Nüchtern im Schnee


Unser Tagesplan heute ist ziemlich straff, so dass ich den Sport, den mir die Chefin für heute aufgeschrieben hat, tatsächlich nur früh machen kann. Und weil die Chefin meine Wochen mittlerweile anscheinend ein bisschen kennt, hat sie mir auch gleich einen Nüchternlauf aufgeschrieben, den ich machen soll, wenn die Welt erwacht. Also früh. Sehr pfiffig die Chefin.

Es ist bitterkalt draußen. Der April zeigt heute mal so richtig, was er kann und so ziehe ich mich eine Ecke wärmer an, als die letzten Tag und ziehe sogar eine Mütze auf den Kopf. Bei 2°C fallen nämlich dicke weiße Flocken vom Himmel. Nur vereinzelt, so dass ich anfangs denke, dass meine Wahrnehmung nicht richtig ist, aber dann treffen mich die Flocken auch im Gesicht und ich fühle total klar, dass es schneit. Normalerweise holt der Zeugwart am Wochenende Brötchen beim Bäcker. Wir haben zwei Bäcker im Ort und einen, im Nachbarort. Und natürlich hat der im Nachbarort einfach die besseren Brötchen.

Da der Zeugwart derzeit verschnupft ist und ich eh den Nüchternlauf auf dem Plan stehen habe, geht’s für mich also zum Bäcker. Und zwar natürlich zu dem im Nachbarort. Die Chefin hat nämlich 5km aufgeschrieben und diese Distanz schaffe ich nur, wenn ich den Ort mehrfach umrunde. Also dann lieber zum Bäcker im Nachbarort und zwar auf direktem Weg. Der wurde vom Zeugwart bereits mehrfach abgerannt und deshalb ist klar bekannt, wie weit die Trainingsstrecke ist.

Ich laufe also im Schnee. Wirklich laufen tue ich natürlich nicht. Klar. Ich habe meine Bandage an und walke. Aber ich walke in einer ordentlichen Geschwindigkeit. Zumindest ist sie so zügig, dass ich einen Jogger am Beginn des Waldweges überhole. Was ja irgendwie etwas wirr ist. Aber gut. Ich kann ja jetzt nicht langsamer machen, nur damit der Jogger sich besser fühlt. Und hier ist ja auch gleich eine Abzweigung, so dass er ja einfach da abbiegen kann und sich als Erklärung quasi die Geschwindigkeitsreduzierung wegen der anstehenden Kurve anbietet.

Meine Rumspaziererei klappt ziemlich gut. Ich gehe genau so, wie Robert das vorgemacht hat. Nicht ganz, wie ein Storch im Salat, aber ziemlich nah dran. Hier sieht mich ja auch eh keiner, so früh fahren die Leute mit dem Auto zum Bäcker, da ist auf dem Bäckerzubringer keiner unterwegs. Außerdem schneit es ja auch, und ich bin mir sicher, die meisten haben ihre Winterklamotten bereits weggepackt. Ich marschiere also so zum Bäcker und habe erneut das tolle Tagebuch vom Nachrichtensprecher im Ohr, in dem es um sein Training für seinen ersten Ironman geht.

Beim Bäcker bin ich zackig dran und dann auch zügig wieder draußen. Unsere Bäckerbestellung ist nicht besonders groß und so heißt es für mich flott alles wegpacken und das Restgeld wieder einstecken. Und dann bin ich auch schon wieder auf dem Rückweg. Ich wähle einen anderen Weg als ich gekommen bin. Nicht komplett, aber zumindest etwas anders, weil ich gerne zumindest etwas Abwechslung habe. Als zügiger Spaziergänger ist Abwechslung ja ziemlich schwierig, weil mein Bewegungsradius ja deutlich kleiner ist als bei einem Läufer.

Ich bin tatsächlich knappe 5km unterwegs und treffe die angesagte Trainingszeit der Chefin ganz genau. Und mir tut alles weh. Weil das Walken nach Robert’s Methode einfach viel anstrengender, aber auch deutlich flotter ist, als wenn ich normal umherlatsche. Nach dem Duschen starten der Zeugwart und ich in einen ziemlich vollgeplanten Tag. Vor allem will ich nach einer neuen Fahrradhose schauen, damit ich auf Mallorca gut ausgestattet unterwegs sein kann.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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