Mit dem Wetter kommt die Freundlichkeit 2


Als wir heute früh aufwachen, müssen wir uns regelrecht fragen, was das laute Geräusch ist, das wir hören. Es prasselt und prasselt und natürlich kommen wir drauf, es regnet und zwar ordentlich. Bis wir mit dem Frühstück fertig sind, hat sich der Regen auch verzogen und auch auf dem Regenradar ist von weiteren Schauern nichts zu sehen. Manchmal ist ein ausführliches Frühstück eben genau das Richtige. Wir ziehen uns heute wahrscheinlich etwas zu warm an um draußen Rad zu fahren. Zumindest habe ich das Gefühl, denn so wirklich kalt ist es mit 10°C ja noch nicht.

Aber mir ist es lieber, ich bin zu warm angezogen, als dass ich friere. Immerhin muß ich mich auch erst mal wieder an das Crosser fahren gewöhnen. Die Chefin hat eine Stunde locker radeln auf den Plan geschrieben, und wir entscheiden uns für die Crosser, weil das eben einfach die Zeit im Jahr ist. Nicht durch den Wald zu fahren, obwohl die Bäume so bunt belaubt sind, wäre wirklich irgendwie schade. Also: Crosser. Ich ziehe mir noch eine Jacke über mein Wintertrikot und schlüpfe in meine warmen Schuhe. Und weil ich gut ausgestattet bin, fülle ich mir noch meine Isolierende Radflasche. Ist wahrscheinlich auch übertrieben.

Wir beschließen heute eine neue Strecke auszuprobieren. Wenn man eine Stunde fahren soll, ist ja viel Strecke nicht so angebracht und mit dem Crosser bietet es sich zusätzlich so richtig an, auch mal eine neue Strecke auszuprobieren. Der Crosser kann praktisch überall fahren.

So entdecken wir neue Querverbindungen, die wir so noch nie benutzt haben, stellen fest, dass im Wald besonders viele Wildschweine zu leben scheinen, weil wirklich viel umgegraben ist und erfreuen uns zahlreicher extrem bunter Bäume. Das sieht hier bei uns im Wald praktisch genauso aus, wie in Neu-England oder Kanada, wo man um den berühmten Indian-Summer einen wahren Touristenhype macht. Dabei sieht man die bunte Blättervielfalt ganz sicher auch in den Wäldern direkt vor der Haustür. In unserem Wald zumindest gibt es so viele verschiedene Farben, die hätte ich mir nicht ausdenken können.

Die Strecken heute sind teilweise durch Blätter ganz weich gepolstert und der eigentlich Weg ist vom restlichen Wald kaum zu unterscheiden. Hier kommen auch nicht wirklich viele Leute lang, offensichtlich. Alle, die uns heute aber insgesamt begegnen, haben unheimlich gute Laune, grüßen und freuen sich richtig, dass wir auch hier sind. Mit dem Wetter, kommt die Freundlichkeit. Scheint zumindest so. Auch die Hundeführer sind total proaktiv und die dazugehörigen Hunde hören auf’s Wort. Gerade wenn man mit dem Rad unterwegs ist, ist das extrem sympathisch.

Heute fahren wir etwas länger, als die Chefin es angesagt hat, aber ich glaube, das passt schon. Wir hätten ja jetzt auch schlecht mitten drin absteigen und schieben können. Und frische Luft hat noch keinem geschadet. Und mein Knie? Zum ersten Mal seit fünf Jahren habe ich kein Störgefühl und werde nur ganz wenig durch die Innenseite behindert. Das Knie schwillt auch nach der Radausfahrt nicht an, sondern fühlt sich gut. Da könnte man sich ja nun wirklich ärgern, dass ich da fünf Jahre mit dem Besuch bei Sorteira gewartet habe. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Klar.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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2 Gedanken zu “Mit dem Wetter kommt die Freundlichkeit

  • Helge Orlt

    Liebe Claudi,
    das mit dem Knie ist toll. Auch wenn du dich fragst, warum du so lange gebraucht hast, das richtige zu tun, die Hauptsache ist doch, das du es jetzt doch getan hast und das du Fortschritte siehst :-)
    Zum Indian Summer in New-England kann ich nur sagen: meine Mutter hat ein Haus dort. Inmitten der unglaublichen Natur. Und ich kann nur so viel sagen: wenn man einmal einen Oktober dort verbacht hat, dann weiß man, das unsere Wälder gerade zu verblassen im Gegensatz zu denen in Kanada. Wenn ich immer dachte, unsere Wälder sind schön bunt, so habe ich doch gelernt, das es kein Vergleich zu den Farben jenseits des großen Teiches ist :-)
    Das liegt am kanadischen Ahorn. Diese Bäume zaubern Farben, die es hier einfach nicht gibt. Mit so einem unvergleichbarem Leuchten … unglaublich schön.
    Lohnt sich in jedem Falle, sich dort im Herbst aufzuhalten.
    Aber nichtsdestotrotz: die letzten Wochen waren auch bei uns ein Traum auf Farben. Der Herbst ist einfach toll.
    LIebe Grüße
    Helge

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