Aussicht wie Urlaub


Nach dem ausgiebigen Messebesuch gestern, weiß mein rechtes Bein genau, was es gemacht hat. So viel rumlaufen, selbst mit Bandage, oder gerade wegen der Bandage, ist einfach anstrengend. Mein Oberschenkel ist müde. Aber da Lovis mit dem Räuberhauptmann heute noch immer im Rhein-Main-Gebiet ist, wollen wir natürlich Zeit zusammen verbringen. Für Sportfreunde kommt da außer Kaffee trinken und Kuchen essen auch noch Fahrrad fahren in Frage. Die Chefin hat mir da auch gleich was passendes aufgeschrieben und so fahren wir heute mal ganz woanders Rad.

Wenn man mal was anderes sieht, ist das auch beim Rad fahren total klasse. Wir haben vor Jahren ja auch mal einen Fahrrad Odenwaldausflug gemacht, was ebenfalls eine tolle Abwechslung war. Das Basislager machen wir bei Karla Kolumna auf. Die wohnt fast einsam auf freien Feldern und so praktisch im Radfahrparadies. Als wir das Auto packen stellen wir fest, dass jeder Krosser ein plattes Rad hat. So machen wir also schnell auf modernsten Kommunikationswegen klar, dass wir zuerst noch eine schnelle Wartungseinheit einlegen, ehe wir losfahren.

Für Lovis eine prima Übung und für mich auch. Wir wechseln also erst mal die Reifen und lernen vom Zeugwart erneut einige Tricks, und dann fahren wir los. Ich habe die Wahl zwischen Wald und Feld und wähle das Feld. Das mache ich aber einfach nur wegen der Sonne und der urlaubsähnlichen Aussicht. So fahren wir allerdings weitestgehend unbekannt, weil Karla Kolumna hier noch nie gewesen ist und natürlich Lovis, der Zeugwart und ich ebenfalls nicht. Aber der Zeugwart hat eine Karte auf seinem Navi und kann sie auch benutzen. Was natürlich ein deutlicher Vorteil ist.

Er führt uns deshalb ganz hervorragend durch die unbekannte Region. Wir lesen den gleichen Ortsnamen auf praktisch jedem Ortsschild, an dem wir vorbei kommen, und genießen die Aussicht. Ab und an geht’s auch mal ordentlich hoch, weil Felder und kleine Wege innerhalb von Miniortschaften ja oft dazu prädestiniert sind, zu überraschen. Ich erlebe heute mehr als einen Krampf im inneren Oberschenkel, vertrage die Bandage aber sonst ziemlich gut. Die Krämpfe kommen einfach, weil der Muskel nicht mehr kann. Irgendwann ist es einfach gut. Es gibt eine bestimmte Menge an Kraft und wenn die aufgebraucht ist, ist eben keine mehr da.

Ich bin froh, dass die Tour heute wirklich kurz ist und ich nicht doch noch einen Abstecher zur Burg machen muß. Wobei der kleine Schlenker um die Kirche, bei dem es maßgeblich Berg auf ging, dann auch nicht unbedingt hätte sein müssen. Aber was uns nicht umbringt macht uns ja bekanntlich stärker und so bringt es nichts großartig zu motzen. Wir fahren eben einfach hoch. Ich mache am Berg eine Krampfpause und schätze ab, ob der Zeugwart wohl wieder runter kommt, aber er rührt sich nicht, also fahre ich hoch. Das klappt dann auch überraschenderweise ganz gut. Lovis motiviert mich ungemein, weil sie die ganze Tour steif und fest behauptet, dass sie die Pause am Berg auch dringend gebraucht hat.

Mit Pausen ist vieles leichter. Nach der Tour futtern wir bei Karla Kolumna noch den Kühlschrank leer um die Akkus aufzufüllen und quatschen noch den ganzen Nachmittag. So ein Besuchswochenende ist einfach herrlich. Das sollte man wirklich viel öfter machen. Und in fremden Gebieten Rad fahren sollte man auch viel öfter machen…

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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