Schwimmgolf mit Vertrauen


Nachdem Patrick Lange uns beim Ironman Hawai allen gezeigt hat, was es heißt, wenn man ordentlich trainiert, kümmere ich mich heute mal wieder um das Schwimmen. Und zwar nach Trainingsplan. Immerhin habe ich den SchwimmGuru, der auch Patrick Langes Schwimmtrainer ist, und ich finde, irgendwie macht mich das eine kleine Idee sportlicher, als vorher. Der Trainingsplan läßt mich allerdings bereits vor dem Schwimmen erschaudern und bringt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Von Sportlichkeit bin ich weit entfernt und ich schulde dem Trainer ja noch 500m von letzter Woche.

Wir sind heute mal wieder mehr Schwimmer und so teilen wir uns auf die Bahnen auf und dann geht’s auch schon los. Für mich gilt es keine Zeit zu verlieren, der Plan ist straff und das Wasser alles andere als wohl temperiert. Ich  muß also Wärme herbei schwimmen. Und den Plan abarbeiten. Natürlich. Der ist lang, hart und unerbittlich. Aber zum aufgeben ist er auch nicht. Überhaupt ist aufgeben ja dämlich und durchziehen so viel mehr befriedigend. Ich schwimme mich also ein, kümmere mich um die Technik, freue mich, wenn ich am Zeugwart ganz locker dran bleiben kann und zähle meine Armzüge für die Überwachung meines Schwimmgolf Wertes.

Der muß bei einem Trainingsplanteil, den 10x50m, immer gleich sein. Zu erreichen entweder durch gleichmäßige Schnelligkeit, schnelleres Schwimmen und mehr Armzüge, weniger Armzüge und längere Zeit oder irgendwie ein Mix. Ein besserer Schwimmgolf Wert ist nicht verkehrt, viel höher sollte das Handicap allerdings nicht gehen. Die Regeln beim Golf habe ich mir noch nie angeschaut, genauso wenig wie die Uhren, die hier im Schwimmbad hängen und rumstehen. Es gibt Uhren, die mit vier Zeigern die Sekunden anzeigen. Wofür das gut sein soll, habe ich mir schon öfter überlegt.

Heute entscheide ich mich für den roten Zeiger und der zeigt mir an, wie lange ich auf der Bahn unterwegs bin und wie lange meine Pausenzeit ist. Der SchwimmGuru hat nämlich für alles Werte aufgeschrieben, hier wird nichts dem Zufall überlassen. Außer, wenn er in den Plan erholsame Pause reinschreibt, ist alles geregelt. Aber ich wollte es auch genauso haben. Wenn ich nämlich so schwimme, wie ich halt immer geschwommen bin, dann bringt es zum besser werden eben auch rein gar nichts. Nur weil man etwas schon immer so gemacht hat, muß es schließlich nicht besonders gut sein. Die Menschheit hat sich ja auch schon immer bekriegt, und das oft ohne Sinn und Verstand. Daran ist auch nichts gut.

Ich schwimme heute wieder einen Teil mit Flossen und achte auf den neu antrainierten Beinschlag. Dabei bekomme ich auch mehrfach Krämpfe in die Füße, aber wahrscheinlich einfach nur deshalb, weil ich nicht genug trainiert habe bisher. Krämpfe sind ja auch nicht zum sterben, aber trotzdem äußerst unangenehm. Ich bleibe dran und schwimme sie weg. Als der Flossenteil vorbei ist, bin ich allerdings ziemlich froh darüber. Vielleicht kann sich mein Fuß jetzt mal etwas entkrampfen?

Riedbad

Die Dusche war selten so schön, wie heute. Vielleicht, weil ich das Wasser als nicht so warm empfunden habe? Oder weil ich richtig ranklotzen musste um den Trainingsplan vom SchwimmGuru zu erfüllen? Aber es heißt ja auch Training und ich werde mich hüten zu mosern, weil ich ihn ja extra dafür habe, dass er mich trainiert. Da wäre es ja total dämlich weniger zu verlangen. Er wird wissen, was mir zuzumuten ist, dafür bekommt er mein Feedback. Ich mache das ja extra so, damit ich die Verantwortung abgeben kann.

So, wie beim Tricamp Rookie Projekt, lege ich auch beim SchwimmGuru mein Training komplett in die Trainerhände. Ich zweifle nicht, ich mache. Ich führe aus, was auf dem Trainingsplan steht und ich bin davon überzeugt, dass die Trainer Spezialisten auf ihrem Gebiet sind. Jeder kann eben auf der Welt was anderes. Warum also, sollte ich etwas hinterfragen, von dem ich keine Ahnung habe? Ein Trainer ist natürlich meist nur so gut, wie sein Athlet, aber an der Umsetzung hapert es bei mir nicht. Immerhin. Ich vertraue dem SchwimmGuru, er versteht sein Handwerk und bereits nach wenigen Schwimmkilometern bemerke ich eine deutliche Veränderung meiner Geschwindigkeit.

Heute falle ich ziemlich müde ins Bett, aber ich habe ein sehr gutes Gefühl.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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