Wir sind viele


Lauftechnisch bin ich derzeit nicht wirklich auf der Höhe. Das ist nicht nur mir klar, sondern ganz bestimmt auch dem Flummi, weil sie letzte Woche mit mir gelaufen ist und leicht festzustellen war, dass ich es nicht so gut wegstecke, wie sie. Für heute ist ihr das aber egal und auch der Charmeur hat bereits gestern angekündigt, dass er heute erneut mit am Start sein wird. Walter Mitty schließt sich ebenfalls an, obwohl ich ihm von den Rückschritten mehr als einmal erzählt habe. Aber alle ruhen sich auf ihren gerade überwundenen Erkältungen aus und sagen, dass es ja ganz und gar überhaupt nichts ausmacht, wenn ich langsam laufe oder eine Gehpause brauche. Weil man ja sowieso nicht fit sei, bla bla bla.

Sportler neigen ja öfter zu total Untertreibungen. Wenn wir Fahrrad fahren, dann hat auch eh kaum einer wirklich trainiert in letzter Zeit. Alle sind müde und habe garantiert heute nicht ihren besten Tag. Alles untertreiben. Ich nicht. Ich habe heute nicht meinen besten Tag und ich weiß, dass es eine langsame Sache werden wird. Aber die Gefährten sind unermüdlich und von ihrem Laufplan auch nicht abzubringen. Gemeinsam starten ist auch ganz schön und wahrscheinlich werden die Schnellen dann schneller des Weges hüpfen. Zusätzlich laufen noch zwei anderen Kolleginnen mit. Wir sind viele.

Nach den ersten paar hundert Metern, keiner ist bislang wirklich warm gelaufen, beschleunigen die Damen und ziehen weiter. Sie laufen zwar unsere Richtung, aber eben ein Stückchen schneller. Der Flummi, Walter Mitty, der Charmeur und ich traben unbeirrt weiter. Mein Ziel ist die erste Kurve vor dem kleinen Anstieg. Bis dahin will ich in diesem Tempo laufen und dann eine Gehpause machen, den Hügel hoch. Laut Walter Mitty qualifiziert diesen Teil der Strecke übrigens nichts als Hügel, aber in meiner Welt sind Hügel eben so. Ich habe auch eh keine Puste um darüber zu diskutieren. Wir marschieren also geordnet den Hügel hinauf und oben angekommen, bei herrlicher Aussicht, die man wohl kaum hätte, wenn es kein Hügel wäre, aber das nur nebenbei, laufen wir gemächlich weiter. Es ist wirklich schwer heute, obwoh kein Wind bläst und ich weder Schmerzen noch Hunger leide. Aber manchmal ist das eben so.

Der Flummi und Walter Mitty rennen locker flockig, ohne jegliche Anstrengung und wahrscheinlich auch noch ohne überhaupt an Schweiß zu denken, vor mir her. Der Charmeur tut mir wenigstens den Gefallen und atmet ab und an schwer. So fühle ich mich mit der Schnauferei nicht ganz alleine. Allerdings muß ich mir was überlegen, denn es bringt nichts, permanent über meinem Leistungsvermögen unterwegs zu sein. Während ich mir das allerdings überlege, laufen wir gute 7km gemeinsam. Mehr langsam als schnell und immer gespickt mit entschleunigenden Gehpausen, wenn es leicht hoch geht.

Diese laufenden Arbeitspausen am Nachmittag oder in der Mittagspause sind wirklich Gold wert. Für mich pustet die frische Luft noch mal so richtig mein Gehirn durch und ich schaffe es im Anschluß dann tatsächlich noch mal ein paar Stunden an den Schreibtisch und arbeite, auch heute, erneut ein paar Aufträge ab. Weil den Menschen um mich rum immer wieder neue Ideen und Anforderungen kommen und mir dazu ja „immer irgendwas“ einfällt. Hoffentlich erhole ich mich bis morgen, denn da gehen wir mit den Kollegen wieder schwimmen, ist ja dann Mittwoch.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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