Meine Brücke 2


Ich schreibe dieses Trainingstagebuch seit 2011 und genieße jeden Beitrag. Seit dem Beginn, habe ich keine nennenswerte Aufzeichnungspause gemacht und doch für ein Trainingstagebuch erstaunlich wenige Zahlen notiert. Meine Prioritäten sitzen seit dem Anbeginn meiner Schreiberei einfach auf etwas anderem. Mir ist es wichtig, ob etwas besonderes passiert ist, die kleinen Dinge, die, die am Wegesrand passieren, oder die, die Unwichtig erscheinen. Gerade bei einem relativ stressigen und vollgepackten Alltag, finde ich es wunderbar, nicht schon wieder auf die Uhr, sondern auch mal auf etwas anderes schauen zu können.

Beim Laufen auf eine Schnecke, die da sicherlich ganz andere Sorgen hat, als dass der Monatsabschluß pünktlich eingereicht wird, oder die Budgetdatei auch richtig benannt ist. Was essen Schnecken eigentlich? Sollte der Fokus nicht viel öfter auf solchen Fragen liegen, als auf dem üblichen, wer kauft wann ein und ist das Auto eigentlich getankt? Der Sport verschiebt meine Welt etwas.

Manchmal hebt er sie auch ganz schön aus den Angeln. Zwei schwere Fahrradunfälle steckt man nicht einfach so weg. Sie hinterlassen Spuren, auch wenn sie so , im Alltag, kaum einer wahr nimmt. Die Fußabdrücke sind in meiner Seele. Für immer. Sie sind nicht schrecklich und abstoßend, aber immer da. Viele Sportler und besonders alle, die mir wichtig sind, verstehen das. Aber sie halten mich nicht auf, sie sind da und unterstützen mich, weil es das ist, was die Seele braucht.

Meine Sportwelt ist anders, als meine sonstige Welt und der Blog schlägt eine kleine Brücke. Zwischen dem ernsthaften Training auf ein großes oder ein kleines Ziel und der Notwendigkeit einfach mal abschalten zu können. Beim Schwimmen nur den Fokus auf den Kacheln zu haben und sich nach 400m Bahnen ziehen  zu fragen, warum der Dreck in dieser Fuge sich seit vielen Wochen immer noch genau an dieser Stelle halten kann.

Mein Blog gehört mittlerweile genauso dazu, wie Schwimmen, Radfahren und laufen. Genauso, wie die Berge von Sportwäsche, die der Zeugwart und ich in der Trainingswoche anhäufen und die ich fast vermisse, wenn wir mal eine praktisch trainingsfreie Woche machen, weil zu viel Anderes anliegt. Der Blog ist einfach auch immer dabei. Schon oft denke ich mir beim Training, dass dieser Käfer, der Abzweig, die Begegnung, der Pfad oder die Pfütze es unbedingt in den Blogeintrag schaffen müssen. Wen kümmert es wirklich, ob ich 23 Minuten oder 25 Minuten gelaufen bin? Außer meinen persönlichen Ehrgeiz?

In den Ergebnislisten stehe ich mit meinen sportlichen Leistungen selten vorne oder oben. Ich bin kein verbissener Wettkämpfer und ich habe kein Talent. Zumindest keines für Triathlon. Ich bin weder ein drahtiger Läufer noch habe ich den V-förmigen Körper eines Schwimmers. Ich kann am Material beim Rad fahren noch so viel Gewicht sparen, an mir selbst wird hier immer das meiste Potential sein. Der Blog allerdings, der schafft es manchmal weit nach oben. Scheinbar mehr per Zufall, denn frei nach den Ärzten (der besten Band der Welt) möchte ich sagen, dass wenn es einem egal ist, ist man eben genau dort am Besten. Zwar ist mir der Blog nicht egal, aber ich schreibe ihn nicht, um vorne mit dabei zu sein.

Umso schöner ist es dann, wenn mein Blog genau dort mitspielt, wenn er dabei, wie von Geisterhand, eine Bewertung bekommt, die ich mir nie hätte träumen lassen. Und das, wo die Blogschreiberei wirklich von allen Disziplinen, die mein Weg von der Couch zum Triathlon so mit sich bringt, die ist, die mir am leichtesten fällt und am besten Abstand schafft. Abstand zwischen eine oftmals anstrengende Welt, mit Streit, Missgunst, unfassbar verrückten Fragen und unendlich viel Geduld und den Sport, die Leidenschaft und die schmutzigen Kacheln oder den schönen Waldpfad. Der Blog ist die Brücke.

Blog Award

Schon 2013 wurde er von Cision zu den 10 besten Sportblogs gezählt und das für mich vollkommen überraschend. Und auch in diesem Jahr wird meine Liebe zum schreiben mit einer Top 10 Platzierung beim Blog Award belohnt. Da es zusätzlich einen Publikumspreis gibt, bei dem jeder der abstimmt auch noch etwas gewinnen kann, möchte ich dafür, nach so viel spontaner Ehre, doch gerne auch noch etwas Werbung machen. Es wäre mir eine große Freude, wenn einer von Euch einen Preis abstauben könnte! Ich liebe ja Gewinnspiele, wo sich die Preise lohnen… und hier ist das auf jeden Fall so. Zusätzlich tut Ihr natürlich mir, meiner liebe zur Schreiberei und meinem Blog einen Gefallen. Es wäre der absolute Kracher, zu gewinnen.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind. Meine Kontaktdaten findet Ihr im Impressum!


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2 Gedanken zu “Meine Brücke

  • Helge Orlt

    Liebe Claudi,
    gern habe ich für deinen Blog gestimmt 🙂
    Alleine dieser Beitrag ist es das schon wert.
    Ich lese sehr gern bei dir mit und finde es vor allem faszinierend mit welcher Ausdauer und mit welchem Kampfgeist du dich immer wieder zurück kämpfst. Ich bewundere das.
    Und dazu kommt, das du das alles mit deinem Humor rüber bringst. Man ist dann einfach mittendrin 🙂
    Liebe Grüße und viel Erfolg
    Helge