Sätze steigern


Die Physiotherapie gestern hat mich in der Nacht tatsächlich noch ein bischen beschäftigt. Manchmal wache ich dann von zwicken und zwacken auf und verfluche den Aktiven. Wirklich stören wird ihn das allerdings nicht, ich habe schließlich keine Vodoopuppe. Da das Therapiezentrum morgen zu hat und wir außerdem Rad fahren möchten, gehe ich heute vor der Arbeit zum Rehasport. Vor einem Feiertag ist auf den Autobahnen sowieso die Hölle los und ich habe eh das Gefühl, dass es mit den aggressiven Autofahrern immer schlimmer wird.

Und das nicht nur, wenn ich auf dem Rad sitze, sondern auch, wenn ich auf der Autobahn im Auto oder auf dem Motorrad bin. Kaum einer hält ordentlich Sicherheitsabstand, viele drängeln, fahren dicht an dicht auf und lichthupen, was der Schalter hergibt. Vollkommen sinnlos, in 8 von 10 Fällen. Natürlich. Heute möchte ich mir das weitestgehend ersparen und fahre deshalb heute früh tatsächlich erst mal zum Rehasport. Mein gepackter Rucksack mit Sportklamotten ist im Auto. Doof, wobei ich ja genug Sportklamotten habe, um mir daheim welche anzulegen. Da ich jetzt nicht runterlaufe, um den Rucksack zu leeren, schnappe ich mir eine andere Tasche und befülle die mit den Arbeitsklamotten. Die Wechselschuhe habe ich dann im gepackten Rucksack im Kofferraum. Da ist auch eine leere Flasche drin, die ich im Therapiezentrum füllen kann.

Alles in allem stecke ich noch Deo und Haarspray dazu, und schon bin ich unterwegs. Erfreulicherweise habe ich ich an meinen Arbeitskram gedacht. Ich bin gut vorbereitet, cool. Im Therapiezentrum angekommen muß ich so nur die Schuhe wechseln und kann gleich loslegen.

Rehasport

Ich habe vom Aktiven eine neue Anweisung bekommen und mache jetzt mehr Sätze mit gleichem Gewicht. Insgesamt 5 Sätze pro Gerät und nicht mehr 3, sagt er. Wenn ich die dann wieder „locker“ absolvieren kann, wobei ich den Zusammenhang zwischen dem Wort locker und Krafttraining nicht verstehe, aber egal, steigere ich wieder das Gewicht. Gut, dass ich in der letzten Woche gerade erst wieder ordentlich was draufgepackt habe. War ja klar, dass ich mir so ein Ei ins Nest lege…

Trotzdem klappen die 5 Sätze wirklich gut. Erster Satz 20 Wiederholungen mit dem Gefühl, ich habe gar kein Gewicht drauf, zweiter Satz gerade noch 20 Wiederholungen, aber mit Kampf, dritter Satz 19 Wiederholungen mit ordentlich Pumpen, vierter Satz 18 Wiederholungen gerade so und beim fünften Satz schaffe ich mit Ach und Krach noch 16 Wiederholungen. Unfassbar, wie der Aktive das Vorhersehen kann. Ich fühle mich gläsern. Während ich also jedes Gerät durchnudel, kommt ein Herr in den Trainingsraum und besteigt, nach einer netten Begrüßung, das Laufband. Eine Unterhaltungs-CD legt er ebenfalls ein. Der Zeugwart joggt hier oft virtuell am Strand entlang, oder durch einen Wald. Also bin ich gespannt, was der Herr sich ausgesucht hat.

Er schaut auf einen Ameisenhaufen. Ich kann das gar nicht glauben. Erstens muß ich mich wundern, was der Aktive da für Filme hat… aber dann muß ich mich natürlich noch ein bischen mehr wundern, dass sich tatsächlich jemand den Ameisenhaufen anschaut. Und tatsächlich bin ich weiter 20 Minuten am Gewichten stemmen und Sätze zählen, während der Mann auf dem Laufband joggt und dabei ein Film von einem Ameisenhaufen läuft. Ohne Ton und ohne Handlung. Das ist wirklich heftiges Mentaltraining, finde ich. Wahrscheinlich geht’s ihm gar nicht um den Sport?

Auf der Fahrt ins Büro denke ich noch ausgiebig darüber nach, was ein Ameisenhaufen für einen Unterhaltungswert hat. Wirklich drauf kommen, tue ich aber nicht. Ich bin eben ein Banause.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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