Wenn Träume kleiner werden


Große Träume können auch riesengroß zerplatzen, oder sich tatsächlich als zu groß herausstellen. Warum muß der Mensch sich immer riesige Ziele in den Kopf setzen, wo kleine Ziele in der Erreichbarkeit oft viel wahrscheinlicher erscheinen. Aber wie würde das wohl ankommen, wenn man statt „ich möchte einen Marathon laufen“ dann sagt „ich möchte einen 5km Lauf mitmachen“? Keiner hätte Interesse, es wäre nichts besonderes. 5km schafft praktisch jeder, Läufer erst recht und Triathleten können über diese Distanz meist nur müde lächeln.

Ich kümmere mich heute um die Umsetzung des Trainingsplans. Für heute hat der Tonangeber 1 Stunde laufen aufgeschrieben, und dazu steht da irgendwas von Beschleunigung und Geschwindigkeit. Ich schlucke schon bei der einen Stunde. Wenigstens hat er nicht dazu geschrieben, wie weit ich in der Stunde dann so kommen soll, das ist ja schon mal was. Da es, dank der Zeitumstellung vom Wochenende, früh dunkel wird, laufe ich heute Nachmittag. Erfreulicherweise, kann ich dann duschen und später weiter arbeiten. Dann, wenn es dunkel ist. Im Büro haben wir nämlich Licht.

Umgezogen bin ich ratzfatz und dann geht’s auch schon los. Das Feld wird von der Abendsonne in knallige Farben getaucht und die wenigen Bäume, die hier immer mal wieder stehen, zeigen auch ordentlich Flagge, was die Herbstfarben angeht. Mir begegnen einige Läufer, jeder scheint sich ähnliche Gedanken um die früh einsetzende Dunkelheit zu machen und wir folgen alle dem gleichen Schema. Also alle laufen kontinuierlich und ich mache Gehpausen, wenn nötig. Immerhin setzt die Notwendigkeit für die Gehpausen mittlerweile später ein, als noch vor ein paar Wochen. Ich merke den Unterschied, aber natürlich ist das trotzdem noch weit entfernt von „wie früher“ oder auch dem großen Traum vom Marathon oder Ironman.

Maisfeld

Gerade im Moment, auf dem Feld, in der Sonne, kann ich mir überhaupt gar nicht vorstellen, wie ich überhaupt auf das schmale Brett vom Marathon laufen im nächsten Jahr gekommen bin. Ein längerer Lauf ist so weit weg von meinen derzeitigen Fähigkeiten, dass ich wirklich erstaunt bin, wie ich das für möglich halten konnte. Das Gehirn ist manchmal ziemlich verrückt und meines hat ganz offensichtlich extrem spezielle Ideen. Klar ist, ich bin nach knappen 6km zurück und total fertig. Ich bin weit entfernt von der Stunde, die auf dem Trainingsplan drauf steht und ich bin, was das Marathonlaufen angeht, geheilt.

Mond

Motivation in allen Ehren, aber manchmal muß man der Wahrheit einfach auch ins Auge blicken. Wenn mich also demnächst jemand nach meinen Zielen fragt, dann werde ich die Reaktion auf den 5km Lauf einfach ertragen. Nach dem Duschen arbeite ich noch ein paar Stunden weiter, ehe der Zeugwart mich abholt und wir gemeinsam in die Welt der Mentalmagie von Thommy Ten und Amélie van Tass, den Clairvoyants, aufbrechen. Wir erleben mit den Beiden und zahlreichen Besuchern in der Jahrhunderhalle in Frankfurt einen wunderbaren Abend. Unfassbar, magisch, zauberhaft und dabei so sympathisch, liebenswert und packend, dass man nicht anders kann als begeistert zu sein und das Unglaubliche für möglich zu halten. Trotz höchster Konzentration auf Tricks, die im Verborgenen ablaufen, werden wir von den Beiden in eine andere Welt entführt. Eine Welt, der mentalen Verbundenheit, die uns ansonsten vorenthalten bleibt. Wer ein Weihnachtsgeschenk sucht… das ist ein Erlebnis! Wahnsinn!

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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