Deine Füße in Sicht


Heute gilt es irgendwie. Es ist natürlich kein Wettkampf und ich bin weit entfernt davon hoch zu stapeln, aber nach meinem Geschwindigkeitserlebnis von gestern, habe ich heute doch Lust es dem Zeugwart auf der Bahn zu zeigen. Ich hätte gerne, dass er, trotz aller Skepsis, weil ich den Arm nicht so halte, wie das alle Lehrpläne und Fotos eben so zeigen, merkt, dass ich schnell geworden bin im Wasser. Alle Zweifler, die lieber mit YouTube Videos trainieren, oder Bücher lesen, sollen die Möglichkeit haben zu sehen, wohin das regelmäßige Training mit dem SchwimmGuru mich, die Schwimmschnecke, geführt hat.

Es ist mein geheimer Plan heute gegen Ende des Schwimmtrainings, geschwindigkeitsmäßig richtig einen rauszuhauen. Und weil er geheim ist, sage ich keinem was davon. Natürlich nicht. Es ist weiterhin kalt draußen und heute flockt es ein bisschen vom Himmel, als wir zur Schwimmhalle laufen. In manchen Teilen Deutschlands gab es bereits Eisregen, wir haben nur eine Schneeankündigung bekommen. Aber bis wir mit dem Schwimmen durch sind, wird der Schnee die Welt noch nicht verhüllt haben. Zumindest nicht hier in Frankfurt.

Die Umkleide ist zugig und kalt. Als ich mich ausziehe bekomme ich sofort eine Gänsehaut. Ob das ein guter Einstieg in die Geschwindigkeit ist? Federvieh ist allerdings auch nicht gerade langsam, von daher ist die Hoffnung, dass ich das Gelernte von gestern heute tatsächlich abrufen kann, nicht unbegründet. Viele Bewegungsabläufe haben sich sowieso schon ganz gut in meine Schwimmwelt eingebrannt. Ich mache vieles, was der SchwimmGuru mir mit seinen Erklärungen und den zahlreichen Technikübungen beigebracht hat, mittlerweile ganz automatisch.

Ich habe mir die sinnvolle Technik quasi einverleibt. Die Bahnen sind heute dichter besetzt, als sonst. Aber ich schwimme mit den Männern auf einer Bahn und wir kommen uns eigentlich nicht in die Quere. Während ich meine Übungen abschwimme, werde ich regelmäßig überholt, weil einarmiges Kraulschwimmen eben einfach nichts taugt um dahinter zu verharren. Beim Orientierungsschwimmen habe ich die erste Möglichkeit in den richtigen Rhythmus zu kommen und bin auch tatsächlich zügig drin. Ich orientiere mich die angegebenen 25m und schwimme dann aber im gleichen Rhythmus weiter. Weil ich es kann.

Und als es zum Ende hingeht und ich nur noch runde 500m Schwimm Golf auf dem Plan habe, da beschließe ich, dass ich die Geschwindigkeit jetzt so richtig aus dem Sack lasse. Ich lasse die Männer vorschwimmen und gebe ihnen ein bisschen Vorsprung und dann arbeite ich mich vor. Ganz ruhig und gelassen, fast schon entspannt, pirsche ich mich immer näher an den Zeugwart ran. Ich merke die Nähe, weil ich den Sog spüren kann, denn der Beinschlag macht im Wasser Blasen und meine Gleitphase wird dadurch noch länger. Und ich muß noch weniger Kraft aufwenden und bin schon dran an den Füßen. Und weil ich es kann klopfe ich auch mal drauf und teile so mit, dass wir gerne ein bisschen schneller schwimmen können.

Was ein Erfolg! Kontinuierlich so schnell schwimmen wie die Männer hat noch nie geklappt. Ich überhole die Schwimmer auf den Bahnen um uns rum, denn während die konzentriert ihr Ding schwimmen, starte ich mit meiner nächsten SchwimmGolf Bahn etwas später und schlage am anderen Ende doch früher an. Und ich suche mir nicht ausschließlich langsame Gegner. Was ein Spaß!

Ich bin hochgradig zufrieden. Ein Erfolgserlebnis ist das Eine, aber wenn ich jetzt dauerhaft auf diese Fähigkeit zugreifen kann, wenn sich die Geschwindigkeit und diese Schwimmtechnik jetzt als normal in meinen Körper reingesetzt haben und wenn ich beides jetzt immer abrufen kann, dann ist dieser schwimmlastige Winter die beste Entscheidung seit langem gewesen! Manchmal muß man auch einfach Glück haben und etwas Neues probieren.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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