Mit dem Pack unterwegs


Grundsätzlich ist radeln gut für mein Knie. Die Trittbewegung inklusive Bandage ist anstrengend für meinen inneren Oberschenkelmuskel, aber nicht zum sterben, und sie scheint auch der Chefin zu gefallen, die mir für morgen einen sehr detaillierten Trittfrequenz Trainingsplan aufgeschrieben hat. Da ich es heute früh, wegen extrem später Heimkunft gestern und einem Zustand nahe der Erschöpfung nicht zum Schwimmtraining geschafft habe, beschließe ich heute Abend nochmals meinen kostenfreien Testzugang bei Zwift zu nutzen und etwas zu radeln. Trittfrequenz sollte ja auch bei Zwift kein Problem sein.

Wenn ich alleine radel, also ganz für mich, dann bin ich eher gemütlich unterwegs. Zumindest für mein Gefühl. Ob das jetzt draußen ist, oder bei FulGaz. Ich genieße das Fahrradfahren, schau mir die Gegend an, wofür sich auch FulGaz hervorragend eignet, und fahre einfach die Zeit oder die Strecke, die auf dem Plan steht. Bei Zwift ist das etwas anders. Man kann auch alleine rumfahren, wenn man das möchte, allerdings durch eine gezeichnete Welt, die, so sehe ich das zumindest derzeit, auch nicht besonders groß oder abwechslungsreich ist. Oder man findet sich mit anderen Zwiftern zusammen, und zwar zum zwiften. Es gibt die Möglichkeit sich zu verabreden oder an einer Gruppenausfahrt teilzunehmen. Dafür gibt es Angaben zur Fahrtgeschwindigkeit in Watt/kg Körpergewicht und Geschlecht. Es gibt nämlich Ausfahrten nur für Frauen, oder eben Gemischt. Wahrscheinlich würden die Frauen sofort protestieren, wenn es Gruppenausfahrten nur für Männer gäbe?

Ich entscheide mich heute für eine gemischte Ausfahrt. Das liegt bei mir einfach an der Zeit. Die startet nämlich gerade und von der Watt/Kg Leistung habe ich sowieso noch keine Ahnung. Wenn ich für mich fahre trete ich meist so 100 Watt, oft auch weniger. Wenn ich beim Arzt alles geben soll, trete ich über 400 Watt, aber natürlich nicht lange. Watt ist für mich schwierig. Noch. Wahrscheinlich gewöhnt man sich schneller als man denkt an dieses wattgesteuerte Training und zack, bin ich voll drin. So wie in der heutigen Tour. Ich bin wirklich blitzschnell voll drin, bei Zwift gibt’s keinen langsamen Einstieg. Gefühlt geht’s gleich volle Kanne los.

Da will ich natürlich nicht zurückstehen. Ich fahre mit einer Truppe, die sich Pack nennt und der „Leader of the Pack“ motiviert mich mit Texteinblendungen über dem Kopf meines Avatars. Anscheinend kann man mit ihm kommunizieren, denn seitlich klappen immer mal wieder Textboxen auf. Die Fahrer „reden“ miteinander. Über meinem Avatar schwebt immer mal wieder ein Daumen hoch, wie ich so eine Textbox fülle, erschließt sich mir nicht. Aber ich bin ja auch zum radeln da. Zumindest dachte ich das. Die Kommunikation in der Pack-Truppe ist aber wirklich überschwenglich. Wahrscheinlich plappern die auch in einer Tour, wenn die in der realen Welt unterwegs sind? Da das meiste allerdings Männer sind, glaube ich das noch nicht mal. Oder es sind Frauen mit Männeravataren? Obwohl, mein Avatar sieht auch nicht so richtig weiblich aus.

Ob sich das mit dem Gewicht und der eingestellten Körpergröße verändert? Es käme auf einen Versuch an. Während sich also alle mehr oder weniger ausgiebig unterhalten, schweifen meine Gedanken ab. Eben zum Avatar und der Körperform, oder zu den ohne Helm Avataren oder warum einige Laufräder regelrecht neonbunt leuchten. Bei Zwift gibt’s offenbar jede Menge zu entdecken. Ich frage ich, ob ich dafür jemals die Zeit finde oder wenn die da ist, die Muse haben werde, mir das alles anzueignen? Eigentlich will ich am liebsten fahren. Egal wie das Rad aussieht. Wir haben bei der heutigen Tour einige Sprintstrecken und der Leader of the Pack sagt diese an, zügelt die Gruppe oder motiviert uns flotter zu fahren. Eigentlich ganz schön und definitiv eine ganz andere Art des Radelns, als ich sie selbst wählen würde. Die Tour motiviert mich.

Die Bandage hält meine Kniescheibe da, wo sie sein soll und ich habe die ganze Tour tatsächlich ein sehr angenehmes Gefühl. Perfekt eigentlich. Mal sehen, ob ich vielleicht demnächst noch mal mit dem Pack zusammen fahre? Ich werde prüfen, wie lange meine Probezwifterei noch geht und ob ich irgendwo einsehen kann, wann das Pack mal wieder unterwegs ist.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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