Bis in den Sommer


Nach einer fast endlos dauernden Autofahrt, einer ordentlichen Grenzkontrolle und einem arbeitsreichen Montag in unserem Büro in der Schweiz, klingelt der Wecker heute früh. Ich will die Gelegenheit nutzen und eine kleine Runde zum Zuger See laufen, denn immerhin ist der auf Fotos sehr hübsch und zusätzlich nicht weit entfernt von meinem Hotel. Leider ist es stockdunkel draußen, weil wir eben auch in der Schweiz noch keinen Sommer haben, obwohl ich für die Reisezeit locker in den Sommer hätte kommen können.

Aber darum ging es ja nicht. Ich bin ja schließlich zum Arbeiten hier, nicht um den Sommer zu genießen. Ich ziehe mich also früh gleich zum laufen an und noch bevor die Rezeption besetzt ist, findet meine Uhr das GPS Signal und ich lege los. Es ist eiskalt in Zug, durch die Häuser könnte man es auch regelrecht zugig nennen. Es beginnt leicht zu schneien, aber liegen bleiben tut nichts, es ist mehr so ein leichtes Schneegestöber vor dem Dunkel um mich rum.

Die Zuger Innenstadt liegt verlassen an ihrem See. Vereinzelt laufen zwar Menschen umher, auf dem Weg zur Arbeit, aber alles ist still und leise und wirkt wie ausgestorben. Es ist wirklich kalt und der Wind zieht in alle Ritzen. Ich habe zwar Daumenlöcher in meiner Jacke, aber der Daumen ist vor Kälte schon ganz taub und so ziehe ich ihn doch lieber ein. Wenigstens habe ich an eine Mütze gedacht, wenn auch nicht an Handschuhe. Wie mir das passieren konnte… keine Ahnung. Vielleicht, weil ich insgeheim doch den Sommer im Sinn hatte? Wenigstens habe ich eine Jacke und eine lange Laufhose mitgenommen.

Wenn es um den Sommer geht, wäre mir ja hier alles zuzutrauen! Nach einer gefühlten Ewigkeit in der Kälte sieht es für mich rechts nach Ufer aus. Eigentlich nach Promenade, aber es ist so dunkel, dass ich es nicht wirklich gut erkennen kann. Die wenigen, kleinen Lampen, die man hier am Seeufer aufgestellt hat, reichen kaum, um der Dunkelheit zu trotzen. Viel zu sehen gibt es nicht. Zumindest nicht bei dieser Beleuchtung. Ich habe leider nicht viel mehr Zeit und zusätzlich ist es mir auch wirklich viel zu kalt um hier noch länger auszuharren. Ich entscheid mich deshalb dazu, dass ich einfach umkehre und wieder zurück laufe. Hoffentlich ist die Dusche warm!

Jetzt ist die Stadt auch wesentlich belebter. Manchmal sind es nur ein paar Minuten, die das Wesentliche ausmachen, so ist es auch morgens im Rhein-Main-Gebiet. Fährt man 5 Minuten später los, braucht man gleich 20 Minuten länger, weil das eben hundert andere Autofahrer genauso machen. Verrückt. Zurück im Hotel ist die Dusche tatsächlich vom ersten Tropen an warm. Gigantisch.

Ich bin mir nicht sicher, ob der Tonangeber mit diesem Lauf einverstanden ist, denn beim Rookie Projekt von Tricamp steht natürlich etwas anderes auf dem Trainingsplan. Ausdauernder hätte ich unterwegs sein sollen, da bin ich sicher. Wahrscheinlich ist der Lauf aber besser als nichts? Ich bin zumindest froh, dass ich überhaupt ein bisschen draußen war. Den Rest des heutigen Tages werde ich garantiert bis spät im Büro sitzen. Da kann ich maximal das Fenster aufmachen, und das ist wirklich nicht das Gleiche.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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