Gedanken fahren mit


Bei uns scheint der Winter den Herbst übersprungen zu haben, außer dass es bisher noch nicht geschneit hat. Das ist aber auch wirklich das Einzige, ansonsten habe ich das Gefühl, dass es letzten Winter nicht wirklich viel kälter war als heute früh. Der Trainer hat zwar Rolle fahren auf den Plan geschrieben, aber das lese ich nicht. Ich lese Fahrrad fahren und ziehe mich deshalb heute früh so an, dass ich bei 3°C zur Arbeit fahren kann. Irgendwie nutze ich intuitiv das altbewährte Vielschichtsystem und denke auch an meine Winterradschuhe, dicken Handschuhe und an eine Mütze für unter den Helm.

Die Crosserreifen vom Sonntag lasse ich drin, so dass mein Crosser ab sofort wieder seiner eigentlich Bestimmung zugeführt wird. Die Rennradfelgen/ Reifen haben nun ein bisschen Pause. Der Zeugwart hilft mir noch eine Lampe am Rad zu montieren, denn als ich losfahre, ist es heute noch ziemlich dunkel. Aber wir wären ja nicht der zeugwartsche Haushalt, wenn keine Lampen vorhanden wären. Also vorne macht die Lampe taghell und am Rucksack habe ich eine rote Lampe, die ebenfalls so hell ist, dass der Boden hinter mir rot scheint. Das wird wohl hoffentlich keiner übersehen. Obwohl man ja nie weiß. Aber dann kann man wenigstens nicht sagen, ich hätte mich nicht beleuchtet.

Ich bin heute fast alleine unterwegs. Im dunklen sowieso und als dann die Sonne aufgeht, kommt auch nur eine Handvoll Anderer raus. Beim Ohrencheck stelle ich fest, dass wir hier sogar nur 2°C haben. Wirklich frisch. Kein Wunder, dass kaum einer Rad fährt.

Claudi gives it a TRI - Cold Skyline

Ich erwarte, dass ich ziemlich lange unterwegs bin heute. Wenn es kalt ist und dann noch mit Crosserreifen, die nicht so krass aufgepumpt sind, wie die Rennradreifen, macht das langsam. Aber ich nutze die Zeit ausgiebig. Natürlich um zu treten, aber vor allem um zu schwelgen. In Erinnerungen und Zukunftsplänen. Ich denke ganz furchtbar viel nach und, weil hier keiner außer mir ist, habe ich wirklich ganz viele Möglichkeiten meine Gedanken einfach rumdoktern zu lassen. Wunderbar.

Claudi gives it a TRI - Frankfurt Höchst

Ich genieße das heute wirklich richtig. Die Gedanken hüpfen von einer Möglichkeit zur nächsten, von einem Wettkampf zum Knie und dann zurück zum Wettkampf. Ich überlege zwischendurch immer mal, ob ich kalte Füße oder Hände habe, und kann jedes Mal verneinen. Und mitten als ich noch so schön im Nachdenken bin und gerade im Geiste prüfe, wie der Trainer wohl einen 70.3 im kommenden Jahr finden würde, bin ich schon da.

Das ging jetzt aber schnell. Ich habe die übliche Zeit gebraucht und war keinesfalls langsamer als bei wärmeren Temperaturen. Aber ich hatte eine herrliche Gedankenrumschweiferei. Was eine geniale Fahrt zur Arbeit! Ich könnte grad nochmal.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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