MRT Monopoly


Gestern Abend erfahre ich, dass meine MRT Untersuchung heute nüchtern statt finden muß und dass ich erst am Mittag dran bin. Warum sollte man jemanden, der nüchtern zur Untersuchung kommen soll auch gleich früh drannehmen? Wahrscheinlich, weil ich hier nicht die Einzige kranke bin, die diese Untersuchung braucht, nehme ich an? Trotzdem ist das echt blöd und als meine Zimmernachbarin frühstückt knurrt mein Magen ganz schön. Wegen der weiterhin sehr heißen Außentemperaturen bekomme ich eine Infusion angehängt, denn nüchtern heißt hier nichts essen und auch nichts trinken. Da nehmen wir es ziemlich genau und ich habe keine Lust die ganze Odysee dann noch mal durchzumachen, also befolge ich alle Ratschläge und bin damit hoffentlich fein raus. Zu allem Überfluß bekomme ich heute einen zweiten Zugang gelegt. Für die Untersuchung benötige ich nämlich einen am rechten Arm und zusätzlich einen der Version grün und nicht einen der Version rot. Das hätte man ja mal am Dienstag wissen können. Na ja.

Um 12h marschiere ich dann überpünktlich zum MRT. Hier ist eine lange Schlange an der Anmeldung und ich bin froh, dass ich mein Buch am Start habe. Sieht aus, als wird das hier länger dauern. Und während ich hier so anstehe und lese, gerade wird es auch im Buch herrlich spannend, kommt eine Röntgenassistentin und ruft mich auf. Dabei bin ich ja noch nicht mal angemeldet. Verrückt. Ich trete also aus der Schlange heraus und werde von der Dame gleich auf meinen rechten Zugang kontrolliert. Ist ein bischen wie bei Monopoly hier, ohne Zugang auf der richtigen Seite mit der richtigen Farbe geht man hier nirgends hin und schon gar nicht über Los. Klare Sache. Ich marschiere hinter der Dame her und bekomme eine Kabine. Hier lese ich mir den Aufklärungsbogen durch und bin dann blitzschnell Oberkörper und Ohrringfrei im Geräteraum. So ein MRT sieht ja wirklich nicht sehr anheimelnd aus. Ich lege mich auf den Schlitten, überlege kurz, wie ich das mit 20kg mehr machen würde, die heutzutage -auch bei meiner Körpergröße- keine Seltenheit sind, und werde verkabelt.

Ich bekomme ein EKG getriggertes MRT und deshalb braucht es natürlich ein EKG, weil ja sonst der ganze Name keinen Sinn machen würde. Das verstehe selbst ich, als medizinischer Laie. Zusätzlich werde ich an die Kontrastmittelpumpe angeschlossen und bekomme eine Klingel in die Hand gedrückt. Kurz bevor der Schlitten ins Gerät fährt mache ich die Augen zu und bekomme einen Kopfhörer aufgesetzt. Ich bin mir nicht sicher, wie ich reagiere, wenn das Gerät direkt über mir ist, Platzangst habe ich zwar eigentlich nicht, aber die Enge sieht schon bedrückend aus. Und wenn die Augen geschlossen sind, dann sehe ich die Enge nicht, obwohl sie weiterhin da ist. Über den Kopfhörer bekomme ich nun ständig Anweisungen um meine Atmung für die Aufnahmen zu steuern. Einatmen, Ausatmen, Luft anhalten, ich mache alles auf Ansage. Ab und an wird’s mir mal ganz warm, da kam dann wohl eine Runde Kontrastmittel in meinen Körper. Der Rhythmus ist immer mal ein anderer und ich schweife mit den Gedanken auch öfter mal ab und bin dann ganz überrascht, wenn ich plötzlich die Luft wieder anhalten soll. Erfreulicherweise bekomme ich dann aber immer schnell die Kurve und mache, was die sympathische Stimme in meinem Ohr mir sagt.

Die Untersuchung hat extrem lange gedauert und als ich nach ein paar Stunden dann wieder zurück auf der Station bin, stürze ich mich förmlich auf Essen und Trinken. Vom Prinzip her hätte es jetzt auch alles geben können, ich hätte es wahrscheinlich gegessen. Obwohl mir der Reis mit Currysauce wirklich nicht besonders gut schmeckt. Trinken ist aber wirklich etwas sehr schönes, das muß ich feststellen. Heute früh habe ich noch zwei weitere Termine in meinen Untersuchungsplan bekommen. Der Professor würde gerne noch mehr abtasten, ehe er sich nach der Konferenz zur bildgebenden Diagnostik zu einer finalen Diagnose inklusive Therapie hinreißen lässt. Ich bin wirklich gut verplant. Langeweile kommt hier nicht auf.

Am späten Nachmittag, kurz bevor das Abendessen ausgeteilt wird, werde ich noch von einer Braunüle befreit. Obwohl die mittlerweile total flexibel sind, statt Nadel einen Schlauch nutzen und „gar nicht mehr“ weh tun, empfinde ich es doch als sehr unangenehm den Zugang zu haben. Und gleich zwei hielt ich ja schon heute früh für übertrieben.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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