Klammheimlich schnell


Die sibirische Kälte ist echt fies. Und natürlich kalt. Auf dem Weg heute vom Parkplatz zum Schwimmbad mache ich die Jacke zu und ziehe die Kapuze auf. Durch die Höchster Gassen weht zusätzlich ein fieser Wind, aber wenigstens ist die Sonne schon draußen. Der Frühling kommt, zumindest denkt die Sonne das. Dass Sibirien da was dagegen hat ist ein anderes Thema.

Ich schwimme heute mit dem SchwimmGuru und habe das Gefühl, die Bäderbetriebe sind von der sibirischen Kälte ähnlich überrascht worden, wie ich. Klar, hat man das angekündigt bekommen, aber wer hätte denn den Wetterbericht für voll genommen? Ich finde es heute in der Umkleide kühl und zugig und im Wasser auch nicht gerade anheimelnd warm. Aber richtig kalt ist es auch nicht. Wahrscheinlich fühlt sich das nur so an, weil ich von den paar Schritten so richtig durchgefroren bin?

Noch habe ich eine gute halbe Stunde Zeit und schwimme mich deshalb erst mal ausgiebig ein. Wie mittlerweile fast schon üblich, mache ich ein paar Technikübungen und bin baff, wie selbstverständlich die einfach eingebaut werden. In meinem Kopf sind zahlreiche Abfolgen einfach abgespeichert und zum einschwimmen werden die dann nur noch abgerufen. Heute ist das Miteinander, zwischen „die Haare müssen trocken bleiben“ und meinem Rumgespritze ganz ok. Die Herrschaften um mich rum wirken nicht hocherfreut, aber aggressiv ist keiner. Und getreten wird ebenfalls nicht.

Eine erfreuliche Sache, wenn ich mir mein Erlebnis von vor ein paar Wochen noch mal in Erinnerung rufe. Es steht und fällt eben einfach mit den Menschen und deren Laune. Wenn die Menschen um einen rum nicht wollen, kann man selbst so viel versuchen, wie geht und hat dennoch keinen Erfolg. Der SchwimmGuru und ich beginnen ganz pünktlich um 8h. Ich sage ihm nicht, dass meine Gedanken immer noch etwas abschweifen, denn ich hoffe, dass die Trainerstunde mich gut ablenkt. Muskulär habe ich keine Themen, so dass wir gleich besprechen können, um was es heute so geht.

Ich schwimme außerdem noch mal eine Übung vor, damit ich sicher sein kann, dass ich die auch richtig durchführe und bekomme mein erstes Lob. Obwohl ich mir unsicher war, dass das der Beschreibung entspricht, sagt der SchwimmGuru, dass es genau so sein soll. Na, das beginnt ja schon mal gut heute. Ich freue mich. Wir arbeiten uns heute an die perfekte Druckphase ran und der SchwimmGuru ist erneut sehr zufrieden, weil ich seine Tipps, Anweisungen und Übungsbeschreibungen gut umsetzen kann. Die neu gefundene Druckphase finde ich großartig. Die wesentliche Arbeit findet kurz nach dem Wasser fassen statt, da gibt’s richtig Schub und ordentlich Vortrieb.

Frontschnorchel

Kraulen

Bemerkenswert, wie das klappt und vor allem, wie schnell. Wir schwimmen ein paar Bahnen, es gibt immer winzig kleine Korrekturen und Hinweise und auf einmal bin ich wirklich flott. Der SchwimmGuru hat mit den letzten Anmerkungen ganz klammheimlich den Schleppbeinschlag eingeführt. Von Schleppen merke ich da zwar nichts, aber wenn ich den Beinschlag so mache, wie er es sagt, bin ich viel schneller, als sonst.

Schwimmtraining

Also das hätte ich ja jetzt nicht gedacht. Im Gegensatz zu sonst, merke ich richtig Geschwindigkeit. Unfassbar. Ich bin schon am Ende der Bahn! Das gibt es jetzt doch echt nicht. Der SchwimmGuru grinst, als ich anschlage und sagt, dass ich ganz schön zügig unterwegs bin. Alles, was wir gesäht haben, der SchwimmGuru mit den zahlreichen Technikübungen und den Trainingsplänen, ich mit dem frühen Schwimmtraining vor der Arbeit und den vielen Einheiten, all das ernte ich genau jetzt. Ich habe gerade einen richtigen Schubsprung gemacht.

Vor allem, dass ich es selbst gemerkt habe, ist toll. Ich bin gespannt, ob ich die Geschwindigkeit morgen im Vereinsschwimmtraining wieder so abrufen kann. Und vor allem bin ich auf den Vergleich zu den Männern gespannt, mit denen ich Freitags immer schwimme. die müssten doch irgendwann mal zu kriegen sein…

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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