Statt jammern


Die Chefin denkt, ich wäre topfit, zumindest wirkt mein heutiger Trainingsplan so, als wäre er für einen extrem sportlichen Triathleten gemacht. Oder für einen Crossfitter. Oder für jemanden, der halt einfach macht, statt zu jammern. Also für eine #judithathletin und dann passt es ja auch wieder zu mir. Die Chefin hat eben einfach Ahnung. Der Plan liest sich spektakulär. Dabei stehen nur 30 Minuten drauf.

20 Minuten lang gibt es heute Core Training. Ich wiederhole eine Übung 45 Sekunden lang und mache dann 30 Sekunden Pause. Dabei sind 45 Sekunden unfassbar lang, vor allem wenn es um Unterarmstütz oder Kniebeugen geht. Obwohl ich beides mittlerweile schon ein paar Wochen in das Athletiktraining eingebaut habe und das ja auch oft mehrfach die Woche statt findet. Auch Liegestütz sind so extrem anstrengend, dass ich die 45 Sekunden kaum durchhalte. Der Zeugwart hat mir erfreulicherweise ein Yogakissen mitgebracht, so dass ich nun auch Übungen machen kann, bei denen ich auf den Knien sein muß.

Wahrscheinlich steckt er mit der Chefin unter einer Decke? Muss wohl so sein. Bis die 20 Minuten um sind schaffe ich tatsächlich unzählbare Wiederholungen, ich halte die Stütz durch und komme auch bei den Kniebeugen so richtig ins schwitzen. Das hätte ich gar nicht gedacht aber die Ansagen der Chefin sind nun mal, wie sie sind, und ich bin heute ausführendes Organ. Ich arbeite mich durch die Abfolge der gewünschten Übungen bis die 20 Minuten rum sind und beginne dann mit der nächsten Einheit. Dafür räume ich flott die hübsche Matte weg, denn die Chefin hat nun 8 Minuten ein Hiit Training aufgeschrieben, was sich aus 20 Sekunden volle Kanne und 20 Sekunden Ruhe mit vier verschiedenen Übungen abspielt.

Schlau wäre es gewesen, wenn ich mir vor dem Training die Beschreibung ganz durchgelesen hätte. Dann hätte ich gesehen, dass die Chefin dazu notiert hat, dass ich mir eine App zur Hilfe installieren soll. So heißt meine heute verwendete App ganz altmodisch Küchenwecker und der piepst alle 20 Sekunden. Ich springe also 20 Sekunden lang volle Kanne Hampelmann, die nächste Übung ist ein gesprungener Ausfallschritt, der schon ohne das Springen total anstrengend ist. Dann soll ich Burpees machen und dann eine Übung, die sich Kletterer nennt. Im Liegestütz springen meine Füße in Richtung Hände und zwar immer abwechselnd und nicht gerade langsam. Und zwischen jeder Übung gibt’s 20 Sekunden Pause.

Gefühlt reicht die Pause noch nicht mal um richtig durchzuschnaufen, dann geht’s auch schon weiter. Also wirklich genau so, wie die Chefin es haben möchte. Zumindest interpretiere ich den Trainingsplan entsprechend. Nach den 30 Minuten bin ich richtig durchgeschwitzt und total fertig. Die Chefin hat mir ihrem Trainingsplan heute wirklich aus dem Vollem geschöpft. Ich hätte nicht gedacht, dass das heute so anstrengend wird. Und ich hätte in der Mitte des Trainings auch nicht gedacht, dass ich es zu Ende bringe. Aber jetzt bin ich am Ende und irgendwie auch ziemlich stolz.

Clauditries

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

Meine Kontaktdaten findet Ihr im Impressum!
Clauditries

Letzte Artikel von Clauditries (Alle anzeigen)


Über Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind. Meine Kontaktdaten findet Ihr im Impressum!