dir denn jetzt das Rad bestellt?
    Warum willst du eigentlich bei einem Rennrad Scheibenbremsen?
    Also nicht nur das Scheibenbremsen am Rennrad optisch meiner Meinung nach nicht passen, auch bringen die ja alle Probleme, die man seit Jahren mit Scheibenbremsen am MTB kennt, damit auch ans Rennrad. :-)))
    Der Reifenwechsel wird komplizierter, die Scheibenbremsen geben ständig Quitschgeräuche von sich wenn sie nicht perfekt eingestellt ist und man braucht weniger Kraft zum Bremsen, dadurch wird es einfach gefährlicher.
    Also ich würde mir eher auf mein MTB wieder Felgerbremsen montieren als andersrum :-)))
    Aber zum Glück sind da ja alle Menschen anders. 🙂
    Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, wie dein neues Rad aussehen wird 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Clauditries Autor des Beitrags

      Hallöle Helge!
      Nein, bislang habe ich mir noch kein Rad bestellt. Ich möchte noch ein weiteres Probe fahren. Scheibenbremsen möchte ich, weil ich mit der Zeit gehen möchte. Sie sind deutlich leichter zu bedienen, bei Handgröße 6. Über Probleme habe ich bislang noch nichts gehört, wahrscheinlich, weil ich kein MTB fahre? Was gibt es denn da so für Themen?
      Ich bin auch schon gespannt, was für ein Rad es dann wird.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

  • Die Provinzlerin

    Hahahaha…recht hat Sie mal wieder :-).
    Es war wieder wunderbar bei euch und meine beiden neuen Trinkflaschen sind bereits im Einsatz! (Die Claudi und der Zeugwart haben nämlich eine riesige Trinkflaschensammlung…total super, besonders wenn man darin stöbern darf und welche geschenkt bekommt !!!)