Technik die begeistert 2


Ich schone in diesem Urlaub meine Hüfte ganz besonders. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Hüfte die Ruhe ganz gut gebrauchen kann. Ich laufe also nicht, obwohl ich natürlich meinen Gurt dabei habe. Da es sowieso Tags wie Nachts ziemlich heiß ist, finde ich die Entscheidung nicht laufen zu gehen auch nicht ganz so wild. Laufen bei Hitze ist eher was für besser konditionierte und nicht um gerade wieder fit zu werden. Man kann es drehen und wenden, wie man möchte… wahrscheinlich ist es immer falsch oder richtig.

Heute läuft der Zeugwart. Da hier im Urlaubsparadies derzeit kaum was los ist, hat er praktisch eine Einzelbetreuung. Ich steige derweil in den leeren Pool. Der Garminuhr, die ich mir letztes Jahr zum Geburtstag gekauft habe, habe ich schon bei den letzten Malen eingestellt, dass ich auf einer 20 Meter Bahn schwimme und so weiß sie gleich Bescheid, als ich die Schwimmaktivität auswähle.

Mexiko

Ich beschließe so lange zu schwimmen, bis der Zeugwart vom laufen zurück kommt. Das wird so rund 50 Minuten sein, schätze ich. Aber im schätzen war ich noch nie Spezialist, also lege ich einfach los mit schwimmen und schau dann mal. Ich starte die Uhr, was ja wirklich nicht schwierig ist und dann kümmere ich mich um alle Tipps die der SchwimmGuru mir so gezeigt hat. Ich bin gut abgelenkt, weil das eine Menge sind, aber es macht auch total viel Spaß.

Nach und nach erscheinen andere Urlauber und schauen mich mitleidig an. Und sie reservieren ihre Liegen um dann zum Frühstück zu spazieren. Da wir hier die einzigen aus Deutschland sind, kann ich das Ammenmärchen, dass nur Deutsche ihre Liegen reservieren würden, hiermit also auflösen. Es ist jetzt keine so grandiose Erkenntnis, aber doch irgendwie gut zu wissen, so als Seiteninformation. Ich schaue ihnen aus dem Becken zu, während Handtücher sauber platziert und zur weiteren Kennzeichnung Bücher, Tücher oder Sonnencreme drapiert werden, und atme deshalb dann immer in die eine Richtung. Es ist übrigens nicht so, als würde in unserem Hotel auch nur ansatzweise Liegenknappheit herrschen… muß ich glaube ich nicht extra dazuschreiben, oder?

Wie auch immer schwimme ich die ersten 500m und drücke auf den Rundenknopf. Dann schwimme ich weiter. Nach weiteren 500m drücke ich erneut auf den Knopf und freue mich schon diebisch darauf die 500m Zeiten später zu vergleichen. Wenn man keine Uhr dieser Art ist, ist man zufrieden und denkt gar nicht daran, was man alles auslesen könnte… und sobald die Uhr da ist und man die Möglichkeit hat, ist es wie früher, bei einem neuen Spielzeug. Man nutzt quasi die Möglichkeiten. Ich finde diese Entwicklung mittlerweile ziemlich lustig. Früher habe ich ja selbst gegen diesen Uhrenwahn gewettert und jetzt?

Nachdem ich noch weitere zwei mal auf den Knopf gedrückt und die 500m Zeiten gestoppt habe, ist der Zeugwart zurück und ich steige aus dem Pool. Voller Stolz zeige ich ihm meine 2.000m Aufzeichnung und dabei bin ich noch nicht mal 45 Minuten geschwommen. Und er fragt mich, was ich denn eigentlich die ganze Zeit gemacht hätte und stellt meine Schwimmkünste stark in Frage. Wieso? Meine Uhr zeigt nur 1.000m! Unfassbar. Aber die Zeit passt. Das beste Spielzeug taugt eben nichts, wenn man es falsch benutzt. Der Rundenknopf im Schwimmmodus muß anscheinend gestoppt und dann auch wieder gestartet werden?

Wieder einmal wäre mein Leben einfacher ohne technische Spielereien, oder wenn ich mich mit den technischen Spielereien einfach mal besser auseinandersetzen würde… das wäre wahrscheinlich die Beste Option. Aber gut, wer kommt denn auch auf sowas? Ich glaube, es gab ein Update und dabei wurde diese neue Art der Rundenzählerei aufgespielt? Schließlich kann es ja nicht daran liegen, dass ich keine Ahnung habe, oder so. Früher hat das mal mit einem Drücker funktioniert, aber diese Zeiten scheinen längst vorbei…

Mit 2.000m in den Beinen und einem zufriedenen Zeugwart im Schlepptau marschieren wir auf’s Zimmer, ziehen uns um und starten in einen weiteren Urlaubstag. die Wetteraussichten sind weiterhin herrlich, so dass ich mir fast sicher bin, dass mein Getränk auch heute durch einen Schatten spendenden Schirm geschützt werden sollte.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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