Den Kopf tief zwischen die Ohren


Meine Schwimmtasche gleicht einem riesigen Koffer… ich weiß gar nicht, was ich da alles drin habe. Der Pullkick aus dem Schwimmtraining mit Marco di Carli paßt zumindest nicht mehr rein und ich muß ihn in die Hand nehmen. Na toll. Ich marschiere also mit mit Riesenrucksack auf dem Rücken und Pullkick in der Hand ins Schwimmbad. Die Vereinsmädels kommen uns schon nach draußen entgegen und wir werden wie Popstars überschwänglich begrüßt. Und das alles nur, weil wir im Kraichgau angefeuert haben. Offensichtlich hat das gut getan. Sehr schön. 
Wir ziehen uns alle um und treffen uns dann vor den Umkleiden, wo gleich die Erzählerei losgeht. Das Land der 1000 Hügel hat ganz offensichtlich mords Eindruck hinterlassen und die Vereinsmädels begeistert. Als dann auch noch der Flitzer mit einer Isomatte ankommt und mitteilt, er würde hier am Beckenrand etwas Athletiktraining machen wollen, ist unsere kleine Truppe schon komplett. Mehr Sportler tauchen heute nicht auf. 
Ich mache heute ein paar Übungen aus dem Schwimmtraining mit Marco. Deshalb komme ich auch ein paar Bahnen lang überhaupt nicht voran. Langsamer kann man sich wohl kaum vorkommen. Ich baue den Kraularmzug von Grund auf zusammen und kümmere mich dann auch noch um die Atmung. Die Übung am Beckenrand, mit dem Kopf so tief im Wasser, dass die Ohren die Arme berühren, hilft mir gut, den Kopf nicht so weit aus dem Wasser zu drehen. Sonst schaue ich mir ja immer auch noch die Lampen an der Hallendecke an. Oder so. Dem Zeugwart erkläre ich meine Planschübung damit, dass Marco’s Tip war, den Kopf tief zwischen die Ohren zu packen… gut, irgendwie habe ich dabei halt vergessen die Arme zu erwähnen, aber egal. Der Zeugwart lacht und ich auch, weil Schwimmen einfach an meinen Kräften zehrt und damit auch Gehirnenergie wegnimmt. 
Ich schwimme immer hin und her und als mein Kraularmzug ordentlich zusammengesetzt ist, schwimme ich einfach mal so neben dem Zeugwart her, der ganz verwundert ist, weil ich -angeblich- so schnell unterwegs wäre. Das kann ich mir nicht vorstellen, denn ich bin niemals schnell unterwegs. Weder beim Schwimmen noch woanders. Das einzige was in meiner Umgebung schnell kann ist der Zeugwart und mein Auto. Also stoppt der Zeugwart mal die Zeit. Ich schwimme 23Sekunden auf 25m sagt er. Das kann nicht sein. Er muß sich verschaut haben. Vor zwei Wochen, also vor dem Schwimmtraining mit Marco bin ich nämlich noch 35-38Sekunden auf die 25m geschwommen. Also muß der Zeugwart noch mal auf die Uhr schauen und die Blitzzeit verifizieren. Und das tut er auch. 
Wahnsinn. Ich schwimme mehrfach, einfach so und ohne mich besonders anzustrengen, 23Sekunden auf 25m. Das ist ja ein Ding. Und das alle nur, weil der Kopf tief zwischen den Ohren weilt oder weil die Uhr auf meiner Seite ist… toll. 

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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