Training darf auch mal weh tun


Nach dem gestrigen Schwimmtraining beim SchwimmGuru hat er angekündigt, dass er mir meinen Trainingsplan noch Nachmittags zuschicken wird. Und so war es auch. Die Email kam am frühen Nachmittag und als ich den Plan geöffnet habe, habe ich erst mal sehr herzlich und laut schallend gelacht. Der SchwimmGuru meinte den Plan aber ernst und gab noch ein paar Hinweise zur Ausführung. Ich bin gestern mit einem Grinsen im Gesicht eingeschlafen und heute auch damit aufgewacht. Zusätzlich mit etwas Muskelkater… aber das war ja zu erwarten.

Heute nach der Arbeit, geht es für den Zeugwart und mich zum Schwimmtraining. Ich habe meinen neuen Schwimmrucksack heute früh schon gepackt und schlüpfe dank wirklich durchdachter Aufteilung ohne Suchen und umschichten in de Umkleide zackig in den Badeanzug. Wie jeder andere Athlet nehme ich meinen Rucksack mit an den Beckenrand und nachdem die Badekappe auf dem Kopf und die Schwimmbrille vor den Augen ist, geht es ins Wasser. Heute ist das Wasser regelrecht kalt, aber bei dem Plan, den ich vor Augen habe, wird mir das kaum auffallen.

Schwimmen

Das ist natürlich vom SchwimmGuru auch ziemlich schlau durchdacht. Ich schwimme mich ein und dann geht es weiter mit den Übungen, die wir gestern im Training auch gemacht haben. Allem voran der Scheibenwischer, der meine Oberarme innerhalb von kürzester Zeit zu Pudding verwandelt. Ich schwimme einige Bahnen mit dem Schnorchel und gewöhne mich tatsächlich ganz gut daran. Es ist einfach Übungssache, wie so vieles. Ich schwimme den Plan heute genau so, wie er da steht und bin baff, wie schnell die Zeit rumgeht.

Zwischendurch habe ich auch ein paar Mal das Gefühl, dass ich es niemals schaffen kann und dass ich vielleicht auch sofort absaufe. In einer Pause erwähne ich beim Zeugwart, dass ich vielleicht niemals wieder komme und falls doch, dass ich morgen früh Müsli haben möchte. Er erwähnt, dass er denkt, er muß mir die Schüssel morgen ans Bett bringen und mich füttern, weil er nicht glaubt, dass ich sie selbst halten können werde. Ich überlege den Plan zu kürzen, aber dann überlege ich mir, dass der SchwimmGuru gesagt hat, dass Training eben auch mal weh tut und ich mache einfach.

Die letzte Einheit muß ich allerdings kürzen, denn 3x500m zum Abschluss sind einfach zu viel für die Zeit, die wir hier die Bahn haben. Ich schwimme daher bei der Abschlußeinheit nur 2x500m, was alleine schon total irre klingt, und dann schwimme mich aus. Als ich zurück zum Beckenrand schwimme, überlege ich, ob ich es mit meinen Gummiarmen wohl schaffe, mich aus dem Wasser rauszudrücken, oder ob ich besser gleich die Treppe ansteuere und es nicht wie Flucht, sondern wie pure Absicht aussehen lasse. Aber jetzt bin ich schon zu nah am Rand, es würde nun definitiv nach Flucht aussehen… also mache ich es erneut, wie der schwimmGuru gesagt hat, weil es ja Training ist und es auch mal weh tun darf. Ich stemme mich am Beckenrand hoch und steige einfach so aus dem Wasser.

Es ist wahnsinnig anstrengend, aber machbar. Unter der Dusche schaffe ich es, mir trotz müder Arme die Haare zu waschen und ich hoffe, dass die Reinigung lange vorhält, weil ich nicht sicher bin, ob ich die Hände in den nächsten Tagen überhaupt jemals wieder in die nähe des Kopfes bringen kann. Mit großer Furcht denke ich an das Zähneputzen heute Abend. Aber von nichts, kommt nichts. Soviel ist sicher. Und bei Tricamp Rookie Projekt werden wir sicherlich auch in anderen Disziplinen mal an die Grenze zum unangenehmen kommen. Es darf auch mal etwas weh tun. Immerhin ist es gutes Gefühl, wenn man es dann doch geschafft hat. Ich liebe diesen neuen Kampfgeist.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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