Diese Woche hat es für mich mit dem sportlich sein nur bedingt geklappt. Organisatorisch bin ich zwar ganz gut in Schuss, aber wenn zu viel in so einen Tag reingepackt wird, dann ist eben auch irgendwann der Ofen aus. Und immer wieder merke ich, dass meine Kondition, auch im täglichen ertragen vom Alltag nicht besonders gut ist. Da wo sie mal war, ist sie noch lange nicht. Fast so, wie beim Sport halt.

Wochenendplanung

Da wir morgen den ganzen Tag im Kraichgau beim 70.3 verbringen werden und ich im Anschluß garantiert keinen Sport machen werde, gehe ich heute mal wieder laufen. Gestern habe ich mir neue Einlagen für die Laufschuhe abgeholt, denn die schiefe Hüfte soll sich schließlich möglichst langsam mit dem Rehasport entschiefen und da soll eine Laufeinheit nichts in Frage stellen. Die Muskulatur zieht das Becken langsam wieder in Position und mit dem Krafttraining arbeite ich da auch in die richtige Richtung.

Achtung

Beim Laufen gilt daher weiterhin größte Vorsicht, keine Dauerbelastung und natürlich trage ich meinen Beckengurt. Wir haben heute den ganzen Tag zu tun. Obwohl Samstag ist und wir früh beginnen. Aber wir sind erst am frühen Abend mit unserer Frankfurt Tour durch, aber weil wir Sommer haben, kann ich dann ja immer noch loslaufen. Es ist nämlich immer noch so hell wie heute mittag. Ich finde den Sommer großartig.

Heute gehe ich mit einem Plan laufen. Gerade laufen ist früher oft entspannend gewesen. Immer nach dem Motto, ich gehe mal eine Runde raus laufen, mal sehen wie weit ich komme. Oder eher im Sinne von, ich laufe 5 Kilometer, weil ich halt rund eine halbe Stunde Zeit habe. Ich laufe einfach, des Laufens wegen. Wirklich geplant hat der Trainer früher nur ganz wenige Läufe. Heute plane ich, und zwar ganz genau. Ich laufe 3 Minuten und mache dann eine Gehpause von 1 Minute.

Laufen nach Plan

Ich möchte das so machen, damit ich nicht Gefahr laufe wieder zu überlasten und es dann bereue. Ich habe einfach die Schnauze voll von Schmerzen. Gerade die im Becken bzw. in der Hüfte sind zermürbend. Wenn man sich kaum rühren kann und ich mir vorkomme, wie meine Oma, die allerdings längst verstorben ist. Also mache ich lieber langsam, vor allem beim laufen und dabei soll der Plan behilflich sein. Nachher versinke ich sonst in Gedanken und weg ist die Vernunft und die Leidenschaft greift über.

3 Minuten laufen sind ewig. Soviel ist sicher. Und zwar schon nach den ersten drei Minuten. Zweifel gibt es keine. Dafür hab ich auch gar keine Puste. Wahrscheinlich jagt der Puls auch gerade durch die Decke? Ich schau gar nicht drauf. Woher soll die Kondition auch kommen? Die eine Minute Gehpause klappt gut und ich arbeite mich mit meinem Plan über’s Feld und durch den Abend.

Minuten

In den Laufminuten tue ich einfach so, als wäre nichts passiert. Ich laufe mit freiem Geist, denke nicht und habe keine Schmerzen. Drei Minuten, die alles bedeuten und ewig dauern. Drei Minuten, die sich anstrengend und gut anfühlen und mich leicht ans Gefühl vor dem Unfall denken lassen. Letztes Jahr habe ich mich bei so einem Lauf immer auf die Laufstrecke vom 70.3 Kraichgau gebeamt. Den Zieleinlauf visualisiert und mir vorgestellt wie das Gefühl ist, wenn ich die Medaille bekomme. Und heute? Heute mache ich eine Gehpause nach 3 Minuten.

Morgen fahren wir zum anfeuern in den Kraichgau. Ich nehme die Kamera mit, dann bin ich etwas abgelenkt.