Schneegestöber 2


Eigentlich wäre heute natürlich Radfahren dran. Irgendwie klar, immerhin habe ich ein neues Rennrad und außer, dass die Bremsen eingefahren werden müssen, will ich es natürlich auch benutzen. Aber bei uns schneit es. Perfektes Timing würde ich sagen. Liegen bleiben tut der Schnee zwar nicht, aber bei 1°C über Null und nassen Strassen muß ich jetzt auch nicht unbedingt Rennrad fahren. Als Triathlet hat man ja erfreulicherweise auch noch andere Sportmöglichkeiten und als Mensch könnte man ja auch einfach auf der Couch sitzen bleiben und etwas lesen.

Letzteres käme mir heute auch irgendwie entgegen. Ich bin müde und habe heute wenig Energie. Außerdem sollte ich mich auch ausruhen, weil heute Abend der Superbowl im Fernsehen läuft und ich den gern anschauen will. Auf der anderen Seite ist es auch ziemlich schwachsinnig die ganze Nacht vor dem Fernsehen einzuplanen, weil ich morgen nicht frei habe. Das würde ich sowieso nicht durchhalten, da bin ich realistisch.

Also kann ich auch laufen gehen. Eigentlich ist es ja auch ziemlich schön im Schneegestöber unterwegs zu sein. Der Sugardaddy und The Rock haben mir heute ein Kältelaufbild geschickt und obwohl sie weit weg wohnen, hat mich das zusätzlich motiviert. Ich ziehe mich also um. Passend für die Temperatur und das Schneegestöber mit Windjacke und Mütze. Ich will heute erneut mit dem 2km laufen, 200m gehen – Konzept ein paar Kilometer unterwegs sein. Mal sehen, ob das klappt, trotz Müdigkeit.

Auf den Ohren habe ich, außer einer Mütze, auch noch mein Hörbuch. Allerdings werde ich mich nur noch knappe 17 Minuten an den Töchtern der Tuchvilla erfreuen können, denn dann ist das Buch vorbei und weil der nächste Teil unglücklicherweise noch nicht als Hörbuch verfügbar ist, werde ich dann auf Musik umsteigen müssen. Es gibt schlimmeres, aber schade ist es trotzdem. Die Geschichte der Familie Melzer ist einfach so mitreißend. Wenigstens hoffe ich darauf, dass der Sohn, Ehemann und Bruder in den letzten Minuten des Buches aus der russischen Gefangenschaft heimkehrt.

Das Schneegestöber ist dicht, aber die Pfützen auf dem Weg und das Wasser, was auf den Feldern steht, ist nicht gefroren. Wir hatten hier keine wirkliche Kälteperiode, so dass der Boden nur feucht ist. Trotzdem ungeeignet zum radeln. Ich trage heute auch nicht die Winterlaufschuhe mit GoreTex, obwohl das vielleicht eine gute Idee gewesen wäre. Aber die sind ziemlich schwer, zumindest im Vergleich zum nicht GoreTex Modell und so hat die Beschwerlichkeit entschieden.

Immer öfter stelle ich in letzter Zeit fest, dass es mit dem warm machen oder einlaufen wirklich etwas auf sich hat. Auch heute laufe ich erst nach den ersten 3km rund. Wenn ich mir überlege, dass ich mich zukünftig dann vor 5 oder 10km Läufen erst mal 3km einlaufen muß, damit ich auf Betriebstemperatur komme, dann werden das ja recht lange Angelegenheiten. Als der Sohne, Ehemann und Bruder aus dem Krieg heimgekehrt ist, endet mein Buch und ich wähle in der nächsten Gehpause die Gesellschaft von Scooter, um mich etwas zu unterhalten. Erfreulicherweise kann ich auch entgegen des Takts laufen, was die Sache etwas einfacher macht. HP Baxxter ist ja nicht gerade für seine langsamen Beats bekannt. Trotzdem versuche ich die Schrittfrequenz auch mal etwas zu variieren und das klappt auch ganz gut.

Heute biege ich einfach mal anders ab, als sonst. Weil Abwechslung auch mal ganz schön ist und es nicht verkehrt sein kann, sich seine Laufstrecken auch mal von anderen Seiten anzusehen. Tatsächlich ist die Aussicht so rum anders. Natürlich. Aber ganz so anders hätte ich auch nicht erwartet. Ich verlängere meine Laufrunde noch etwas und bin dann schlußendlich nach fast 9km daheim.

Den Superbowl kann ich mir für heute Nacht mit ziemlicher Sicherheit abschreiben. Ich bin ganz schön fertig.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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2 Gedanken zu “Schneegestöber

  • Helge Orlt

    Liebe Claudi,
    ich kann beim Laufen oder gernell beim Sport ja gar nix hören. Ich genieße immer die Geräusche des Waldes. Musik würde da nur stören. Ich kann auch besser meinen Gedanken nachhängen, wenn ich nicht abgelenkt bin.
    Du bist schon bei 9km Laufen. Und vor ner Weile konntest du dir das noch gar nicht vorstellen :-)
    Du bist der Hammer!
    Ziehst es einfach durch.
    Den Superbowl haben wir auch nicht geschafft. Wir sind wohl einfach zu alt für durchgemachte Nächte :-))))
    Liebe Grüße
    Helge

    • Clauditries Autor des Beitrags

      Liebe Helge,
      9km sind tatsächlich viel viel mehr, als noch vor wenigen Wochen vorstellbar war. Ganz schön verrückt. :-)
      Danke Dir!
      Claudi

Kommentare sind geschlossen.