Nie vergeht die Zeit 1


Anscheinend denkt die Chefin zeittechnisch könnte es mit meinem Training jetzt immer so weiter gehen, wie in der schönen Trainingslagerwoche auf Mallorca. Aber leider ist das nicht so. Wenn die Chefin mir Schwimmtraining auf den Plan schreibt, dann sieht sie eine Stunde Zeitaufwand, für mich ist der Einsatz aber deutlich größer, weil ich ja noch zum Schwimmbad hinfahren muß und dann umziehen, später wieder duschen und heimfahren. Es ist also nicht so, dass ich für eine Stunde schwimmen nur 10 Minuten umziehen vorneweg, wie beim Walken und 15 Minuten danach für die Dusche, habe. Wenn ich schwimmen gehen soll, dann bin ich mindestens eine Stunde im Vorhinein unterwegs und komme auch erst eine Stunde nach Trainingsschluß heim.

Rumjammern auf hohem Niveau. Natürlich. Schon in „Nachrichten vom Ironman“, das ich mittlerweile natürlich längst fertig angehört habe, schreibt er über den Zeitaufwand und davon, dass alles etwas eng getacktet ist, von seinem Trainer. Da mittlerweile bei uns die Traglufthalle abgebaut ist, schwimmen wir wieder in der Halle. Das heißt auch, wir schwimmen nicht mehr Freitags, sondern Dienstags. Dienstag ist mitten in der Woche und ich muß am nächsten Tag natürlich unverändert früh raus, weil mein Chef und die Kollegen erstaunlicherweise nicht den Mittwoch mit dem Samstag tauschen.

Das bedeutet auch, dass ich recht spät daheim bin und weil ich auch noch irgendwann etwas essen muß, will der Sommerschwimmplan immer besonders gut durchdacht und vorgeplant werden. Heute klappt das so halbgut. Der Zeugwart rennt heute als Training schon mal zum Schwimmbad hin und so packe ich das Auto mit unseren Schwimmsachen alleine und nutze die Zeit um meiner weiteren Entdeckung auf dem Hörmarkt Aufmerksamkeit zu schenken. Derzeit bin ich eine interessierte Bevegt-Podcast Hörerin. Die beiden Sprecher kommen ganz sympathisch rüber und haben angenehme Themen. Und ich bin ein normalessender Triathlet, wobei normal heißt, ich esse nicht laktose- oder glutenfrei und folge weder einer vegetarischen noch veganen Lebensweise. Aber natürlich gibt’s Dinge, die ich nicht mag. Der zugehörige Blog dreht sich nämlich um vegan Essen und Laufen.

Trotzdem herrlich unaufdringlich und höchst informativ. Die Anfahrt zum Schwimmbad ist deshalb trotz der Abwesenheit des Zeugwarts erfreulich kurzweilig. Und am Schwimmbad ist der Zeugwart dann auch schon da. Und er sieht gar nicht angestrengt aus. Training zahlt sich eben aus. Wir beziehen unsere Bahn, nachdem wir uns umgezogen haben, und schon kann es los gehen. 25m sind verdammt kurz. 400m einschwimmen werden zur Tortur. Erstens kriege ich einen Drehwurm, weil ich ständig wenden muß und zweitens vergeht die Zeit auch überhaupt gar nicht.

Die Uhren an der Hallenwand sind beleuchtet und total gut sichtbar. Ich glaube, selbst ohne Linsen würde ich sie ablesen können, was aber natürlich für mich keine Option ist. Ohne Linsen finde ich ja noch nicht mal das Becken, denke ich. Trotzdem vergeht die Zeit nicht. Gar nicht. Es bringt auch nichts schneller oder langsamer zu schwimmen. Heute steht die Zeit praktisch still, oder ich befinde mich hier in einer Schleife. Weiß man nicht. Der Zeugwart schwimmt wie ein Fisch und so hänge ich mich in seinen Wasserschatten und schwimme einfach mal ein bisschen mit. Vielleicht bin ich dann abgelenkter. Wenn man permanent auf so eine Uhr draufschaut, dann kann die Zeit ja auch nicht wirklich rumgehen.

Ich denke an unsere Dreckwäsche daheim, während ich so schwimme. Und daran, dass ich noch die Blumen gießen muß und saugen wollte. Und dass ich das heute Abend, wenn ich daheim bin, alles nicht mehr wirklich hinbekommen werde. Ich muß ja auch noch duschen und heimfahren. Und Hunger hab ich auch. So generell meine ich. Nach dem Schwimmen eh, aber mittlerweile ist es 20:45h und Mittag gab es im Büro gegen 12h. Freitags klappte das besser in der letzten Zeit. Da gab es immer noch eine Zwischenmahlzeit am Nachmittag. Die war ziemlich schlau für das anstehende Schwimmen. Aber gut. Ich projiziere nun einfach den Freitag auf den Dienstag. Das wird schon werden, hat ja die letzten Jahre auch immer geklappt.

Irgendwann sind die angeordneten Kilometer die im Trainingsplan stehen dann auch auf der Uhr vermerkt und die Zeit ist tatsächlich rumgegangen. Wer hätte das gedacht? Und duschen, heimfahren und etwas Essen klappt dann ebenfalls noch. Ich freue mich, wenn der Sommer es dann temperaturtechnisch auch bald schafft… dann geht’s auch wieder mit dem Freiwasserschwimmen los. Eine der besten Arten zu schwimmen, die es überhaupt gibt.

 

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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Ein Gedanke zu “Nie vergeht die Zeit

  • Helge Orlt

    Liebe Claudi,
    wir schwimmen seit 1 Woche endlich wieder im Freibad. Das bedeutet 50 m Bahnen. Auf der 25 m Bahn ist Schwimmen echt mit Drehwurm verbunden :-))))
    Aber du hast Recht: am besten schwimmt es sich in einem Freigewässer. Ohne dieses ewige Gewende.
    Der Zeitaufwand für ein Triathlon Training ist einfach sehr groß. An manchen Tagen muss halt alles andere liegen bleiben. Arbeit ist ein Fix-Punkt, und Training der zweite. Alles andere kommt dann hintendran. :-)
    Liebe Grüße
    Helge

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