Übungsfreier Erholungsrückweg 1


oder… mein Start als #Judithathletin

Gestern war es soweit, wie verabredet lag mein erster Trainingsplan als #judithathletin im Email Postfach und mein Tricamp Rookie Leben wurde beendet. Die Herrschaft des individuellen Trainingsplanlebens beginnt heute. Der erste September ist ein gutes Datum dafür. Es ist noch warm, aber nicht mehr so heiß, morgens ist es so gar regelrecht kühl und die Freibäder sind noch geöffnet, aber leer, weil das Wetter nicht mehr so verlockend und die Schule wieder losgegangen ist. Brilliant. Die Chefin hat mir einen Gewöhnungstrainingsplan geschickt. Damit ich mich an sie gewöhnen kann und damit sie mit mir und meiner Art der Handhabung und Rückmeldung eine Anwärmphase hat.

Ich glaube, meine Gewöhnung wird leichter sein, als ihre. Ich glaube nicht, dass ich einfach bin, ich habe kein Bewegungstalent und ich sicherlich eine der schlecht trainiertesten Athletinnen im #judithatleten Kader. Die Chefin trainiert Sarabi, sie ist eine zweifache Ironman Finisherin, die Chefin ist Besseres gewöhnt. Aber sie hat Ja gesagt und so bin ich gespannt, wo uns beide der Trainingsplan so hinführt. Wir arbeiten mit Zwischenzielen, weil es schön ist, wenn man auch mal etwas kurzfristig erreicht, statt immer nur etwas Großes und anfangs noch schwer erreichbares vor Augen zu haben. Mein erstes Zwischenziel ist die Marathonstaffel beim Frankfurt Marathon.

Die vier Rookiesterne, Kimberly, Lovis, Karla Kolumna und ich wollen nämlich beim Frankfurt Marathon mitlaufen, als Staffel. Und obwohl es eine Staffel ist, so sind trotzdem die kompletten 42km zu bewältigen und mit dem gemeinsamen Zieleinlauf in die Festhalle zu krönen. Die Chefin und ich arbeiten also als allererstes darauf hin. Mein erster Tag als #Judithathletin ist also heute. Habe ich mir nicht zu viel vorgenommen? Schaffe ich das, wieder nach so einem individuellen Trainingsplan zu trainieren? Gibt’s genug Erholung? Immerhin sind garantiert alle anderen #judithathleten wesentlich besser in Form als ich. Aber die Chefin ist eine gute Trainerin … und ich? Ich muß einfach nur das tun, was sie sagt. Wenn man einen Profi beauftragt, dann sollte man sich natürlich auch danach richten, was derjenige auf den Trainigsplan schreibt.

Heute steht ein Lauf auf meinem Plan. Ich soll mich 15 Minuten einlaufen, dann mache ich 20 Minuten lang Lauf ABC und dann laufe ich wieder heim. Das klingt nicht viel, aber ich weiß, dass mir die 15 Minuten einlaufen schon lange vorkommen werden. Und so ist es dann auch. Schon kurz nach dem Loslaufen wird es anstrengend. Ich wähle eine Schleife durch’s Dorf, so ist es nicht ein hin- und herlaufen, sondern ich habe wenigstens die Chance ein bisschen was abwechslungsreiches zu sehen. Samstag Nachmittags ist im Dorf aber absolut tote Hose. Mir begegnet keiner und außer, dass ich mich durchkämpfe, bis die 15 Minuten vorbei sind, passiert auch nichts. Ich denke an Sarabi, die sich schon durch zwei Ironman Rennen gekämpft hat und ich denke an Walter Mitty, der in Zell nicht dazu kam die 70.3 Meilen zu absolvieren und es deshalb dann noch mal auf Rügen probieren möchte.

Nach 15 Minuten habe ich die angepeilte Lauf ABC Absolvierungsstrecke erreicht. Hier habe ich jetzt schon öfter meine Übungen gemacht und nachdem ich mit der Chefin ja am letzten Wochenende im kühlen Zell alle Übungen noch mal durchgegangen bin, habe ich jetzt eine etwas bessere Orientierung. Trotzdem fallen mir ihre Kommentare zur jeweiligen Übung manchmal erst ein bisschen zu spät an, weil ich denke, dass ich nicht auf meinen Zettel schauen muß. Eigentlich wäre es auch ziemlich cool, wenn ich hier eine Flasche Wasser stehen hätte. Denn nach dem Herlaufen bin ich schon ziemlich geschafft, und die Rumhopserei vom Lauf ABC tut ihr übriges.

Ich nutze also die übungsfreien Rückwege ausgiebig und versuche wieder ordentlich durchzuatmen und mich zu erholen. Aber so wirklich funktionieren tut das nicht. Auf meinem Rückweg sehe ich in der nahen Kurve, wo mittlerweile wirklich zahlreiche Autos entlangfahren, viele Beinaheunfälle, weil eine Lauf ABC absolvierende #judithathletin wohl einfach spektakulär anzusehen ist? Weil ich hier so grazil wirke, schauen sie wohl kaum. Nach 19 Minuten bin ich mit all meinen Übungen durch. Gerade die Sprints am Ende klappen super. Ich muß allerdings mehr auf dem Fußballen laufen. Na ja, beim nächsten Mal eben.

Den Heimweg muß ich abkürzen, weil ich einfach nicht mehr kann. Ich schaffe knappe 10 Minuten. Das ist laut Plan zu wenig. Aber ich bin die ganze Zeit gejoggt und ich habe sogar versucht, meine gerade absolvierten Lauf ABC Übungen umzusetzen. Höchstwahrscheinlich aber ohne Erfolg, ich sehe mich ja selbst nicht. Meine Uhr findet mich auf jeden Fall nicht besonders flott und entzaubert mein Gefühl von Schnelligkeit und Lockerheit mit ein paar Zahlen. Aber aller Anfang ist eben schwer, auch der als #judithathlet.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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Ein Gedanke zu “Übungsfreier Erholungsrückweg

  • Helge Orlt

    Liebe Claudi,
    ich habe mich vor ein paar Jahren, als ich das erste mal mit meinem jetzigen Trainer trainiert habe, auch gefragt, was er wohl erwartet. Schließlich trainiert er Profis weltweit und echte Granaten. Und irgendwie muss das doch komisch sein, wenn man dann als Trainer solche Pfeifentonies wie mich bekommt :-))))
    Aber ich glaube, einen Trainer ist es prinzipiell egal, ob er jemanden auf eine Weltmeisterschaft vorbereitet oder aber jemanden auf das nackte Erreichen der Ziellinie trainiert.
    Letztenendes will der Trainer das der Schützling Erfolg hat.
    Egal wie das Tempo zwischen Start und Ziel ist :-)
    Liebe Grüße
    Helge

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