Erinnerungen an Schlangenbad


Ich heile im Moment viel, meine Narben zwicken und ich bin noch schneller erschöpft, als sonst. Ob ich meine Bewerbung für das Tricamp Rookie Projekt besser zurück stelle? Oder ist das nur eine Momentaufnahme? Vielleicht ist es auch die Spätsommermüdigkeit, die mich einholt? Obwohl ich ja bereits mehrfach erwähnt hatte, dass ich den Sommer noch gar nicht so wirklich gemerkt habe und deshalb nicht finde, dass jetzt bereits Zeit für den Spätsommer wäre. Aber dem Wetter ist das ja egal und ändern kann man es ja eh nicht.

Weil am kommenden Wochenende unser Schlangen Dreikampf ist, habe ich meinen fotoaffinen Vater gebeten, mal in seinen Archiven zu stöbern, um ein paar Bilder aus längst vergangenen Zeiten zu finden, als das Schlangenfest noch ganz neu und ich noch kleiner als jetzt war. An Triathlon habe ich damals noch nicht gedacht, ich war eher tänzerisch unterwegs, oder beim spielen. Schwimmen mochte ich schon immer und Wasser war stets mein Element. Deshalb habe ich mich für Samstag auch in der Staffel für den Schwimmpart entschieden.

Beim Schlangen Dreikampf handelt es sich um einen Jedermann Triathlon, ein Schnupperwettkampf, der im Freibad und dann im angrenzenden, malerischen, Schlangenbader Wald veranstaltet wird. Schon als Kind habe ich meinen Vater bei seinen vielen Hundespaziergängen oft in den Wald begleitet und meine Großeltern, sowie weitere Verwandte, die mich meine ganze Kindheit hindurch mit viel Liebe und Fürsorge begleitet haben, liegen auf dem Waldfriedhof begraben.

Schlangenbad

Ich bin kein Friedhofsgänger, weil ich mich auch gut an die wichtigen Dinge erinnern kann, ohne an einem Grab zu stehen oder eine Blume auf dem Friedhof zu pflegen. Trotzdem ist der Schlangenbader Friedhof, verwinkelt gelegen und zwar mit dem Auto erreichbar, aber dennoch nicht leicht zu finden, für mich immer ein besonderer Ort des Friedens gewesen. Trauer kann auf der einen Seite schrecklich und dann wieder befreiend sein. Trauer rüttelt einerseits richtig durch und andererseits macht sie einen wach. Man kann sich erinnern, an die schönen Momente und man kann Dinge abhaken, weil sie jetzt für immer unausgesprochen bleiben können / dürfen oder auch müssen.

Im Freibad war ich bislang nur ein oder zweimal. Wenn wir meine Großeltern besucht haben, gab es viel zu tun und noch mehr zu entdecken, da war für einen Freibadbesuch nie Zeit. Am kommenden Samstag gilt mein Fokus also deshalb zum ersten Mal wirklich ausschließlich dem Freibad. Es geht natürlich darum Leistung zu zeigen und die angesagten 600m so schnell wie möglich zu schwimmen, um dem Windschattengeber dann zügig mit seinem Mountainbike in den Schlangenbader Wald zu entlassen. Trotzdem werde ich ganz sicher auch in Erinnerungen schwelgen, weil so ein Ort eben in Kinderköpfen einen ganz besonderen Flair hat.

Das Haus, in dem meine Großeltern gewohnt haben, ist weitläufig zu sehen. Es wirkt imposant und sieht heute fast unverändert aus. Diese Aufnahme ist von 1985.

Schlangenbad

Und man kann es durch den Park hinweg sehen, wenn man vom Schwimmbad herunterblickt. Zumindest war das früher so. Wahrscheinlich sind die Bäume aber mittlerweile so hoch, dass selbst der Turm versteckt ist? Am Samstag werde ich es herausfinden. Während der Windschattengeber radelt und der Zeugwart rennt, habe ich ja ein paar Minuten Zeit.

Ob es dann zwickt und zwackt, wird mir für die 600m dann einfach egal sein. Ich kann mich schließlich nicht um alles gleichzeitig kümmern.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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