Taktstöhnen


Die sportlichen Ereignisse der letzten Wochen, der Ironman in Frankfurt und jetzt das Triathlon Wochenende in Hamburg, haben mir mal wieder die Augen geöffnet. Man kann nur etwas erreichen, wenn man etwas dafür tut und deshalb muß ich zurück auf die Strecke. Ich möchte die sportliche Kurve kriegen. Heute früh nehme ich deshalb meinen Sportrucksack für den Rehasport mit ins Auto, vorbereitet sein, ist in diesem Fall sicherlich nicht schlecht. Nicht, dass das nicht schon länger klar war… aber manchmal helfen einem kleine Motivationsschübe doch wesentlich weiter.

Leider komme ich nicht so früh aus dem Büro weg, wie ich es geplant hatte, aber so ist das Leben. Es läuft nicht immer nach Plan. Während ich auf der Arbeit meine Stapel abarbeite, denke ich öfter an den Tonangeber. Ob er starke Schmerzen hat? Wahrscheinlich schleppt er sich von einem Arzt zum anderen? Ich drücke weiterhin die Daumen, fertig werde ich mit meiner Arbeit aber erfreulicherweise trotzdem, und dann beschließen der Zeugwart und ich, dass ich heute noch zum Rehasport gehen kann.

Draußen ist es ziemlich warm. Vor allem im Vergleich zum gestrigen Tag in Hamburg. Laufen gehen wäre also sehr kräftezehrend, zumal ich gar nicht wirklich trainiere und Laufen als extrem anstrengend in Erinnerung habe. Gefühlt, ist es ewig her, dass ich laufen war. Ewig. Eine andere Zeit, als der nächste Wettkampf praktisch vor der Tür stand. Derzeit ist nur laufen und gehen im Wechsel in meinem Kopf. Und Rehasport natürlich.

Heute wird im Rehasport ordentlich gestöhnt. Der Mann, der mit mir zusammen seine Gewichte stemmt, hat einen großen Schaff damit, die Maschinen zu bewegen. Er verausgabt sich vollkommen, hat aber einen gute Takt, den ich einfach übernehme. In einem anderen Takt zu zählen, während der Mann sich seine 20 Wiederholungen zurecht stöhnt, ist mir heute zu viel. Wenn ich eines seiner Geräte im Anschluß übernehme, stufe ich das Gewicht hoch, übernimmt er eines meiner Geräte, versucht er es mit meinem Gewicht. Der arme ist vollkommen überfordert und die Stöhnerei wird maßgeblich reduziert, so dass ich doch beginnen muß selbst zu zählen.

Auf der Beinpresse habe ich nicht mehr viel Gewichtsbelastung übrig. Ich überlege, ob ich etwas zurückstufe, weil ich ja nun eine Weile nicht hier war, aber dann denke ich mir, dass ich es einfach versuche. Runterstufen kann ich immer noch, wenn die 140kg nicht klappen. Sie klappen aber. Umsonst Gedanken gemacht. Ich drücke also 4 Sätze mit jeweils 20 Wiederholungen mit 140kg. Das ist mehr als doppelt so viel, als ich wiege. Verrückt. Nächste Woche schaffe ich mehr.

Der Mann verlässt den Trainingsraum schwer atmend und ohne ein weiteres Wort. Ich hätte ja gedacht, man sagt zumindest Tschüss, aber wenn ich mich jetzt erinnere, hat er auch nicht zurückgegrüßt, als ich hallo gesagt habe. Da war er nämlich schon mit stöhnen beschäftigt. Wahrscheinlich wurde der Grüßtrigger damit nicht ausgelöst? Muss ja so sein. Das entsprechende Alter, in dem grüßen in der Erziehung noch üblicherweise dazu gehört hat, hat er nämlich. Na ja. Ich erhöhe mein Gewicht auf der Rudermaschine und bin dann auch selbst mit allen Übungen durch. Komplett nass geschwitzt, aber stark wie ein „Hau den Lukas“, verlasse ich den Rehasport.

Draußen laufe ich gegen eine Hitzewand. Morgen möchte ich dann tatsächlich mal wieder versuchen zu laufen. Erst gehe ich aber zum Arzt. Der Orthopäde möchte einen Blick auf die Heilung und die Entwicklung werfen. Ob alles gut wird, will er entscheiden. Was für eine Frage. Natürlich wird alles gut. Immerhin mache ich irgendwann mal einen Ironman… dann muß ja alles gut werden!

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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