Permanentes Rollen


Gerade erst habe ich gedanklich angefangen mich mit dem Verkehr im Rhein-Main-Gebiet zu versöhnen, weil in den letzten Tagen wirklich erstaunlich wenig los war und es deshalb sogar wochenlang recht flüssig von statten ging. Heute aber, würgt mir der Verkehr gleich wieder eine volle Breitseite rein, weil auch um diese frühe Uhrzeit so viele Autos unterwegs sind, dass es stockend gehen muß. Ob die auch alle zum Schwimmtraining fahren? Deutschland braucht dann auf jeden Fall mehr Schwimmbäder, so viel ist sicher.

Ich bin heute verabredet. Nicht nur mit Walter Mitty, der sowieso jeden Mittwoch hier seine Trainingspläne abschwimmt, sondern auch mit einer Rookiekollegin. Die kommt auch aus Frankfurt und macht im Rookie Projekt von Tricamp mit. Und irgendwie dachten wir beim ersten Treffen, dass wir ja toll mal zusammen trainieren könnten… aber geschafft haben wir es bisher nicht. Und heute sehe ich für ein ausgiebiges gemeinsames Training ebenfalls schwarz, wenn das mit dem Verkehr so weiter geht. Erfreulicherweise bin ich dann doch nur 30 Minuten später als gedacht und geplant am Hallenbad und weil ich mittlerweile eine regelrechte Umzieh – und Spindpackroutine habe, bin ich auch nur wenige Minuten später tatsächlich auch im Wasser.

Dank Tricamp Badekappe erkenne ich sie auch sofort. Ansonsten ist das ja mit Schwimmbrille eher etwas schwierig. Aber so ist das kein Problem. Der SchwimmGuru ist ebenfalls da und zeigt dem Power Ranger heute mal, wie das bei ihm doch wesentlich schneller gehen würde mit dem Schwimmen. Die Rookiekollegin, Karla Kolumna, schwimmt den Trainingsplan vom Tonangeber, Walter Mitty schwimmt irgendetwas total unverantwortliches, was ihn regelmäßig zur Schnappatmung zwingt, und was mache ich? Ich habe die Wahl zwischen dem Trainingsplan vom SchwimmGuru und meiner eigenen Fantasie. Ich wähle die Fantasie und beschließe heute Pyramiden zu schwimmen und immer eine Rollwende zu machen.

Im 25 Meter Becken kann man das mit den Rollwenden ganz gut üben. Im 50m Becken bin ich schon müde, bis ich zur Wende komme, bei 25m ist es locker. Ich muß nur den richtigen Rhythmus finden. Das ist gar nicht so einfach und warum ich ein „nur“ eingebaut habe, ist mir sowieso schleierhaft. Rollwenden sind derart kompliziert, unglaublich, dass um mich rum permanent gerollt wird, ohne zu ertrinken, sich den Kopf zu stoßen oder entweder zu weit weg oder zu nahe dran an der Wand zu landen. Bei mir klappt das alles nicht wirklich.

Obwohl ich mir keine Nasenduschen gönne. Ich atme kontinuierlich aus. Leider oftmals so stark und mit so wenig Luft, weil das kurz vorher einatmen nicht gut geklappt hat, dass ich kaum gleiten kann, sondern, um das jähe Ertrinken zu verhindern, dringend sofort auftauchen muß. Ich mache das hier wahrscheinlich wie der erste Mensch und bin wirklich froh, dass der SchwimmGuru anderweitig beschäftigt ist. Hoffentlich prüft er die Rollwende nächstes Mal, wenn wir gemeinsam Training haben, nicht ab. Wenn ich mir meine Versuche heute in Erinnerung rufe, dann scheint das weitaus komplizierter zu sein, als schwimmen im Allgemeinen?

Oder ich bin auch im Bereich Rollwende talentfrei. Das kann es natürlich auch sein. Ich schaffe ein paar Wenige, die ganz gut klappen. Ich atme kurz vorher ein, rolle in angemessenen Abstand zur Beckenwand, platziere die Füße richtig und stoße mich in die richtige Richtung ab. Ich schwimme keinen um, ich kann im Anschluß etwas gleiten und finde dann auch gleich wieder meinen Rhythmus. Wenn das doch nur jedes Mal so klappen würde… eine Wunschvorstellung!

Zum Abschluss, als ich ins Büro aufbrechen muß, weil ich ja irgendwann auch am Schreibtisch sitzen sollte, machen wir noch ein Teamfoto für den Tonangeber. Walter Mitty war gerade mit ihm eine Woche auf Lanzarote und Karla Kolumna und ich haben als Rookies ebenfalls ein Teamfotoanrecht. Beim Schwimmen trainiert man eben irgendwie zusammen und dann doch wieder nicht.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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