Funken gelöscht


Nach den durchaus vorzeigbar vielen Schwimmkilometern vom Nikolausschwimmen in Bamberg am Sonntag, war gestern ein Ruhetag. Gebraucht hätte ich den aber nicht. Erstaunlicherweise habe ich kein Muskelkater. Liegt wahrscheinlich daran, dass es nicht um „so schnell wie möglich“ ging, sondern einfach nur um die Strecke. Und da hatte ich ja jede Menge Zeit. Der gestrige Ruhetag ist also ganz nett, aber sporttechnisch nicht fühlbar nötig.

Heute früh bin ich trotzdem unausgeschlafen, als der Wecker um kurz vor 5h mitteilt, dass die Nacht vorbei ist. Nachdem ich die Kontaktlinsen in die müden Augen eingesetzt habe und beim Schwimmbad angekommen bin, ist es aber nur noch halb so wild. Irgendwie bin ich immer glücklich, wenn ich dann endlich ins Wasser hüpfe, auch wenn die morgendliche Anstrengung immer überraschend kommt, denn ich weiß nicht, was der Adler sich heute für uns ausgedacht hat. Andere wissen das, was mich einerseits wundert, weil ich ja ganz offenbar nur die Hälfte mitbekomme, und andererseits bin ich nicht überrascht, weil ich mich eben meistens schon mal einschwimme und deshalb ja gar nichts hören kann. Der Adler schreit das Programm schließlich nicht durch die Traglufthalle.

Er schreit überhaupt nie. Er redet bestimmt und benutzt manchmal seine Trillerpfeife. Wie auch immer kenne ich das Programm also heute nicht. Wie immer. Wir schwimmen uns heute 400m ein, davon maximal 200m Kraul und im Anschluß geht’s mit Technik weiter. Natürlich. Wir schwimmen so total verrückte Sachen, wie Abschlag hinten beim Kraul, was ich wirklich extrem schwierig finde. Ich glaube eigentlich ist es nicht so wild, aber die Umstellung, weil ich eben ansonsten nur Abschlag vorne kenne, ist gravierend. Ich schaffe es kaum. Und als dann der Funke überspringt, ist die Bahn praktisch vorbei… und bis die Übung auf der Übernächsten Bahn wieder dran ist, habe ich den Funken bereits im Wasser gelöscht und mein Hirn beginnt von vorne.

So geht’s mir heute bei einigen Bahnen und das macht das Training nicht nur anstrengend, weil ich ja auch immer noch atmen muß und auch Vorwärtskommen ist keine schlechte Idee. Egal wie viele Leute auf einer Bahn trainieren, wenn ich meine ganze Kraft darauf verwende die Übung durchzuführen und dabei nicht voran komme, dann hält das einfach auf. Also strenge ich mich an, gehe tatsächlich nicht unter und erreiche auch immer das andere Ende der Bahn. Obwohl es mir manchmal wirklich schleierhaft ist, wie ich das andere Ende der Bahn jetzt überhaupt erreicht habe

Als der Adler am Schluß das Kraulschwimmen wieder komplett zusammensetzt und wir einfach nur 500m am Stück GA1 schwimmen sollen, versuche ich auf alles zu achten, was mir so wichtig erscheint, und werde dabei immer langsamer. Vielleicht auch deshalb, weil ich einfach nach diesem Training geschafft bin? Das war heute wirklich anstrengend. Für die Muskeln, aber auch für den Kopf. Und der Funken? Der ist garantiert bis zum nächsten Mal auch wieder erloschen und ich beginne wieder von vorne.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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