Jetlag wegtrainiert


Mein Schlafrythmus ist noch immer etwas durcheinander, und das, obwohl ich mich darum bemühe tagsüber wach zu sein und jeden Anflug von Müdigkeit mit dem Austausch von Luft in meinem Büro zu begegnen. Immer also, wenn ich gähne, wird gelüftet. Ich glaube, so viel frische Luft wie heute hatten wir selten im Büro. Aber die Luft ist klar und angenehm, es könnte also auch schlimmer sein. Ich habe ja Montag eigentlich immer Ruhetag, aber weil ich in der letzten Woche mehrere hatte bin ich fast sicher, dass die Chefin sich für heute etwas einfallen lässt.

Tatsächlich denkt sie nämlich, dass ein Tag ein Ruhetag ist, wenn er keinen Sport beinhaltet. In der Welt der Chefin ist das anscheinend so. Der Athletenkörper ihrer, höchstwahrscheinlich ausschließlich sehr durchtrainierten Athleten, scheint Arbeitstage als Entspannung anzusehen und ausschließlcih Sporttage als anstrengend zu empfinden. Mein Körper ist von diesem athletischen Dasein tatsächlich weit entfernt. Zusätzlich wurde er in den USA mit allerlei ungesundem, oder zumindest wenig nahrhaftem, gefüttert, so dass er heute auch weitesgehend mit Trägheit und Unbeweglichkeit glänzt. Ich glaube vom gestrigen Rad fahren habe ich auch Nackenschmerzen, oder die sind aus diesem ungemütlichen Flugzeugsitz!

Wie auch immer schaue ich noch mal in den Trainingsplan und die Chefin lässt mich heute 45 Minuten Athletiktraining machen. Weil es am Donnerstag ausgefallen ist. Und was mache ich, als ich heim komme? Athletiktraining. Genau. Ich bin zwar müde und geschafft, aber trotzdem tut das gut, auch wenn es anstrengend ist. Und ob ich jetzt noch eine Idee müder werde, weil ich das Training intus habe, darauf kommt es dann im Bett im Anschluß eh nicht mehr an. Wahrscheinlich hält das Jetlag mich dann auch eh noch ein paar Stunden mehr wach, auch wenn ich mir das gerade jetzt nicht vorstellen kann.

Umgezogen und mit ausgebreiteter Matte brauche ich immer erst ein paar Minuten, bis ich mir in meinem Kopf ein komplettes Programm zusammengestellt habe. Wenn das aber steht, dann brauche ich auch nicht mehr lange zu überlegen. Jede Übung führe ich möglichst präzise aus und spanne alle zugehörigen Muskeln passend an. Es ist erschöpfend, weil meine Muskeln manchmal total überrascht reagieren und sich anstellen, als hätten wir das hier halt noch niemals durchgeführt. Ein Erinnerungseffekt wird von meiner Muskulatur offenbar erfolgreich ausgeblendet. Vielleicht muß man manche Muskeln auch einfach nur länger trainieren, als andere? Nachdem ich meine Abfolge zu meiner Zufriedenheit durchgeturnt habe, nachdem der Zeugwart mir sogar eine Workout Playlist angeschaltet hat, gehe ich ins Dehnen über. Ich habe außerdem die Übung für mein Knie, die ich noch absolvieren möchte.

Immerhin will ich dem Kniespezialisten bei unserem morgigen Termin ja damit kommen, dass ich gerne etwas dafür tue, dass das Knie wieder vollständig einsatzbereit wird. Das Dehnprogramm empfinde ich heute als extrem angenehm. Hier scheinen meine Muskeln auch kein Erinnerungsdefizit zu haben. Dehnen lassen sie sich alle gut und vor allem auch gerne. Da wehrt sich keiner mit zittern oder jammern. Gedehnt wird ohne Murren und mit voller Hingabe. Die Workout Playlist eignet sich nicht so wirklich für das Dehnprogramm, aber der Zeugwart und ich wundern uns auch, was der Zusammensteller offenbar unter Workout versteht. Die Geschmäcker sind eben einfach verschieden und Workout ist eben auch nicht gleich Workout.

Ich bin froh, dass die Chefin das Training in den Plan geschrieben hat. Klar ist, dass ich sonst nichts gemacht hätte.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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