Klarer Nachhimmel – kühler Morgen


Ich habe heute Nachmittag wahrscheinlich keine Zeit meinen Trainingsplan abzuarbeiten. Es stehen viele Termine an und irgendwie bin ich unentspannt, wenn ich das Training die ganze Zeit vor mir herschiebe, ohne sicher sagen zu können, wann ich es absolvieren kann. Und am Schluß ist es ja dann eh wieder dunkel draußen und ich muß es ausfallen lassen, oder laufe müde und mit einem blöden Gefühl durch die Gegend, weil ich es noch dringend reinschieben muß. Also mache ich es heute früh. Erfreulicherweise denke ich gestern Abend, als der Zeugwart und ich ziemlich erschöpft nach dem Schwimmen ins Bett fallen daran, meinen Wecker früher zu stellen, als sonst. Denn der normale morgendliche Ablauf darf natürlich nicht unter der Sporteinheit leiden.

Obwohl ich erst spät im Leben mit dem Morgenkaffee begonnen habe, freue ich mich dennoch auf die Regelmäßigkeit die mit der gefüllten Tasse und dem Frühstück einher geht. Darauf zu verzichten kommt nicht in Frage. Der Wecker klingelt deshalb um kurz vor 5h und um kurz nach 5h betrete ich, durch den Bewegungsmelder des Nachbarn selbstverständlich bereits beim Tür öffnen entdeckt und entsprechend iluminiert, die Strasse. Wenn es sonst manchmal um das Fertig machen geht, bin ich nicht flott, beim Sport ist das anders. Gerade wenn es ums Laufen geht, habe ich mittlerweile eine Anziehroutine. Und gestern Abend  habe ich mir immerhin noch die Laufklamotten rausgelegt, so dass ich gar nicht lange suchen muß.

Vorbereitung ist wirklich die halbe Miete, das ist mit den Trainingsrucksäcken so und mit der Klamottenwahl ebenso. Nachdem der Spot des Bewegungsmelders nun also dem klaren Nachthimmel verkündet hat, dass ich in Erscheinung getreten bin, geht’s auch gleich los. Wenn man schon angestrahlt eine Bühne betritt, dann sollte man auch entsprechendes Vorführen können. Ich bin gespannt. Meine Arme sind von gestern noch ganz schön müde und auf der Treppe habe ich meine Oberschenkel auch ganz schön gemerkt, obwohl die eigentlich beim Schwimmen ja nicht viel machen, denke ich so. Und anscheinend, ist das auch wirklich so, denn ich renne wie der Teufel.

Also wer hätte das denn bitte gedacht? Gerade siniere ich noch darüber, ob das Training denn überhaupt mal und wenn ja wann denn bitte überhaupt anschlägt und dann sowas? Als hätten meine Beine die Zweifel gehört, als hätten sie es satt, dass ich ewig langsam unterwegs bin, als würden sie hier und heute nun endlich mal durchschnaufen und dann aus sich raus gehen können. Ich erweitere meine Einlaufrunde. Heute steht Lauf ABC auf dem Trainingsplan. Die Chefin nennt das Techniklauf und die Trainingseinheit besteht aus ein- und auslaufen und natürlich aus meinem Lauftechnikplan. Alles zusammen so rund 40 Minuten, weil ich beim Lauf ABC immer langsam bin. Ich brauche da viele Pausen, weil es einfach sehr erschöpfend ist.

Nachdem ich mein Einlaufen erweitert habe, komme ich weniger erschöpft an, als es noch letzte Woche der Fall war. Jetzt haut die Chefin aber mit den Resultaten auf den Putz, gerade wo ich mich das gestern gefragt habe, macht sie heute ein Training in den Plan, wo ich einen Forschritt merke. Unglaublich. An meiner Lichtorgel Strecke im Wohngebiet beginne ich meinen Technikplan und egal wie schnell ich die Wiederholungen mache (und schnell heißt in diesem Fall praktisch Lichtgeschwindigkeit, weil ich mich wirklich sehr anstrenge) die Bewegungsmelder merken, dass ich da bin und die Lichtorgel tut ihre Arbeit. Ob die Nachbarn das wissen? Also haben die die Straße, zusätzlich zur normalen Straßenbeleuchtung extra so illuminiert? Oder ist das mehr ein Zufall und eigentlich ist es ihnen Wurscht, dass die Straße bei auf und abschleichenden Katzen und kreuz und quer hüpfenden Claudis dieses Phänomen zeigt.

Das Lauf ABC klappt heute überragend gut. Meine Sprints absolviere ich neben morgendlichen Fahrradfahrern, die anscheinend noch sehr müde in die Pedale treten und durch meinen Einsatz direkt neben ihnen dazu ermuntert werden, die schleichende Geschwindigkeit etwas zu erhöhen. Und das anschließende Auslaufen halte ich zwar kurz, weil die Zeit knapp ist, aber ich renne erneut, wie der Teufel. Natürlich, wie der Teufel in Laufklamotten und fern ab von jedem durchtrainierten und laufstarken Teufel, aber doch nah genug am Teufel dran. Als ich zurück bin, schläft der Zeugwart noch. Ich habe das Training wirklich sehr gut getaktet.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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