Wenn es das Wir ist, das zählt


Die Nacht war kurz und weil wir heute zum Start der RTF  mit den Rädern fahren, steht der Wecker, wie gestern und schon die ganze Woche über auch, auf der normalen Arbeitsuhrzeit. Ich frage mich, wann ich an einem Sonntag mal wieder ausschlafen werde? Heute muß ich mich mit dieser Frage allerdings nicht beschäftigen, denn heute ist es sowieso nicht der Fall. Wir gehen pünktlich runter, die Räder sind flott aufgepumpt und wir fahren durch den wirklich sehr frischen Morgen zur Köhler Küsse Fabrik und gleich im Anschluß in Richtung Start.

Wir treffen drei Mitfahrer noch vor dem Start und fahren dann alle gemeinsam zur Anmeldung. Hier finden sich die nächsten drei Mitradler ein und so starten wir in einer recht großen Gruppe gemeinsam und pünktlich wie verabredet, in den Radlersonntag. Die Schilder, die uns den Weg weisen, sind erfreulicherweise mit „Radler Tour“ beschriftet, so dass ich mich durch zu viel Sportlichkeit nicht gestresst fühlen muß. Wie immer, wenn wir uns treffen, haben wir viel zu erzählen und so vergehen die ersten Kilometer wirklich wie im Flug.

Ich komme gut mit, obwohl mir der gestrige Ausflug und die stressige Woche doch ganz schön zugesetzt haben. Madita und Lisabet geben vorne das Tempo vor, als Ironman Athletinnen in Frankfurt in diesem Jahr, sind sie bereits wirklich fit und geben so heute mehrfach bereitwillig Windschatten. Als Triathlet hängt man ja nicht im Windschatten, als Rennradfahrer ohne Kondition allerdings schon. Ich fühle mich heute nicht schlecht dabei und hänge mich bereitwillig rein. Die Vereinsmädels klotzen ordentlich ran. Die Schwimmer sind ebenfalls nicht klein zu kriegen und der Fremdvereinsfan ist nicht nur im Schwimmen geschwindigkeitsmäßig vorne, sondern auch beim radeln.

Die RTF sind wir im letzten Jahr schon mal gefahren. Damals waren wir mit den Männern unterwegs und ich kann mich nicht an alles erinnern, aber deshalb gibt’s ja glücklicherweise den Blog. Die Tour war im letzten Jahr total super, soviel ist sicher. Dieses Jahr schließen wir nahtlos an. Die Zeit bis zur ersten Verpflegungsstelle vergeht tatsächlich wie im Flug. Noch vor der Abfahrt hatte ich zum Zeugwart gesagt, dass wir diese Woche sicherlich nicht ganz so schnell unterwegs sein werden, weil als große Gruppe und mit den Vereinsmädels einfach keine Höchstgeschwindigkeit gefahren wird. Aber ich habe eben einfach keine Ahnung.

An der ersten Verpflegungsstelle legen wir Armlinge ab und Madita zieht ihre Beinlinge aus. Ich ziehe meine Kniebandage an und nachdem ich noch ausreichend Verpflegung eingefahren habe, geht’s auch schon weiter. Ab in den Odenwald bzw. zumindest in die Ausläufer des Odenwaldes. Der erste Anstieg kommt und ich bin sehr froh, dass mir die letzte Woche eine Lehre war! Richtig zu essen und sich ausreichend zu verpflegen ist wirklich Gold wert. Wahrscheinlich wiege ich am Ende der Tour 16kg mehr als am Anfang, aber wenigstens falle ich nicht halbtot vom Rad.

Am ersten Anstieg habe ich stark zu kämpfen. Die austrainierten Athleten sind einfach viel fitter als ich und so krebse ich ganz am Ende und vollkommen aus der Puste rum. Aber der Fremdvereinsfan ist bei mir und feuert mich an. Der muß auch eine Wahnsinnskondition haben, dass er mich noch so unterstützen kann, obwohl es immer nur Berg auf geht. Obwohl ich kaum Puste habe um ihm das zu sagen, weiß er anscheinend genau, wo Unterstützung gut tut, und wo nicht. Oben angekommen nutze ich die Verschnaufpause und nach einer kurzen Erholung, geht’s auch schon weiter. Das Wetter ist herrlich und wir fahren ein tolles Tempo durch die  Ausläufer des Odenwaldes und an der Moret entlang. Der zweite Anstieg ist nicht so schwer, wie der Erste und ich kann mir meine Puste auch besser einteilen. Der Fremdvereinsfan bleibt trotzdem in meiner Nähe und unterstützt mich. Es ist einfach das Wir, das zählt.

So ist das in unserem Verein öfter. Gemeinsam sind wir stark und es ist irgendwie ein ganz besonderes wir, das uns zusammenhält. Egal ob es der Fremdvereinsfan ist, der am Berg neben mir her fährt oder der Schwimmer, der mir einen Keks vom Verpflegungsstand mitbringt, wir halten zusammen und wir haben eine tolle Zeit. Irgendwie kommt es darauf ja doch am meisten an. Wir absolvieren heute 75km gemeinsam und sind mit einem ordentlichen Schnitt auf dem Tacho zurück an der Kuchentheke. Ich bin längst nicht so fertig, wie letzte Woche, aber es ist klar, dass ich die meiste Zeit des heutigen Nachmittags in der Waagerechten verbringen werde.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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