Weihnachten verpuzzelt


Weihnachten verbringen wir seit Jahren mit Kindern, obwohl wir keine eigenen haben. Wir sind entweder bei Patenkindern oder bei guten Freunden, die es einfach mögen, wenn wir an Heiligabend auch dabei sind. Ohne Kinder erlebt man Weihnachten ja doch ganz anders, als mit Kindern. Ich bin froh, dass wir trotz Kinderlosigkeit immer mal wieder Gelegenheit haben, in gespannte Kinderaugen zu schauen und die Geschichten über den Weihnachtsmann, seine Helfer und das Christkind und das warum, wieso und weshalb anzuhören. Eine richtig intensive Erinnerung an meine eigenen Weihnachtsfeste als Kind fehlt mir irgendwie…

Dieses Jahr sind wir wieder bei guten Freunden. Und leider bei einer außerordentlich guten Köchin. Obwohl es am heiligen Abend nur kalte Platte gab und da jeder für sein Glück selbst verantwortlich ist, weiß ich, dass ich heute ein richtig leckeres Festmahl serviert bekomme. Braten mit Soße, Gemüsebeilagen und Böhmische Klöße sprechen kalorientechnisch eine entsprechende Sprache und weil der Trainer sowieso keinerlei Feiertagsmitleid hat, kann ich auch einen Lauf einstreuen.

Obwohl ich motiviert bin, fällt mir der Lauf heute schwer. Schon das Anziehen ist schwierig, weil das Wetter zu warm für Winter und zu kalt für Frühling ist. An Weihnachten ohne Jacke raus zum laufen, paßt zwar, weil Weihnachten eh immer warm ist, aber irgendwie ist es in meiner Laufwelt kalt und da gehört eine Jacke eben dazu. Ich einige mich mit mir selbst auf eine Weste über dem Winteroberteil. Und ich nehme die schnellen Schuhe. So viel Zeit ist bis zum Mittagessen nämlich gar nicht mehr.

Anscheinend habe ich den Vormittag mit der Dekoration einer Torte vertrödelt. Obwohl das ja eigentlich kein Vertrödeln ist, wenn man etwas tut, es ist eher ein Verzetteln, weil ich die Zeit falsch eingeschätzt habe. Ich laufe also höchstens eine halbe Stunde. Aber immerhin laufe ich. Wenn ich nicht motiviert wäre etwas zu tun, dann wäre ich einfach mal auf die Couch gegangen. So zeige ich mich in der Nachbarschaft und komme vor lauter guten Wünsche für ein frohes Weihnachtsfest und den schnellen Schuhen kaum aus der Kurzatmigkeit raus.

Ich laufe flüssig und mein Puls ist in einem ordentlichen Bereich. Anscheinend bringt das regelmäßige Training vom Tonangeber auch etwas für meinen Herzschlag. Und zwar nicht nur, dass der urplötzlich ansteigt, wenn ich den neuen Trainingsplan öffne. Im Moment kann ich vom Tonangeber gestattet relativ einfach selbst meine Woche zusammenpuzzeln, in dem ich seine Trainingsbausteine so zusammenpacke, wie ich es für richtig halte. Dabei ist diese Woche also zweimal laufen, einmal radeln, zweimal schwimmen und zweimal Athletiktraining zu verpuzzeln. Wenn ich daheim bin, dann habe ich einmal laufen schon hinter mir.

Christmas

Obwohl der Tonangeber eine Stunde laufen auf den Plan geschrieben hat. Aber das ist für meine Laufkünste derzeit ja noch utopisch. Obwohl ich bereits bei 6km angekommen war. Heute schaffe ich aber nur 4. Ich bin einfach schlapp, die vielen Plätzchen der letzten Tage haben zuckertechnisch reingehauen und die generell übliche und weit verbreitete Feiertagsmüdigkeit geben ihre Energielosigkeit ebenfalls dazu. Aber 4 km sind auch 4km und so bin ich nicht wirklich unzufrieden. Der Trainer hätte auch ein „hab ich nicht gemacht“ zu lesen bekommen können. Er weiß bestimmt, was es manchmal an Überwindung kostet eine Runde zu drehen. Obwohl er mit der Chefin eine extrem sportliche Frau daheim hat, die wahrscheinlich äußerst selten lieber nicht laufen geht.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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