Gelesen: Run Fast – Eat Slow 3


Jedes Jahr versuche ich mir die Übertragung des New York City Marathons im Fernsehen anzuschauen. Irgendwie passt es zeitlich für mich immer ganz gut und das Wesentliche, also Start und Zieleinlauf ist ja auch in weniger als 3 Stunden abgehakt. Dieses Jahr hat Shalane Flanagan in NYC den Vogel abgeschossen und alle anderen Frauen abgehängt. Als Amerikanerin im eigenen Land den legendären, prestigeträchtigen, Marathon zu gewinnen, war der Knaller. Und als ich dann etwas mehr über Shalane gelesen habe, war ich begeistert, weil wir praktisch gleich alt sind und ein ähnliches Ernährungskonzept verfolgen.

Im Gegensatz zu mir, hat Shalane darüber allerdings ein Buch geschrieben und das gibt es seit kurzem auch in Deutschland. Erfreulicherweise hat mir der Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, was ich sehr gerne durchgestöbert habe. Das Buch wurde nicht von Shalane alleine geschrieben, sondern ihre Freundin Elyse Kopecky hat sie unterstützt. Beide Frauen waren in ihrer Jugend gemeinsam im Cross Country Team ihrer Universität und nach der Uni haben sich die Wege getrennt, sie haben sich aber nie ganz aus den Augen verloren. Während Shalane ihre Karriere als Läuferin voran trieb, hat Elyse unter anderem bei Nike gearbeitet und so auch immer eine Verbindung zum Sport gehabt.

In der Einführung erfahre ich, dass Elyse irgendwann ihren normalen Job aufgegeben hat um eine Kochschule in der Schweiz zu besuchen und die beiden Damen dann bei einem gemeinsam BBQ mehr oder weniger spontan beschlossen haben, die Rezepte, die Shalane schnell und leistungsfähig machen, in einem Buch zusammenzustellen. Während Elyse die Rezepte dank ihres Wissens über Lebensmittel und ihrer Wirkung beurteilen konnte, hat Shalane an sich selbst gut herausfinden können, warum jenes Gericht schneller macht, als ein anderes.

Während zahlreiche Ernährungsbücher auf fettarme, kohlehydratarme oder sonstige reduzierte Ernährung Rücksicht nehmen und Sportler oft regelrecht beschneiden, findet man in der Einleitung des Buches auf zahlreichen Seiten viele Gründe, warum Elyse und Shalane während der Vorbereitungszeit öfter dachten, dass genießen an erster Stelle stehen muß in ihrem Buch. Nahrhaftes, selbst gekochtes Essen mit vollwertigen Zutaten, darauf legen die Damen wert. Je weniger man fertig kauft, desto besser.

 

Nachdem sie zahlreiche Rezepte zusammengestellt hatten, wurden die an eine Testteam versendet und der bunt zusammengestellte Sportlerhaufen durfte sich durch die Rezepte essen. Darunter waren Schulsportler (die zugegebenermaßen in den USA etwas intensivere Förderung genießen, als in Deutschland), Ultraläufer, ein Laufsportgeschäftbesitzer, ein Onkologe, weitere Sportler und Megan Scott, die Autorin von „The Joy of Cooking“. Eine wirklich sehr bunte Truppe, die sich durch die Rezepte durchfutterte und sie, zusätzlich zu Shalane und Elyse, für buchtauglich befunden hat.

Im Grunde ist das Buch einfach aufgebaut. Nach der kurzweiligen Einführung geht es weiter mit dem Thema langsam essen, schnell laufen und einigen prägnanten Erklärungen. Zum Beispiel geht’s darum, das richtige zu essen, also leere Kalorien zu vermeiden und ausgewogene Speisen zuzubereiten. Möglichst wenig industriell hergestelltes einkaufen, Soßen lieber selbst herstellen, viel Rohkost, gute Fette, statt Verzicht und so weiter. Shalane dient mit ihrem Speiseplan hier als Beispiel und wer denkt, sie als Spitzenmarathonläuferin hält Diät und achtet darauf wenig Fett zu sich zu nehmen, wird hier schnell eines Besseren belehrt.

Es folgt ein Spaziergang durch die Speisekammer der beiden Damen. Was üblicherweise vorhanden ist und von welcher Qualität. Mehl zum Beispiel ist nicht gleich Mehl. Welche Sorten Mehl im Vorratsschrank eingelagert werden und warum, gleiches wird auch für Olivenöl oder Salz erklärt. Ganz interessant zu lesen, wenn ich ehrlich bin, und sicherlich für viele Sportler Augen öffnend, weil man intuitiv davon ausgeht, dass eine Sportlerin wie Shalane eher essentechnisch zurücksteckt, als so zuzuschlagen.

Der größte Teil im Buch widmet sich Rezepten. Immer gespickt mit ein paar umrandende Erklärungen und jedes Rezept mit einem Hinweis, wann man das am sinnvollsten zu sich nehmen kann bzw. was es bewirkt oder wofür die Inhaltsstoffe besonders gut sind. Meistens ist auch noch ein hübsches Foto dabei, was die Rezeptsammlung zusätzlich auflockert. Es gibt, wie in den meisten Kochbüchern, Unterkategorien, also für Vorspeisen, Salate, Suppen, Hauptgerichte etc., so dass man sich -wenn gewünscht- schnell zurecht findet. Jedes Rezept ist mit seinen Zutaten einkaufslistentauglich aufbereitet und dann wird die Zubereitung in wenigen Schritten, klar und ohne etwas erahnen zu müssen, erklärt.

Für einen Neustart im kommenden Jahr, für die Umsetzung von guten Vorsätzen, für ein „im Neuen Jahr wird alles anders“, ab dem 1. Januar geht’s wieder los mit x oder y oder für das Hinüberschauen über den eigenen, bisherigen Essenstellerrand, ist dieses Buch eine sehr sinnvolle Investition. Das Taschenbuch ist im Unimedica Verlag erschienen und für rund 26 EUR online beim Buchriesen zu bestellen. Ein E-Book kostet rund 3 EUR weniger.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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