Stimmungsvolles Lauf ABC


Ich habe heute keine Zeit für Sport, das weiß ich schon gestern Abend, als ich im Bett liege. Heute wird es sportlich eng an der Zeitfront. Ich habe Termine im Büro, der Zeugwart muß das Haus früh verlassen, was unser gemeinsames Frühstück nach vorne schiebt und ich habe heute Abend einen Linsenkontrolltermin bei Optimum. Zusätzlich wird es unheimlich warm heute und je später ich dann rumrenne, desto wärmer ist es eben. Alles spricht gegen den Sport. Wirklich alles. Jede Ausrede würde gelten… wenn… ja, wenn es da nicht den Tonangeber gäbe.

Der hat mir zwar bislang relativ wenig Vorschriften gemacht und fährt mehr die „mach Sport nach Wunsch“ und „mach genug Pausen dazwischen“ Tour, aber ich weiß, wenn alles nur noch Pausen wären, dann würde der Tonangeber ganz sicherlich fragen, was das soll. Und außerdem finde ich es auch blöd, wenn immer eine Ausrede herhalten soll. Ausreden halte ich mir mal besser warm (im wahrsten Sinne des Wortes), wenn ich zusätzlich zu dem keine Zeit Thema, auch noch keine Lust habe. Lust habe ich aber. Und bei einem Wettkampf kann ich mir das Wetter ja schließlich auch nicht aussuchen.

Wir stellen den Wecker gestern also einfach eine halbe Stunde früher und statt dass ich mich noch zweimal umdrehe um dann zum Frühstück machen zu gehen, stehe ich direkt auf und ziehe meine Laufklamotten an. Vom Prinzip her ist es tatsächlich egal, was ich anhabe, denn um diese Uhrzeit wird sowieso gar keiner auf der Gasse sein. Ich schlüpfe in eine kurze Hose und ein Laufshirt, stelle dabei fest, dass ich ruhig mal wieder Laufklamotten kaufen könnte, weil man manchen meiner Hosen und T-Shirts die bereits seit einigen Jahren andauernde Sportkarriere bereits ansieht, und bin schon draußen. Die Luft ist herrlich.

Auf dem Feld hängt der Nebel und die Sonne geht hinter dem Wald auf. Ich laufe mich ein und bin wirklich die Einzige die draußen ist. Alle Fenster sind weit geöffnet, und in den Häusern sind schon viele Leute wach, aber wirklich draußen ist noch keiner. Auf den Parkplätzen stehen auch noch alle Autos, ein paar Hunde wurden schon in die Gärten gelassen. Nach dem Einlaufen begebe ich mich auf meine für heute morgen auserkorene Lauf ABC Strecke. Meine Tasche mit der Übungsübersicht habe ich natürlich um und kann so immer mal spicken.

Es ist ja heute auch erst das dritte Mal, so dass es schon ok ist, wenn mir nicht jede Übung leicht von der Hand geht. Aber ich kenne schon einige und habe auch tatsächlich das Gefühl, dass es heute erneut etwas besser läuft. Der Kniehebelauf könnte ein paar Millimeter höher ausgeführt sein, als beim letzten Mal. Vielleicht sind auch nur meine Augen noch müde und deshalb kommt es mir so vor? Obwohl die Luft wirklich erfrischend ist und ich kein müdes Gefühl habe. Während die Übungen auf der Strecke „hin“ ausgeführt werden, spaziert man ja beim Lauf ABC die gleiche Strecke „zurück“ um sich etwas zu erholen. Letzte Woche, beim ersten Mal Lauf ABC bin ich wirklich sehr langsam spaziert, weil ich kaum atmen konnte, vor Anstrengung. Heute spaziere ich deutlich zügiger zurück und kann auch gleich wieder mit der nächsten Übung loslegen. Als ich mit allen Übungen durch bin, kann ich die gleiche Strecke, die ich zum einlaufen absolviert habe, auch zurücklaufen. Ohne Gehpause und über 15 Sekunden pro Kilometer schneller, als das Einlaufen letzte Woche. Nicht, dass die Geschwindigkeit überhaupt in den Bereich „schnell“ fallen würde, aber immerhin etwas schneller. Und außerdem finde ich es toll, dass ich trotz der vielen anstehenden Themen heute tatsächlich den Sport untergekriegt habe.

Nach der Arbeit, die mir heute wirklich leicht von der Hand geht, obwohl jede Menge ansteht, geht es für mich heute außerdem noch zur Linsenkontrolle nach Bruchköbel. Hier werde ich in der Regel alle drei Monate vorstellig, um zu prüfen, ob meine Kontaktlinsen nach wie vor das Nonplusultra sind, ob meine Augen alles gut vertragen und ob ich es nicht übertreiben mit der Tragerei. Dass ich hier richtig aufgehoben bin, merke ich immer schon, wenn ich parke, weil es ja einen Fahrradparkplatz direkt vor der Tür gibt, von dem die Rädchen auf die Sportbrillen im Schaufenster schauen können. Damit die sich auch nicht so langweilen, während man selbst drinnen seine Sehleistung unter Beweis stellt. Während ich vollkommen treffsichere Leseergebnisse vorlese und sogar bis 160% Sehleistung die Buchstabenfolgen richtig aufsage, schnuppert der Zeugwart bei den Sportbrillen herum. Mittlerweile meldet sich ein leichter Muskelkater in meinen Waden, der ja nur vom Lauf ABC am frühen Morgen kommen kann. Beim Buchstabenablesen haben meine Waden ja schließlich wenig Stress. Ich denke, das nächste Lauf ABC werde ich auch wieder nach diesem Prinzip machen… obwohl das frühe Aufstehen mich schon etwas Überwindung gekostet hat.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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