Der tolle Blick nach Frankfurt


Irgendwie war das gestern eine richtige Spontanentscheidung mit der heutigen Radausfahrt. Auf meinem Trainingsplan stehen zwar 2:48 Stunden drauf, aber dass ich die auf der Ironman Runde verbringe, das hätte ich tatsächlich nicht gedacht. Warum hat die Chefin auch überhaupt genau 2:48 Stunden aufgeschrieben? Sie schreibt als Trainingsvorbereitung für das Trainingslager. Lustig, denn ich bin mir sicher, dass die meisten Athleten ein Trainingslager nicht extra vorbereiten müssen.

Richtige Athleten trainieren und wechseln dann eben mal den Standort. Mir scheint es, als würde die Chefin bei mir eher denken, dass einer meiner Saisonhöhepunkte (von denen es ja nachweislich überhaupt gar keinen gibt) sei die Teilnahme am Trainingslager. Zumindest will sie mich gut vorbereitet wissen. Weiß sie denn nicht, dass ich die Cappuccino- Gruppe reserviert habe? Ich habe sogar vor mich während den Ausfahrten tatsächlich wieder weitestgehend an der schönen Landschaft zu erfreuen und ab und an mal für ein Stück Mandelkuchen zu halten. Aber im Trainingsplan steht es, derzeit zumindest, noch anders.

Gestern Spätnachmittags kam auf jeden Fall die Idee zur gemeinsam Radausfahrt mit den Vereinsmädels auf. Wir könnten alle gemeinsam fahren, und zwar, die Ironman Frankfurt Runde. Das klang für mich ziemlich prima. Nette Gesellschaft und eine klare Radrunde, das klingt gut. Auch über die Nacht habe ich nicht realisiert, wie anstrengend die Ironmanrunde in den letzten Jahren schon war, so dass ich sehr zufrieden und voller Vorfreude loslege. Wir kürzen die Durchfahrt durch die Stadt ab, weil die Frankfurter Straßen nicht besonders vielversprechend sind und es da wirklich kaum was zu sehen gibt, außer der Skyline. Also starten wir direkt unterhalb von Bergen-Enkheim.

Heute ist uns nämlich mehr nach Landschaft, also geht’s nach einem schönen Hallo, auch schon los. Madita startet dieses Jahr im Kraichgau und so ist mir klar, dass ich auch weiterhin an den Anstiegen nicht mit ihr mithalten werde. Vielleicht geht es auch gar nicht darum? Wenn sie sich umblickt, fühle ich mich auch gar nicht gedrängt, sie schaut einfach nur, wo ich bin und ob alles ok ist. Gehetzt wird in dieser Gruppe nicht. Jeder fährt so, wie es eben geht, keiner trödelt, wenn es nicht notwendig ist und wir halten an, um uns Armlinge auszuziehen, oder Beinlinge in die Trikotasche zu stopfen.

An schönen Ausblicken halten wir auch mal an. Oder nach langen Anstiegen. Oder dann, wenn wir uns eigentlich sicher sind, dass es hier lang geht, aber eine Baustelle die Straße doch recht unbefahrbar wirken lassen. Wir machen auch mal ein Erinnerungsbild. Weil wir zwar trainieren, aber eben den Spaß an der Sache nicht verloren haben. Uns begegnen wenige Radfahrer, aber von denen hat auch nur ein ganz geringer Teil wirklich Spaß. Die meisten packen das Training einfach noch in den Morgen, obwohl daheim wahrscheinlich das Osterfrühstück wartet.

Wir radeln die verschiedenen Anstiege der Ironmanrunde ganz souverän hoch. Nur in Bad Vilbel werde ich zweimal von einer roten Ampel ausgebremst. Aber Hochstadt, der Hühnerberg und auch Bergen-Enkheim, klappen ziemlich gut. Ich bin zugegebenermaßen etwas überrascht, weil ich es ja mit dem Radtraining im Winter und dem Rollefahren nun weiß Gott nicht übertrieben habe. Aber anscheinend hat es ein annehmbares Trainingsniveau aufrecht erhalten. Das ist ja schon mal ziemlich schön zu wissen.

Ich bin trotzdem gespannt, ob wir in diesem Jahr auf Mallorca auch wieder hoch zum Kloster Lluc fahren und wenn ja, wie ich mich an dem Anstieg mache. Das sind immerhin mehrere Kilometer. Eigentlich ist es ja ein Muss. Immerhin gibt’s dort ganz vorzüglichen Mandelkuchen und natürlich diese leidige Tankstelle. Es sollte also eigentlich gar nicht zur Diskussion stehen. Selbstverständlich fahren wir zum Kloster. Es wird großartig.

Alle Abfahrten klappen heute bei mir ganz hervorragend. Ich schalte meistens passend und kann zusätzlich auch noch die tollen Ausblicke genießen. Und zu allem Überfluss komme ich auch ganz wunderbar mit meiner Ernährung und dem mitgeführten Getränken zurecht. Damit steht und fällt der Athletenerfolg ja auch oft. Heute klappt’s bei mir ganz hervorragend. Ich schiebe ab und an mal so ein Energieaufladegummibärchendings zwischen die Zähne und bin mit der Wirkung sehr zufrieden. Gut, wenn man auf so einer Messe einfach auch mal etwas Neues probiert.

Nach fast guten 75km sind wir zurück am Ausgangspunkt und tatsächlich wird die Chefin sehr zufrieden mit meiner Umsetzung des heutigen Plans sein. Sie hat nämlich geschrieben, „versuch mal 70km voll zu machen“. Ha. Die habe ich ja nicht nur vollgemacht. Die habe ich locker getoppt. Das war mal wieder eine rund rum gelungene Ausfahrt. Es hat einfach mal wieder alles gepasst. Es steht und fällt ja auch immer mit den Mitfahrern. Diesbezüglich war das Osterwochenende ein voller Erfolg!

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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