Achtfache Zukunftsmusik


Unglaublich, was ein Tag. Ich könnte den ganzen Tag entweder den Kopf schütteln, weil ich den Irrsinn einfach nicht glauben kann, oder wie ein Huhn einfach anfangen zu picken, weil es vor lauter Verzweiflung einfach eine Übersprunghandlung wählt. Das extreme Chaos, mit dem ich heute im Training auf ein neues Buchhaltungssystem konfrontiert werde, ist tatsächlich etwas zu viel des Guten und ehe ich noch jemanden verletze, oder eingewiesen werde, freue ich mich über die erneut gut durchorganisierte Rucksack – bzw. Taschenplanung, und gehe laufen. Ich habe natürlich auch ein Programm auf dem Trainingsplan stehen, was es abzuarbeiten gilt, aber ich weiß schon ehe ich überhaupt loslaufe, dass das Zeitfenster mit dem vorgeschriebenen Laufvolumen sicherlich nicht in Einklang zu bringen ist.

Ich hätte jetzt also die Wahl das Laufen ganz sein zu lassen, weil ich den Plan nicht erfüllen kann, oder zumindest im Rahmen der Möglichkeiten etwas zu machen. Da der Tag so unfassbar schlecht war und ich eine leise Hoffnung habe, dass es mit frischer Luft und ein bisschen Bewegung doch nur halb so schlimm weitergehen kann, ziehe ich mich zügig um. Denn je schneller ich in den Klamotten drin bin, desto mehr Zeit bleibt mir ja irgendwie um entweder zu trainieren, oder später zu duschen, ehe es mit dem nächsten Programmpunkt weitergeht. Ganz einfach.

Nachdem ich das flotte Umziehen gewählt habe, geht’s auch gleich los. Es ist echt warm hier draußen. Im Konferenzraum, wo das erschütternde Training statt findet,  ist es auch recht warm, aber nun laufe ich regelrecht gegen eine Wand. Liegt vielleicht auch daran, dass es seit ein paar Wochen nicht mehr ganz so dolle warm ist und ich die Möglichkeit, dass es so heiß sein könnte, deshalb bereits vollständig aus meiner Gefühlserwartung gestrichen habe. Im Herbst gibt’s natürlich schöne Tage, aber so richtig heiße sind doch selten. Dachte ich. Dieses Jahr ist eh alles anders.

Der Trainingsplan sagt 20 Minuten einlaufen voraus. Ich bin mal wieder ehrlich zu mir selbst und weiß, dass ich entweder nicht die richtige Geschwindigkeit auswähle, um 20 Minuten am Stück laufen zu können, oder dass 20 Minuten einlaufen zu lange sind, als dass ich pünktlich wieder geduscht und angezogen beim nächsten Termin sein könnte. Immerhin kommt auf dem Plan der Chefin nach dem Einlaufen ja noch geradezu wildes Programm. Lustigerweise schreibt sie eine Geschwindigkeitsveränderung im GA2 Bereich als achtfache Abwechslung auf den Plan. Also immer locker und dann GA2. Heute ist bei mir allerdings gar nicht locker. Ich glaube, mein Pulsbereich ist bereits nach dem Umziehen im GA2 Bereich. Gott, was bin ich untrainiert.

Ich beschließe, dass die Chefin zwar GA2 Bereich aufgeschrieben hat, das aber lediglich aussagen soll, dass ich die Geschwindigkeit erhöhen muß. Ich mache also 8 Sprints, während ich unterwegs bin. Lustigerweise hat die Chefin eine ganze Minute aufgeschrieben, was für mich als Sprint überhaupt nicht vorstellbar ist. Aber es heißt ja auch Eingewöhnungswoche und so werde ich ihr zur hohen Meinung zu meinem Fitnesszustand gratulieren, wenn ich ihr am Sonntag mein Wochenpensum zurück melde, und gleichzeitig ehrlich sein, dass eine Minute sprinten sicherlich Zukunftsmusik ist.

Aber bekanntlich ist ja alles möglich und so stehen die Chancen gut, dass auch ein Minutensprint irgendwann möglich sein wird. Immerhin stirbt die Hoffnung ja auch zuletzt, dass irgendwann auch mal wieder eine Laufgeschwindigkeit unter 7min/km geht. Ich laufe nach 8 Sprints wieder wirklich langsam zurück zum Büro. Die Chefin wollte einen ordentlichen Laufstil, hohe Knie, Vorfuß und eine fliegende Ferse. Wir haben wirklich noch sehr sehr viel Arbeit vor uns, die Chefin dabei wahrscheinlich deutlich mehr als ich. Aber so ist das im Leben eben manchmal.

Für morgen steht schwimmen auf meinem Trainingsplan. Die einzige Chance, die ich habe, ist morgen gleich ganz früh um 6h im Schwimmbad zu sein, ansonsten schaffe ich mein Tagesprogramm nicht. Ich mache meine Anwesenheit im Bad also davon abhängig, wie spät oder früh ich heute nach meinen ganzen Terminen und der Konferenz heute Abend daheim bzw. im Bett bin.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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