Eiskalt Rad gefahren 3


Da der Zeugwart wieder fit ist und mich gestern beim Schwimmen, trotz all meiner guten Vorsätze eiskalt abgezogen hat, wechseln wir für heute die Sportart. Gestern habe ich ja festgestellt, dass Schwimmen auch Sport ist, heute gehen wir radeln. Auch Sport. Natürlich. Der Trainer hat 2,5 Stunden aufgeschrieben und ich nehme an, dass wir das heute nicht so ganz schaffen werden. Ich rechne eher mit 1Stunde Radfahren oder 1,5 Stunden.

Wir wollen heute neues Equipment ausprobieren und bei 4°C nicht ewig touren. Der Zeugwart hat eine Northwave Winterradhose gekauft, ich fahre mit meiner neuen Castelli Nanoflexhose. Zusätzlich probieren wir beide neue Wintersocken aus und ich noch neue Winterhandschuhe. Im letzten Jahr bin ich immer mit den Übergangshandschuhen gefahren, sowas haben wahrscheinlich auch nur Frauen. Übergangshandschuhe. Jetzt habe ich für solche Temperaturen unter 5°C richtige Winterfahrradhandschuhe. Ich habe mir welche mit Windstopper gekauft. Paßt für das Wetter heute ganz gut.

Es ist zwar richtig toll sonnig, aber ordentlich Wind weht auch. Aber, wie ich ja bereits vor ein paar Tagen festgestellt habe: Wind schult den Charakter. Der Zeugwart und ich fahren kreuz und quer durch den Wald, überqueren den Main und irgendwann bringt es in meiner Jackentasche. Eine Kurznachricht. Am Bahnübergang müssen wir sowieso anhalten, also schaue ich mal, wer mir den Sonntag versüßen möchte. Es ist der Flitzer, der, wahrscheinlich von seinem Orange Hat zur Kontaktaufnahme gedrängt wurde. Der Flitzer hat schließlich off season. Er fragt, ob wir heute Crosser fahren.

Natürlich fahren wir heute Crosser. Er will dazustoßen und so vereinbaren wir einen angenehmen Treffpunkt und fahren ab da zusammen weiter. Die Herren starten sofort mit meinem Ironman 70.3 Kraichgau Trainingsprogramm und wir fahren die Hohe Straße hinauf. Also eigentlich fahren wir zur Hohen Strasse hinauf. Wie der Name schon sagt, ist sie ja oben und man muß von unten dementsprechend hoch fahren. Ein gutes Training für meinen Wettkampf im Land der 1000 Hügel.

#Train47

#Train47

Wir fahren mit dem Flitzer, der heute eher einen waldtauglichen Reifendruck fährt, noch ein bisschen gegen den Wind, der schult ja bekanntlich den Charakter und was uns nicht umbringt, wird uns härter machen. Auf der Hohen Strasse ist heute nicht so viel los, wie ich erwartet hätte. Die anderen wollen halt nicht im Wind fahren und schon gar nicht gegen ihn. Wir drehen eine wirklich schöne Runde und trennen uns dann kurz vor der Fähre, die den Zeugwart und mich wieder auf unsere Mainseite führt. Der Flitzer möchte durch den Wald zurück, quasi seinem Reifendruck entsprechend.

Auf der Fähre steht mein Rädchen eingesaut und standesgemäß neben einem Porsche. Der Fahrer ist der astreine Stereotyp eines Porschefahrers und versucht, weil ich ja seine Felge mit abgelichtet habe und deshalb offenbar total auf Porsches stehe, einen rauszuhauen. Als die Fähre steht, läßt er seinen Motor gerade aus diesem Grund ordentlich aufheulen und vergißt dabei seine Bremse… rollt zurück und kotzt an das Fahrzeug hinter him. Blitzschnell mache ich einen Schritt vor und merke mir mal zur Sicherheit das Kennzeichen… wer weiß, ob der nicht einfach weiterfährt? Man muß auf alles gefaßt sein.

Wir schieben die Räder von der Fähre, warten kurz, ob sich Porsche und Fiat mit Frontschaden zusammenfinden und fahren in Richtung Heimat. Auf einer glitschigen Holzbrücke stürze ich dann noch vom Rad, allerdings in einer Kurve und ich hatte schon gut abgebremst. Ich habe nicht auf dem Schirm gehabt, dass das Holz ist und bei Nässe deshalb besonders rutschig. Mein Vorderreifen hatte keinen Grip und schwups, habe ich den Boden geprüft. Diesmal ist meine linke Seite am Po und Oberschenkel betroffen und mein rechtes Knie hat vom Fahrradrahmen auf der Innenseite noch einen blauen Fleck dazubekommen. Ich kann aber sofort wieder aufstehen und wir fahren heim. Weit ist es nicht mehr. Glücklicherweise. Denn die Prellung ist schon schmerzhaft.

Das Abschlußfazit zu unserem Klamottentest ist übrigens prima, auch wenn die Prellung am Ende die meiste Aufmerksamkeit bekommt. Die Handschuhe von Gore, die ich gekauft habe, waren ein absoluter Wurf und jeden Cent der 58EUR wert. Einfach super! Die Castellihose paßt wie angegossen und für die heutige Temperatur genau passend. Auch der Zeugwart ist mit seiner neuen Hose absolut zufrieden. Das ist wunderbar.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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3 Gedanken zu “Eiskalt Rad gefahren

  • Helge Orlt

    oh oh, schon wieder ein Schrecken. Ich hoffe, der blaue Fleck tut nicht so dolle weh. Du solltest Knieschoner tragen.
    Ich nehme mir das auch immer wieder vor :-)
    Man wird ja nicht jünger.
    Ich kann ja gar nicht verstehen wie man mit Übergangshandschuhen den ganzen Winter Rad fahren kann. Ich ziehe die dicken Winterhandschuhe schon in der Übergangszeit an.
    Aber ich bin eh immer viel zu warm angezogen :-)))
    Liebe Grüße
    Helge

      • Helge Orlt

        Na dann wünsche ich dir gute Besserung. Bei Oberschenkel und Po ist es ja meist „nur“ schmerzhaft aber nicht schlimm. Weil da sind wir ja noch einigermaßen gut gepolstert. Da handelt man sich selten schwerer Verletzungen ein, meistens eben nur die schön weh tuenden Prellungen. :-)
        Hoffe, es ist nicht zu schlimm
        Liebe Grüße
        Helge

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