Wie bei Olympia


Mein morgendlicher Plan richtet sich heute ausschließlich nach dem Verkehr. Die Chefin hat nämlich für heute in meinen Trainingsplan geschrieben, dass ich entweder heute oder eben auch am Freitag die Trainingseinheit absolvieren kann. Ich schau also mal, wie der Verkehr so ist und stelle schnell fest, dass das Training sinnvollerweise heute absolviert wird. Am Freitag  ist der Verkehr traditionell gut und es geht außerdem mit den Kollegen auf dem Weihnachtsmarkt, da trifft sich das also prima. Als hätte die Chefin es geahnt.

Während wir frühstücken, suche ich mir bei FulGaz auf der Webseite mit Hilfe der detaillierten Einstellmöglichkeiten eine passende Strecke aus. Die Chefin will, dass ich rund eine Stunde auf der Rolle fahre und sie wünscht sich etwas Steigung. Das ist natürlich kein Problem. Hier gibt es ganz sicher ebenso viele Strecken mit Steigung, wie ohne. Irgendwie habe ich heute den Wunsch, nach einer besonderen Strecke und so wähle ich nach etwas Stöberei die Rennradstrecke der olympischen Sommerspiele von 2012 aus.

Damals ging es in mehreren Runden über den Box Hill in Surrey, unweit von London. Und heute? Ich ziehe mich um. Die Strecke ist mit 40 Minuten angegeben, aber da die Aufzeichnungen immer von sehr sportlichen Menschen durchgeführt werden, bin ich sicher, ich brauche länger. Es sind immerhin auch 350 Höhenmeter zu bewältigen und die machen mich ja bekanntlich ziemlich langsam.

Für den frühen Morgen bin ich flott umgezogen und mittlerweile habe ich auch eine gewisse Routine. Entweder es geht früh zum Schwimmtraining, zur Arbeit oder eben auf die Rolle. Da es mit dem Laufen ja derzeit, trotz mittlerweile absolviertem MRT, aber noch ohne Befund, erst mal nicht so klappt, sind das meine drei morgendlichen Optionen. Und heute ist es eben die Rolle mit der Sommerolympiadenstrecke. Man muß ja auch Ziele haben. Bei Olympia wurde die Runde mehrfach absolviert. Natürlich. Ich bin froh, wenn ich es einmal schaffe heute früh. Die Olympioniken haben schließlich nicht noch einen Arbeitstag vor sich gehabt damals, 2012. Das Radfahren war der Arbeitstag.

Es geht erst mal langsam aber stetig einen Anstieg hoch. Da ich eine Strecke in England ausgesucht habe, fahre ich auf der linken Straßenseite und betrachte mir die Gegend. Sehr hübsch. Ab und an steht mal ein englisches Landhaus am Wegesrand, ich werde von ein paar Radfahrern begleitet, die mit meinem Aufnahmeradfahrer in einer Gruppe unterwegs sind und tatsächlich stelle ich fest, dass die Gruppe Glück hatte und die Autofahrer mit grandiosem Abstand vorbei fahren. Wahrscheinlich, weil sie wissen, dass sie gefilmt werden?

Der erste Anstieg geht, maximal 5% Steigung und eine schöne abwechslungsreiche Strecke. Dann folgt eine Abfahrt und Meter machen. Der zweite Anstieg ist ziemlich fies, hier geht es bis zu 12% hoch. Ich glaube, das bin ich noch nie gefahren, weil ich bei meiner Geschwindigkeit auch unweigerlich umkippen würde, nehme ich an. Auf der Rolle kann ich ja nicht umkippen. Das ist ziemlich cool. Ich muß mich allerdings richtig ranhalten um das durchzuziehen. Allerdings wäre es auch blöd das Video nicht zu Ende zu fahren. Also ziehe ich es durch und fahre, bis der Radfahrer links ran fährt und mich FulGaz für die abgeschlossene Tour beglückwünscht.

Das hat mal wieder richtig Spaß gemacht, und bis ich geduscht habe, ist der Verkehr so gut, dass ich innerhalb von kürzester Zeit im Büro bin.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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