Mit Gedanken im Kopf


Heute Abend gehen der Zeugwart und ich ins Theater und weil ich tagsüber dann nicht wirklich Zeit habe um das von der Chefin gewünschte Athletiktraining zu absolvieren und es ja heute Abend auch nicht einbauen kann, mache ich es heute früh. Gestern Abend stelle ich mir den Wecker also auf kurz vor 5h und bin dann doch etwas verwirrt, dass er klingelt. He he… Technik die begeistert eben.

Wenigstens habe ich mir gestern Abend noch die Sportklamotten ins Bad gelegt, so dass ich jetzt nicht suchen muß, das war ziemlich schlau. Ich überlege, ob mir spontan eine Ausrede einfällt, jetzt einfach wieder ins Bett zu gehen, aber da habe ich die Klamotten schon an und die Matte ist ausgerollt. Und eigentlich will ich das Athletiktraining ja auch machen. Obwohl es unfassbar anstrengend ist und ich mich heute früh wirklich frage, ob es jemals einfach wird. 20 Crunches mit den Beinen im 90° Winkel sind fies.

Ich darf nicht ins Hohlkreuz, die Beine sollen nicht runter, sondern eben 90° und Crunches sind halt nur welche, wenn sie richtig gemacht sind. Sonst kann ich es auch gleich lassen. Als würde es die Beine interessieren, in welchem Winkel die gehalten werden. So wichtig kann das doch nicht sein, oder? Aber ich habe hier ja keinen, mit dem ich das Thema jetzt besprechen könnte und deshalb mache ich es eben, wie es da steht. 90°, kein Problem. Wir haben 5:15h, da stürze ich mich nicht in Diskussionen. Als nächste Übung sollen eben diese Beine aus dem 90° Winkel zur Matte geführt werden. Wieder ohne Hohlkreuz, was per se glaube ich schon mal sehr schwer möglich ist. Aber die Übung wird auf dem Bild von einem wahren Profi ausgeführt, wie ich mal einer sein möchte, und so gebe ich mir redlich Mühe.

Selbstverständlich bin ich weit davon entfernt die gewünschten 20 Wiederholungen, ohne ins Hohlkreuz zu verfallen, durchzuführen und mache deshalb immer 5er Schritte. Die klappen ganz ok, obwohl ich zittere was das Zeug hält und meine Bauchmuskeln sich sicherlich gerade wünschen, dass es unser Kennenlernen nie gegeben hätte. Und wie ich da so einsam am Morgen vor mich hinschwitze, denke ich an meinen Rookie Kollegen, den Kämpfer, der gestern berichtete, dass er -erneut- einen schweren Fahrradunfall hatte. Eine Ausfahrt, ein Bordstein und nun ein Oberschenkelhalsbruch, eine Operation und alles ist anders. Der Kämpfer hat sich tatsächlich gerade erst zurückgearbeitet in den Sport. Er ist für viele Rookies ein absolutes Vorbild, weil er gezeigt hat, was alles geht, wenn man mal einen schweren Fahrradunfall hatte. Sein Comeback beim 70.3 Luxembourg dieses Jahr war legendär und jetzt steht wieder ein Pause an. Wie traurig. Ich denke an ihn, weil im Krankenhaus um diese Uhrzeit garantiert irgendjemand ins Zimmer kommt, unsanft das Licht anschaltet und Vitalfunktionen prüft, wissen will, wie der Stuhlgang war, oder das Zimmer putzt. Weil das in einem Krankenhaus eben so ist.

Alles ändert sich, nach so einem Unfall. Selbst wenn man körperlich gesehen, wieder voll zur alten Leistungsfähigkeit zurückfindet, oder zumindest gut im Alltag leben kann, hat man so ein Ereignis immer im Kopf dabei. Ich freue mich regelmäßig, dass ich so gut weggekommen bin und mein fahrerrisches Unvermögen die Sache nicht noch schlimmer hat enden lassen. Während ich an den Kämpfer denke, planke ich in jeder erdenklichen Richtung. Und tatsächlich geht’s heute schon wieder etwas besser, als noch beim letzten Mal. Das ist doch recht erfreulich, auch wenn der Durchbruch, die Stärke und die Kraft sicherlich noch ein Weilchen auf sich warten lassen werden. Mit Gedanken im Kopf ging das Athletiktraining heute rasend schnell rum. Verrückt, was der Kopf so ausmacht.

 

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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