Gejagt und gewonnen


Der Charmeur ist auf Geschäftsreise in warmen Gefilden und deshalb hat der Power Ranger angeboten mich heute beim Lauftraining zu unterstützen bzw. zu begleiten. Ich habe heute nämlich vor endlich die übliche 8,5 km Mittagsrunde zu laufen. Das Wetter spielt uns heute voll in die Karten, es ist sonnig! Etwas ganz besonderes in dem sonst bisher so verdammt trüben, bewölkten und regnerischen Januar.

Leider habe ich heute so viel auf dem Tisch, dass ich es mir nicht leisten kann die 8,5km Runde zu drehen. Unfassbar, dass so viel Arbeit anfällt, vor allem an einem Dienstag, aber es ist ja nicht zu ändern. Ich sage dem Power Ranger aber frühzeitig Bescheid, so dass er wenigstens die große Runde laufen kann, währenddessen ich die bislang stets mit dem Charmeur gelaufene kleine Runde in Angriff nehmen werde. Er kündigt an, dass er früher losläuft und mich einfangen will. Da bin ich ja mal gespannt.

Allerdings ist die Jagd recht erfolgsversprechend, weil er ja genau weiß, wie schnell ich laufe über die kurze Runde und weil er seine Geschwindigkeit ebenfalls kennt. Die steht nämlich in seinem Ironman Trainingsplan. Ich stelle mir einen Wecker und ziehe mich dann pünktlich um. Immerhin bin ich mit dem Power Ranger ja praktisch verabredet.

Wenn auch nur auf der Laufstrecke… egal. Ich bin pünktlich auf der Strecke und höre, so lange ich noch alleine laufe, mein Hörbuch. Das Wetter ist wirklich herrlich und ich bin froh über die Kappe, damit ich meine Augen nicht ständig zusammenkneifen muß. Die Sonne steht hoch am Himmel, es ist überhaupt gar kein Wölkchen in Sicht und wenn es nicht ziemlich kalt wäre, könnte man glatt denken, das hier ist ein Frühlingslauf.

Ich höre derzeit ein wunderbares Hörbuch. „Die Töchter der Tuchvilla“, ist schon der zweite Teil einer Familiengeschichte, die im ersten Buch rund 1912 begann und mittlerweile in diesem Buch schon nach dem ersten Weltkrieg angekommen ist. Die Geschichte ist nicht nur packend und die Charaktere sind mir wirklich ans Herz gewachsen, es ist auch ein wunderbare historische Geschichte, die mich in eine Zeit entführt, die mir, weder in der Schule noch sonst, besonders präsent war. Irgendwie ist der erste Weltkrieg und wie es in Deutschland davor und danach zuging an mir nur kurz vorbeigeschrabbt.

Sonne

Die Zeit meines Lauftrainings vergeht heute wirklich zackig. Wahrscheinlich auch, weil die Geschichte so toll ist? Ich bin auf jeden Fall schon wieder zurück im Gewerbegebiet, wo das Bürogebäude steht und jetzt vermisse ich den Power Ranger. Hat er nicht angekündigt, dass er mich einfangen wird? So schnell war ich heute gar nicht, vielmehr habe ich mich ziemlich genau an meine Ankündigung gehalten und bin die Runde genau wie gesagt gelaufen.

Als ich meine Uhr abdrücke, weil ich zurück am Büro bin ruft der Power Ranger von hinten. Er hat sich ganz offensichtlich verschätzt mit seiner Zeit auf der Jagd nach mir. Oder ich bin doch total super schnell unterwegs gewesen? Ich schreibe Walter Mitty, der heute nicht im Büro ist, aber auf jeden Fall mal eine Kurznachricht, dass ich den Power Ranger in die Schranken verwiesen habe. Das Alter hat heute der Jugend mal gezeigt, wo der Hammer hängt. Oder so ähnlich eben. Herr Mitty weiß das einzuschätzen.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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