Manchmal hilft nur Erfahrung


Gestern fragt mich der Power Ranger als ich gehe, ob heute ein Lauf auf dem Plan steht. Als wüsste er, das der Tonangeber natürlich auch in dieser Woche wieder mindestens ein Lauftraining auf den Trainingsplan geschrieben hat. Wir verabreden uns also zum Laufen, zumindest denke ich das.

Heute sieht die Welt dann aber ganz anders aus, und der Power Ranger läuft in der Mittagspause mal eben lockere 16km, währenddessen Walter Mitty, der Charmeur und ich eine wesentlich kürzere Strecke anpeilen. Von wirklich zusammen laufen kann man auch in unserem Fall nicht reden, aber ganz so aus der Spur, wie der Power Ranger, fallen wir dann doch nicht.

Der Charmeur will heute mit Herrn Mitty mitlaufen, warum auch nicht, denke ich mir, und dabei fallen mir aber doch gleich zahlreiche Gründe ein, warum der Charmeur bei einem Lauf mit mir wesentlich besser aufgehoben wäre, als bei Herrn Mitty. Bei mir ist die Runde kürzer zum Beispiel und außerdem laufe ich sie nicht so schnell. Herr Mitty ist durchtrainiert und flott. Er wird den Charmeur innerhalb kürzester Zeit komplett zersägen. Aber Männer lernen manchmal ausschließlich durch Erfahrung und nicht, weil eine Frau ihnen beratend zur Seite steht. Der Charmeur hat keine Vorstellung, was ihn erwartet.

Und so brechen wir drei also kurz nachdem der Power Ranger von seinen lockeren 16km zurück ist, gemeinsam auf, ich schiebe noch ein bisschen Lauf ABC dazwischen und dann kann es auch schon losgehen. In Walter Mitty’s lockerer Einlaufgeschwindigkeit halte ich kaum 1,5 km durch und bin regelrecht froh, als die Herren abbiegen und ich zu einer langsameren Geschwindigkeit übergehen kann. Heute mache ich, wie mir erst kürzlich empfohlen wurde, viele kleine Schritte, und das ist einfach eine Umstellung.

Laufen

Ich laufe die ganze Zeit und frage mich, ob die Sonne es in der nächsten Zeit wohl auch noch mal aus den Wolken raus schaffen wird? Gefühlt ist es seit Tagen grau, aber wahrscheinlich ist es gar nicht so lange und es sind nur meine Gedanken, die sich darum drehen, während ich versuche den schönen runden Schritt herbei zu laufen, den ich auf dem letzten Kilometer am Sonntag laufen konnte. So richtig klappen will es nicht, aber ich laufe kontinuierlich durch und irgendwann gibt’s dann auch tatsächlich den ziemlich runden Tritt.

Und weil sich der, trotz diesigem Wetter, ziemlich gut anfühlt, hänge ich in dem Gewerbegebiet, wo mein Bürogebäude steht, noch eine Schleife dran. Einfach so, weil ich es kann. Und weil es eben rund und gut ist, so wie es läuft. Als ich dann zurück im Büro bin muß ich nicht lange auf Walter Mitty warten. Der hat den Charmeur allerdings knallhart abgehängt und das schon nach Km 3. Männer und ihre Schranken eben… ich hätte dem Charmeur das auch gleich sagen können, aber wie bereits erwähnt, lernen Menschen, und Männer im Besonderen, manchmal eben ausschließlich durch Erfahrung. Wir erwarten den Charmeur also als Letzten unseres Dreigestirn wieder zurück im Büro und hoffen inständig, dass er den Weg findet. Wir wollen beide nicht nochmals los.

Er kommt auch tatsächlich. Erfreulicherweise ohne, dass wir ihn suchen müssen, und nachdem der Charmeur wieder zu atmen gekommen ist, teilt er mit, dass er beim nächsten Mal wieder mit mir unterwegs sein möchte und Walter Mitty alleine durch die Gegend rennen lassen wird. Ich sage ihm, dass er sich schon mal ein paar Stories ausdenken soll, denn bei meinem nächsten Lauf werde ich nicht wirklich Puste übrig haben um zu reden, ich hänge nämlich 500m dran und laufe 6km. Das Ziel der 8,5km Runde fest im Blick.

 

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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