Einklicken wie der erste Mensch


Das Osterwochenende beginnt mit perfektem Radfahrwetter. Der Zeugwart wusste das schon gestern und der Schwimmer auch, also haben wir uns verabredet den Karfreitag mit einer gemeinsamen Radtour einzuleiten. Am Karfreitag wird ja weder getanzt noch Lärm gemacht, passt also perfekt mit dem Radeln. Dank meiner elektronischen Schaltung am neuen Canyon schalte ich ja praktisch geräuschlos.

Als wir uns heute früh anziehen haben wir draußen 2°C. Die Sonne geht gerade auf und ich hoffe sehr, dass die noch etwas Wärme anschleppt, bis dahin sind wir aber schon unterwegs und deshalb ziehe ich mich ordentlich warm an. Regen ist heute früh nicht in Sicht, erfreulicherweise. Trotzdem trage ich meine Castelli Allwetterhose, weil die nicht ganz so dick ist, wie eine Winterhose, und im Ernstfall doch auch etwas Wasser abhält. Über meinem Wintertrikot habe ich auch noch meine Winterjacke an und über meinen Rennradschuhen noch meine dünnen, winddichten, Überzieher.

Radtour

Frieren will ich auf keinen Fall und bis zum Treffpunkt merke ich auch schon etwas, dass die Sonne mit ein bisschen Wärme über die Baumwipfel kommt und ich vielleicht Glück habe, mit meiner Kleidungsauswahl. Bis hier her hat das Schalten auch ganz gut geklappt und auch das Ausklicken habe ich mehrfach geübt, damit ich nicht an einer Ampel in die Waagerechte komme. Leider erfordert jetzt das Einklicken mehr Praxis als gedacht. Mit den großen Platten und den Look Pedalen, die ich jetzt am Rennrad fahre, ist es doch etwas anderes, als mit dem kleinen SPD System, was ich am Crosser benutze. Außerdem glaube ich, dass die Überzieher nicht Rennrad-System-tauglich sind, aber ich übe ja auch noch.

Ich klicke, wie der erste Mensch. Unfassbar, was das ein Unterschied ist. Und ich dachte, klicken wäre ich mittlerweile gewöhnt, aber wenn ich mir das hier so zu Gemüte führe, bin ich gar nichts gewöhnt. Mit diesen Rennradschuhen ist es so, als hätte ich niemals zuvor mit Klickpedalen gearbeitet. Es ist nicht nur beim Einklicken neu und ungewohnt (und erfordert manchmal 20 Versuche, bis ich das Pedal richtig treffe), es ist auch was den Druck angeht etwas ganz anderes. Mit den großen Platten, die man an den Schuh dranschraubt (Cleats ist hier der Fachbegriff, den bei uns natürlich der Zeugwart kennt) packe ich viel viel mehr Druck auf das Pedal, als mit den kleinen Platten.

Der Unterschied ist spürbar. Nach dem Treffen fahren wir als fünfer Gruppe unsere fast schon übliche Runde. Wir sind im letzten Jahr hier nämlich auch öfter zusammen lang gefahren. Es werden zwischen 40 und 50 Kilometer, viele breite Radwege, abseits der Strasse und wenn wir Straßen benutzen, dann sind die wenig befahren und keine Qual für Auto- und Radfahrer. Wenn es für alle angenehm ist, ist das auch viel schöner. Wir haben kaum Wind und fahren ganz prima zusammen. Ab und an auch nebeneinander um zu quatschen, manchmal in einer Reihe und jeder genießt die Natur. Der Frühling hat in den letzten Tage hier ordentlich Einzug gehalten.

Praktisch jeder Baum sprießt, die Wiesen sind saftig grün und in den Waldstücken geht vogelstimmenmäßig so richtig die Post ab. Ich komme mit meiner Schaltung wirklich sehr gut zurecht. Auch die Bremsen an meinem neuen Fahrrad greifen gut und verlässlich. Die nachträgliche, sehr umfangreiche und wirklich gute, Erklärung von Canyon zum Einbremsen der Scheibenbremsen habe ich vollumfänglich umgesetzt und komme tatsächlich in den Genuss von einer sehr guten Bremswirkung. Temperaturmäßig ist dieser Karfreitag auch vom Feinsten. Die Sonne wärmt angenehm, es ist wirklich herrlich.

Meine Klamottenwahl heute früh war top, ich friere nicht, zu warm ist mir auch nicht. Nur das Einlicken, das ist nach wie vor nicht so, wie ich es mir vorstelle. Aber gut, wenn es einfach wäre, würde es wahrscheinlich anders heißen. Im Gegensatz zu unseren Radtouren im letzten Jahr, muß ich mich heute nicht sofort im Anschluß total erschöpft hinlegen. Ich dusche angenehm und dann fahren wir zum grüne Soße essen zur Teamchefin, ich bin zwar geschafft und merke, dass ich etwas getan habe, aber unbedingt schlafen muß ich heute nicht. Zumindest nicht sofort. Eine deutliche Verbesserung! Es geht aufwärts.

Hoffentlich auch beim Klicken.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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